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wohnformen

Dienstag, März 8th, 2011

geschichte :: die geschichte des „wohnens“ ist so alt wie die geschichte der menschen selbst. erste formen des gemeinschaftlich organisierten zusammenleben von menschen finden wir u.a. bei den ersten sogenannten „mobilen“ völkern (nomaden, reitervölker, hirtenvölker, jäger und sammler, indianer, inuit etc.), später dann -infolge der landwirtschaftlichen kultivierung und viehzucht und der damit verbundenen bodenbindung- bei den sesshaft oder teilsesshaft gewordenen völkern (ackerbau- und viehzuchtkulturen, entstehung erster dörfer und kleinsiedlungen). die ersten „geplanten“ städte (oder auch siedlungen) entstanden vor mehr als 5000 jahren vorwiegend in china, indien, mesopotamien und ägypten. soetwa die stadt „Ur“, einer der ältesten sumerischen stadtgründungen in mesopotamien, deren anfänge bis 4.000 v. chr. zurückreichen. seit dem haben sich in der langen geschichte der urbanisierung zahlreiche wohnformen entwickelt, die eng mit den sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen wie auch technischen möglichkeiten und bedingungen der jeweiligen epochen verbunden ist und stets als  permanente entwicklung zu begreifen ist. beinahe jeder stamm, jedes dorf, jede zeitepoche, jede ethnische herkunft wie auch jede geographische region hatte mehr oder weniger seine eigene, ganz spezifische, kultur- wie ortsgebundene urbanisierung und wohnform, die sich mit zunehmender globalisierung (handel, verkehr) über hunderte von jahren stück für stück durchmischt und gegenseitig, zum teil auch im regionalen oder nationalen wettbewerb, weiterentwickelt und befruchtet hat. die stärkste kulturelle durchmischung innerhalb europas hat es zweifelsfrei mit der überall durchschlagenden industrialisierung, der erfindung der eisenbahn, des autos und der telekommunikation gegeben. die möglichkeiten der mobilität (transport, reisen) und kommunikation (telefon, fernsehen, internet) haben die völker, deren kulturen und speziellen techniken bis heute global eng zusammengeführt. in europa wie nordamerika finden sich bis heute nur noch sehr wenige unterschiede im kulturellen wie auch städtebaulichen „way of life“. doch auch in den anderen kontinenten haben sich vor allem europäische wie nordamerikanische lebensmuster, kulturelemente und techniken -teils durch kolonisation, teils durch kriege, teils durch handelsbeziehungen wie auch ständige bevölkerungsbewegungen- signifikant bemerkbar gemacht. umgekehrt fliessen aber auch bei uns zunehmend kulturen und techniken aus anderen ländern wie indien, china oder japan ein.

bis heute haben sich seitdem zahlreiche formen des mobilen wie auch immobilen „wohnens“ auf der ganzen welt entwickelt. nach wie vor gibt es auch immer noch mobile oder teilsesshaft gewordene (natur-)völker, inuits oder durch die wüsten „ziehende“ beduinenvölker/ -stämme (nomadische wüstenbewohner), die in temporären zeltbauten leben. auch „moderne nomaden“ oder auch „stadtnomaden“ finden sich mittlerweile weltweit. hier leben die menschen mobil wie auch immobil in modernen zeltlagern, wohnwagen, containerstädten oder ziehen von hotel zu hotel, von motel zu motel, von city zu city, von flughafen zu flughafen, von wohngemeinschaft zu wohngemeinschaft. neuerdings gibt es auch das temporäre, interkulturelle „tauschen“ von wohnungen und/ oder ganzer häuser (nicht nur für urlaubszwecke).

eigentum und miete :: grundsätzlich wird der benötigte wohnraum entweder selbst geschaffen bzw. bezahlt (eigentum) oder aber gemietet. in deutschland liegt die wohneigentumsquote bei zirka 43% (innerhaln der EU bei 60%). von den 1-personenhaushalten sind jedoch nur zirka 20% wohneigentum, während bei den 3-personenhaushalte bereits 50% und bei den 5-personenhaushalten 65% wohneigentum sind. hinzu kommt, dass die wohneigentumsquote auf dem land (ländliche regionen) wesentlich höher ist als in den städten. am geringsten ist sie in städten über 500.000 einwohnern, da hier zum einen die baulandpreise i.d.r. wesentlich teurer sind, vor allem aber weniger flächen bzw. geeignete grundstücke bereit stehen, die vorstellungen vom individuellen wohnen bei „normalem kapitaleinsatz“ zu realisieren. ein städtisches grundstück wird in der regel sehr dicht und zudem renditeorientiert (höhere mieteinnahmen über ladengeschäfte und büros) bebaut und ist damit relativ zum eigenheim auf der grünen wiese sehr kapitalintensiv. um überhaupt ein attraktives, städtisches grundstück als einzelperson bebauen zu können, hilft hier nur der zusammenschluss von bauherrengruppen, um die finanziellen aufwendungen realisieren zu können.

der ort :: der geographie und lage nach können wir zunächst einmal folgende hauptunterteilung vornehmen: wohnen auf dem land und wohnen in der stadt. dazwischen liegen mit unterschiedlicher infrastruktur kleinere dörfer, vorstädte, neubaugebiete, satelitten- und trabantenstädte oder einzelne stadtteile. desweiteren differenziert nach geographischen aspekten:

  • wohnen auf dem festland (mit entsprechender vegetation/ klima)
  • wohnen am wasser (ozean, meer, see, fluss, kanal)
  • wohnen auf dem wasser (hausboote, schiffe, auch bohrinseln)
  • wohnen auf dem/ am berg (berghütten)
  • wohnen auf dem eis (inuits/ eskimos)

die wahl des richtigen ortes hängt allerdings von vielen faktoren ab und ist meist nur bedingt frei wählbar. mit dem ort verbindet sich zum beispiel die „heimat“, ein gewachsenes netz sozialer bindungen (eltern, freunde, kindheit). jeder mensch hat zudem eine gewisse individuelle präferenz, einen bestimmten ort zu favorisieren. soetwa kann ein stadtkind sich schlecht vorstellen, mitten auf dem land zu leben (wie auch umgekehrt). oder ein kind von der küste kann nichts mit bergigen regionen anfangen. und auch der regional geprägte menschenschlag (u.a. dialekt) mag ein kriterium für den norden, osten, westen oder süden sein. sehr stark bestimmt jedoch der arbeitsplatz -und damit die einkommensquelle-, wo man überhaupt lebt bzw. sesshaft wird. auch das einkommen entscheidet notgedrungen, wie und wo man leben kann. es gibt sehr teure wohngebiete (z.b. villengegenden) und relativ günstige wohngebiete, wobei die vermeindlich günstigen nicht unbedingt auch die schlechteren sein müssen und die teuren häufig auch grosse nachteile haben.

infrastruktur: schliesslich noch die lage relativ zur vorhandenen infrastruktur. dazu zählen neben den strassen, wegen und plätzen auch alle öffentlichen infrastrukturen (verwaltung, krankenhäuser, schulen, kindergärten, bahnhöfe, flughäfen, museen, kultureinrichtungen, sport- und freizeiteinrichtungen etc.) wie auch die versorgung mit handel, gewerbe, shops, dienstleistungen usw.

  • wohnen direkt im stadtzentrum
  • wohnen in historischen stadtgebieten
  • wohnen direkt an der strasse (blockrandbebauuung, strassenbebauung)
  • wohnen in ausgewiesenen, verkehrsberuhigten wohngebieten oder auch ruhigeren mischgebieten
  • wohnen in heterogenen gebieten (gewerbegebiet, industriegebiet)
  • wohnen im grünen (grosse gärten/ grundstücke, parkanlagen, auf dem land, zwischen den städten etc.)

auch hier gibt es keinen „idealen“ standort sondern nur viele „angebote“, die stets mit der persönlichen lebenssituation, den einkommensverhältnissen und den persönlichen vorlieben in deckung gebracht werden können. familien mit vielen kindern bevorzugen eher geschützte, „sichere“ räume mit vorhandenen infrastrukturen für ihre kinder (nachbarschaft zu familien mit kindern, kindergärten, schulen, spielplätze, medizinische versorgung etc.). junge menschen (heranwachsende) tendieren hingegen eher zur stadt (grosses freizeit- und kulturangebot, scene). ältere menschen möchten vielleicht ihren lebensabend allein und in aller ruhe geniessen oder suchen anschluss an gleichaltrige wie auch jüngere menschen. auch junge familien können bewußt die nähe zu älteren menschen suchen, um gemeinsam die aufgaben der kindererziehung und freizeitgestaltung besser zu lösen. müssen oder wollen familienmitglieder betreut und gepflegt werden, kann auch dies ein kriterium für die standortwahl sein (nähe zu den eltern/ verwandten/ freunden). auch die mobilität (verkehrsmittel/ führerschein vorhanden) kann entscheiden, ob man auf dem lande oder besser in der stadt wohnt.

wohnungsgrösse :: die durchschnittliche wohnungsgrösse liegt derzeit in der bundesrepublik bei etwa 40m² je einwohner. 1950 waren es im durchschnitt gerade mal 15m² je kopf. mitunter haben um 1900 in den dicht besiedelten städten mehrere familien mit 10 und mehr personen in kleinen wohnungen mit nur 5 bis 10 m² wohnfläche je kopf gelebt. der starke anstieg der wohnfläche je kopf hat zum teil etwas mit dem demographischen wandel, zum teil mit einer veränderten arbeits- und wirtschaftswelt (rollenverteilung mann-frau, hohe flexibilität/mobilität am arbeitsplatz, einkommensverhältnisse) und zum teil mit dem starken wunsch sowie den steigenden finanziellen möglichkeiten nach individueller selbstverwirklichung durch das „eigenheim“ zu tun (bauboom etwa in den 1960´er bis 1970´er jahren). durch die zunehmende auflösung der ländlichen wie städtischen grossfamilie (mehrer generationen leben in einem haus oder einer wohnung) und einer zunehmenden land-stadtflucht der überwiegend jüngeren menschen haben sich die wohnverhältnisse und wohnungsgrössen bis heute sehr stark verändert. immer mehr menschen leben heute in singelhaushalten und führen selbst innerhalb einer partnerschaft einen doppelten haushalt. durch den zunehmenden fortzug der jungen aus den ländlichen gebieten ist dort bei den bestandsbauten die wohnungsgrösse je kopf automatisch gestiegen (bevölkerungsrückgang). dem zunehmenden ansturm auf die städte konnte man seit dem nur mit großmaßstäblichen neubausiedlungen bzw. neubaugebieten entgegnen, die relativ zu den alten, engen bestandswohnungen immer großzügiger wurden. hier wurden im schnitt zirka 30m² bis 35m² je kopf für die sogenannten kleinfamilien wie auch singelhaushalte oder arbeiterhaushalte verbaut. dazu in den etwas einkommenstärkeren haushalten das wesentlich großzügigere einfamilienhaus auf freiem grundstück mit zirka 40m² bis 60m² je kopf. im gegenzug haben sich mit den veränderten familienstrukturen und sinkenden geburtenzahlen aber auch die vorhandenen wohnungen in den städten vergrößert. heute leben in den kleinen wohnungen (30m²/ kopf) lediglich studenten, junge singels und einkommensschwache wie zunehmend ältere menschen mit einer geringen rentenversorgung. in den ehemals bis zu 120m² grossen familienwohnungen (altbauten) leben nun paare wie auch finanzstarke singels mit über 60m² wohnfläche je kopf.

wohntypen :: schliesslich gibt es die unterschiedlichsten haus- und gebäudetypen, in denen man wohnen kann. auf dem lande und vor den städten oder wohngebieten sind es i.d.r. ein- und zweifamilienhäuser, bungalows, reihenhäuser, kettenhäuser oder zeilenhäuser in eingeschossiger bis drei- oder auch viergeschossiger bauweise. diese können in geschlossener oder auch offener bzw- freier bauweise mit oder ohne garten auf einem grundstück angeordnet sein. daneben historische bauformen bzw. sondergebäude wie: burg, schloss, villa, hütte, fachwerkhaus, bauernhof, landgut etc. im zeichen des „modernen massenwohnungsbaues“ hinzu gekommen sind mehrgeschossige „plattenbauten“ und hochhäuser (appartmenthäuser). in den städten selbst meist mehrgeschossige blockrandbebauungen, zum teil mit hinterhofhäusern oder auch mehrgeschossige, freistehende punkthäuser bzw. stadthäuser. daben eine vielzahl von attraktiven umnutzungen, bei denen alte, mehrgeschossige gewerbe- oder bürobauten, stillgelegte fabrikanlagen, kasernen oder ähnliche sonderbauwerke zu modernen „loftwohnungen“ mit tiefen grundrissen umgebaut werden. jeder wohntyp bringt eine ganz spezielle lebensform mit sich, die zwangsläufig auch auf die bewohner zurückwirkt. gebäudetypen wirken immer auch milieubildend, ziehen also nicht nur bestimmte „typen“ von menschen oder gesellschaftsgruppen an sondern festigen und prägend diese auch nachhaltig. hier etwa das reichenviertel (z.b. villen), die arbeitersiedlung (z.b. reihenhaus, platte), das studentenviertel (altbau, wohngemeinschaften, wohnheime), die akademikersiedlung (altbauten, einfamilienhaus), das altenviertel (mietwohnungen, wohnanlagen), die familiensiedlung (familienhäuser), das künstlerquartier (lofts, ateliers, altbauten) usw.

freier grundriss vs. raumgliederung :: mit beginn der modernen architektur wurde zu beginn des 20.jahrhunderts u.a. durch den schweizer architekten „Le Corbusier“ der sogenannte „plan libre“ eingeführt. hierbei ermöglichen freistehende stützen und einzelne, tragende wandscheiben (minimiertes tragwerksystem, skelettbauweise) einen relativ freien grundriss und die bisher eingesetzten raumhohen, raumumschliessenden, tragenden mauern mit entsprechenden fenster- und türöffnungen verschwanden peu a peu, innen wie aussen. nun konnten auch ganze fassadenteile beliebig und nach freier wahl „vollverglast“ werden, was dem verlangen nach mehr licht, mehr ausblick (auf den garten, die natur) und mehr transparenz (offene, demokratische gesellschaft) sehr entgegenkam. dank der neuen baukonstruktionen und baumaterialien (stahl, stahlbeton, glas) konnten nun sehr grosse/ weite, wandlose und zudem nach aussen vollverglaste räume entworfen werden, die auch die konventionelle „raumgliederung“ durch geschlossene einzelräume obsolet gemacht haben. seit dem wohnen wir räumlich „offen“ und „transparent“, zudem noch ausgestattet mit galerien und lufträumen. hatte man zuvor noch alle funktionalen bereiche (eingang/ flur, küche, essplatz, wohnzimmer, musikzimmer, bibliothek etc.) in separate, wandumschlossene räume differenziert, werden diese -zum teil auch weggefallenen oder stark veränderten- funktionen heute auf einem freien grundrissen „flexibel“ und räumlich fliessend angeordnet. die flexible wie individuelle zonierung erfolgt damit überwiegend über die möblierung selbst. auch küche, essplatz und wohnbereich, zuvor wegen der schall- und geruchsbelästigung strikt voneinander getrennt, werden zunehmend als „offener raum“ umgesetzt. hier funktioniert der „küchenblock“ oder eine schicke, praktische „tresenanlage“ als optische raumtrennung zum essbereich und regale oder borads als halbdurchlässige raumtrennung zum wohnbereich. auch im schlafbereich werden heute zunehmend schlafplatz (bett), garderobe (ankleide) und badezimmer als offene „einraumlösung“ umgesetzt, dei denen die mögliche raumteilung allein über transparente oder semitransparente schiebetüren und/oder flexible sichtschutzwände angeboten wird. das zusammenlegen von räumen hat darüber hinaus auch einen grossen spreffekt bei den herstellungskosten wie auch bei den renovierungs- bzw. instandhaltungskosten: jeder weggelassener quadratmeter nichttragender innenwand spart je nach ausführung zirka 100,- bis 200,- euro herstellungskosten sowie jährlich 3,- bis 5,- euro je quadratmeter für anfallende renovierungskosten (tapezieren, malern, fliesen, austauschen von türen etc.).

wohnen :: bauherrengruppe

Montag, März 7th, 2011

bauherrengruppen sind heute ideale werkzeuge, mit denen unterschiedlichste menschen mit unterschiedlichsten interessen und lebensvorstellungen unterschiedlichste bauvorhaben jeder größenordnung und preisklasse realisieren können. hierbei lassen sich die einzelnen baugruppen (kleingruppen, siedlungseinheiten, grössere wohnanlagen bis hin zu grossgruppen) in 5 übergeordnete kategorien mit entsprechendem sozialen profil einteilen:

  1. professionell initiiert: demographisch gemischt, soziokulturell eher homogen
  2. spezielle interessiert: demographisch gemischt, soziokulturell eher homogen
  3. lebenssituation: sozial und/ oder demographisch und/ oder kulturell homogen
  4. mehrgenerationen: generationsübergreifend, soziokulturell überwiegend homogen
  5. gemeinwesen: sozial und/ oder kulturell gemischt, integration von randgruppen

initiatoren, rechtsformen und interessen :: bauherrengruppen können je nach kategorie angeregt und initiiert sein durch architekten, externe dienstleister, alternativbeispiele, initiativgruppen, kommunen, netzwerkarbeit oder auch politische bewegungen. der rechtsform nach treten sie i.d.r. als WEG (wohnungseigentümergemeinschaft), aber auch als verein oder genossenschaft auf und haben u.a. folgende, zum teil auch nur einzelen zielsetzung:

  • ökonomische vorteile gegenüber individuellen lösungen
  • individueller einfluss auf raumprogramm
  • besondere lage/ besonderes objekt
  • einfluss auf soziales umfeld
  • solares/ energiesparendes bauen
  • ökologisches bauen
  • besondere haus- oder wohnungstypen
  • wohnen für frauen, alleinerziehende mütter
  • wohnen für senioren als wohngemeinschaft
  • symbiotische gruppen (z.b. senioren und studenten)
  • gemeinschaft von familien und singels, alt + jung
  • integration von wohnen + arbeiten
  • kleingruppenübergreifende organisationsstrukturen
  • arbeitsplätze durch internes raumprogramm

motivation, soziale aspekte :: auch die motivation sowie „sozialen ansprüche“ können ganz unterschiedlich sein:

  • der prozess des bauens selbst
  • gemeinschaft ist nicht ausgangspunkt, vlt. aber resultat des prozesses
  • verwirklichung einer „idee“, erfordert eine gemeinschaft, ist jedoch nicht primäres ziel
  • problembewältigung, emotionale einbettung, balance zwischen unabhängigkeit + wahlfamilie
  • verwirklichung eigener wohn- und lebensformen, erhöhte toleranzschwelle
  • möglichkeit wechselnder gemeinschaftsbildung

gemeinschaftsräume :: je nach baugruppe und programm können zusätzliche räume, flächen oder ganze einrichtungen als gemeinschaftsflächen oder gemeinschaftseinrichtungen vorgesehen werden:

  • gemeinschaftlich genutzte garagenanlagen, stellplätze für pkw/ fahrräder, müllsammelplätze
  • gemeinschaftlich genutzte freiflächen für kinder (spielplatz), gartenflächen, erholungsflächen
  • gemeinschafsräume für´s kochen, essen, feiern, freizeit, bibliothek usw.
  • gemeinschaftlich genutzte hobbyräume, werkräume, lagerräume, waschräum, haustechnik
  • gemeinschaftlich genutzte wellnessräume wie sauna, schwimmbad, fitnessraum
  • gemeinschaftlich genutzte erschliessungsanlagen (aufzug, lift, rolltreppe)
  • gemeinschaftlich genutzte energieversorgung (block-heiz-kraftwerk, kombianlagen etc.)
  • gemeinschaftlich genutzte serviceeinheiten (hausmeister, pförtner, mediz. dienste etc.)

gesucht + gefunden :: viele dieser bauherrengruppen, insbesondere die privaten kleingruppen, sind im städtischen bereich meist durch architekten und/ oder stadtplaner selbst angeregt, initiiert und/ oder fachlich moderiert bzw. begleitet. die baulichen und programmatischen möglichkeiten sind nebst interessenlage und zielsetzung der bauherrengruppe dann abhängig vom bauplatz bzw. grundstück, der vorhandenen, umzunutzenden bzw. umzubauenden oder anzubauenden immobilie (altbau, industriebau, gewerbebau), den baurechtlichen rahmenbedingungen (bauordnung, bebauungsplan, auflagen etc.) sowie schliesslich auch von den finanziellen möglichkeiten der bauherrengruppe. hat sich einmal eine „idee“, eine kleinere gruppe, eine immobilie oder ein geeigneter bauplatz gefunden, kann das „projekt“ konzeptionell wie planerisch erste umrisse annehmen, um im weiteren prozess des dialoges weitere interessenten anzuwerben. durch professionell moderierte „besprechungen“ und „regelmäßige treffen“ der bauherrengruppe können nun alle wichtigen vorstellungen, wünsche und sonstigen aspekte peu a peu „verdichtet“ und konkretisiert werden. manchmal können diese prozesse -je nach bauaufgabe und personenkreis- mehrere monate und jahre dauern, diese können aber auch bereits nach wenigen monaten des richtigen „suchen + finden“ sofort in einen konkreten bauantrag umgesetzt werden.

sparvorteile :: bei durchschnittlichen investitionen von 40.000,- bis 60.000,- euro je person für die baukosten (ca. 40m² wohnfläche je person), 12.000,- bis 18.000 euro für ein durchschnittliches neubaugrundstück (zirka 120,- euro/m²) sowie zirka 6.000,- bis 10.000,- euro für die planungskosten (honorare: statik, architekt, vermessung, bauphysik) kommt eine kalkulatorische einzelsummesumme von  zirka 60.000,- bis 90.000,- euro invest je hausbewohner zusammen (ohne finanzierungskosten). um nun ein größeres baugrundstück oder auch eine größere immobilie mit mehreren wohneinheiten unterschiedlicher größe zu bebauen bzw. umzubauen, kann bereits ab 10 personen eine „wirtschaftliche“ investition von 600.000,- bis 900.000,- euro zusammengetragen werden. einsparpotentiale gegenüber einer einzelbebauung ergeben sich hier zum einen aus dem größeren, zusammenhängendem bauvolumen (weniger hüllfläche, kompaktere bauweise, weniger erschliessungsfläche, geringerer anteil von versorgungsleitungen, geringere baukosten, ca.10-35%), einer gemeinschaftlich genutzten heizungszentrale (haustechnik, wartungskosten, ca- 15-25%), den gemeinschaftlich, wesentlich effizienter genutzten räumen bzw. freiflächen (beispiel sauna, pool, hobbyraum, werkstatt, kinderspielplatz etc., ca. 50-80%) sowie den geringeren planungskosten (ca. 10-20%). insgesamt können also bei zusammengelegten bauvorhaben allein die herstellungskosten um 10 bis 25% gesenkt werden. auch bei den laufenden betriebs- und unterhaltungskosten können durch eine effizientere energieversorgung spareffekte von mehr als 25% realisiert werden. hinzu kommen mögliche einsparpotentiale durch eigenleistungen, die in der gruppe wesentlich effizienter umgesetzt werden kann.

mehrwert :: eigentlich kann man bei bauherrengruppen -egal in welcher größenordnung- nur profitieren: effizientere planung, signifikante kostenreduktion (bei der planung, bauherstellung und unterhaltung) stärkung des sozialen umfeldes/ nachbarschaft, mehr raum und fläche durch gemeinschaftliche nutzung usw. insgesamt begrüßen wir als planer und architekten vor allem die gestalterischen möglichkeiten, über ein größeres bauvolumen ein mehr an gebäude- und raum qualität, ein weniger an ressourcenverbrauch sowie ein mehr an städtebaulicher qualität schaffen zu können.

fragen :: wenn sie weitere fragen zu thema „baugruppen“ haben, beraten wir [BLAUSTIFT] und unsere partner von „ACI Ingenieurgesellschaft mbH“ sie natürlich gerne individuell und ausführlich. beispiele und erfahrungsberichte von realisierten bauherrengruppen können wir ihnen gerne anhand abgeschlossener und aktueller bauprojekte der „ACI Ingenieurgesellschaft mbH“ erläutern. wir freuen uns auf ihre ideen! rufen sie uns einfach an: 0531-3618292