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ästhetik des bildhaften

Freitag, April 12th, 2013

ästhetik des bildhaften :: Gebäude erzeugen i.d.R. durch ihr Volumen und ihre Gebäudehülle bestimmte „Formen“, die meistens der Geometrie (Rechteck, Quadrat, Kreis, Dreieck und deren Variationen) entspringen, welche auch die (mathematische) Grundlage von stofflichen Konstruktionen ist (Platte, Balken, Stütze, Wand, Gewölbe, Dachstuhl usw.). Mit der Anwendung konstruktiver, statisch berechenbarer Systeme unterscheidet sich die Baukunst (von alters her die Kunst der Zimmermannsleute bzw. der Schiffsbauer) damit wesentlich von der Kunst der Bildhauer und ihrer meist aus einem Rohling gehauenen oder in eine freie Form gegossenen Skulpturen. Es gibt nur wenige Beispiele, bei denen Räume oder Körper nicht durch Konstruktionen (additive Fügung von geometrischen Elementen) sondern durch subtraktive Verfahren hergestellt worden sind (Beispiel Kanu aus einem Holzstamm, massive Gewölbedecke vom Grabmahl des Theoderich, Höhlenbauwerke…). Erst mit der Erfindung des Betons (Stahlbeton) war es möglich, auch plastische Bauteile in freie und komplexere Formen zu „gießen“, deren bekannteste Meisterin z. Z. die Architektin Zaha Hadid ist, vor ihrer zeit etwa Le Corbusier oder Pier Luigi Nervi . Und auch andere Techniken in der Metall- oder Holzbearbeitung ermöglichen es uns bereits seit einigen Jahrhunderten, Eisen und Stahl in freie Formen zu giessen oder zu pressen (z.B. ornamentierte Gusseisenstützen, gewölbte Bleche, CNC-gefräste Profile) oder auch Hölzer in gebogenen Formen als Träger oder Platten herzustellen. Wir können komplex gewölbte Glasscheiben (Elbphilharmonie Hamburg) oder auch frei geformte Kunststoffbauteile (Olympiastadion München von Frei Otto) verwenden. Wie auch immer: die Gebäudeform resultiert letztendlich aus der meist klimatisch wirksamen Hüllfläche eines bestimmten Raumvolumens und muß mit der Erfindung der Curtain-Wall (gläserne Vorhangfassade vom Bauhaus von Walter Gropius) nicht mehr zwingend eine statische, konstruktive Funktionen (massive, tragende Außenwand etc.) übernehmen. Und auch die technische Realisierbarkeit großformatiger Glasscheiben wie auch anderer transluzenter wie semitransparenter Bauteile (z.B. Lichtbeton) hat das klassische Bild der jahrtausende alten, überwiegend massiven, opaken Lochfassade längst abgelöst. Wie man mit der klassischen „Massivbauweise“ ästhetisch bauen kann, können wir eindrucksvoll an den historischen Bauwerken bis hin zu den Alten Römern, Griechen oder auch der Ägypter vortrefflich studieren. Wie man jedoch zeitgemüße, ästhetisch ansprechende „Formen“ baut, ist immer noch Experimentierfeld und obligt in der gesellschaftlichen Akzeptanz einer gewissen Skepsis und Abneigung, da die festen wie sicheren Bilder der Vergangenheit (Stilarchitektur vergangener Epochen) immer noch allgegenwärtig ist und manchen Blick in die Gegenwart und Zukunft verhindert. Das Wagnis zur freien Form ist jedoch bis heute fester Bestandteil einer kulturellen Erneuerung und Entwicklung, um stets zeitgemäße Funktionen, Bedürfnisse und technische Möglichkeiten durch moderne Gebäude und Städte umzusetzen. Le Corbusier hatte diese freien Formen als Betonpionier gesucht (Wallfahrtskirche Ronchamp), Frei Otto hat sie mit dem Dach des Olympastadions realisiert, Frank Lloyd Wright hat sie mit dem Guggenheim-Museum in New York wie auch der Johnson Wax Company in Racine umgesetzt, Coop Himmelblau mit dem dekonstruktivistischen Dachaufbau in der Falkestraße in Wien, Zaha Hadid mit der Feuerwehrwache in Weil am Rhein oder dem Phaeno in Wolfsburg, Günther Behnisch mit dem Bundestag in Bonn oder auch der Nord/LB in Hannover, Daniel Libeskind mit dem Jüdischen Museum in Berlin wie auch Frank O. Gehry mit seinen plastisch deformierten Metallschalenbauten in Düsseldorf oder Bilbao (Guggenheim-Museum). All diese Bauten erzeugen Formen (und damit auch Bilder) jenseits der klassischen Geomtrie und öffnen uns den Weg in eine nichtlineare, nicht ebenmäßige, nicht symmetrische, weitaus komplexere wie auch dynamischere Formen- und Raumwelt, wie sie schon längst in der Atomphysik (Stringtheorie) wie auch Astronomie (gekrümmter Raum etc.) mit allen Paradoxen üblich ist. Vergleichen wir Gebäude in ihrer ästhetischen Wirkung mit den Skulpturen eines Michelangelos, eines Auguste Rodin, eines Alberto Giacomettis, eines Henry Moor, eines Hans Arp oder einer Niki de Saint Phalle, finden wir bei allen Künstlern bzw. Kunstwerken nichts von all jener geometrischen Strenge, die über Jahrtausende hinweg das kulturelle Bauen so stark beeinflußt hat. Immer wieder kommt der mahnende Fingerzeig, dass Gebäude keine Kunstwerke und auch keine Skulpturen seien, dass künstlerische Aspekte den funktionalen, wirtschaftlichen oder technischen Aspekten unterzuordnen sei usw. Und doch berauschen wir uns immer wieder an den Bauwerken vergangenen Stilepochen, deren Baumeister sich selbstverständlich und vornehmlich mit dem rechten Schmuck und Ornament („firmitas, utiltas, venustas“, s. Vitruv „De architectura libri decem“), den schönen Effekten und dem Kunstvermögen (Künstler wie Handwerk) ihrer jeweiligen Zeit beschäftigt haben. Heute muß sich der Architekt nolens volens mit überwiegend industriell gefertigten Massen-Produkten begnügen (auch wenn das Spektrum an Stoffen, Materialien und Konstruktionen verglichen mit den vorangegangen Epochen extrem groß ist), weil handwerkliche Kunst -und damit das „Original“- wie künstlerische Arbeit (wie in allen vorangegangenen Stilepochen selbstverständlicher Usus) kaum noch von den Bauherren bezahlt werden will, bestimmte Kunstfertigkeiten sogar schon wegen mangelnder Nachfrage ausgestorben sind. Und wenn wir zurecht die modernen Architekturen und Städte „ästhetisch“ beklagen, liegt es allein an dem Unvermögen wie Unterlassen der öffentlichen wie privaten Bauherren -aus welchen Gründen auch immer- , das „Schöne“ im Werk beim Architekten oder Städtebauer „beauftragt“ zu haben. Das Bild- oder auch „Zeichenhafte“ an Architekturen wie auch Städten ist eng verbunden mit unserer Sprache, die ebenfalls zur neuronalen Codierung von Bedeutungen und Zusammenhängen mit Zeichen und Symbolen arbeitet. Wie auch bei Schriftzeichen werden Formen zur schnelleren Identifizierung in Gnome zerlegt und mit den erlernten Bedeutungen und Inhalten (Semantik) verknüpft. So etwa können abstrahierte, 2-dimensionale Zeichen (auch Schriftzeichen) sogar in fragmentierter Darstellung als ganze Wörter bzw. als 3-dimensionale Gegenstände (Objektwahrnehmung) identifiziert werden, obwohl der zu identifizierende, räumliche Gegenstand nicht präsent ist oder weitere Raum- und Objektinformationen (Objekttiefe, Lichtreflexion, Akustik, Position im Raum, Objekt-Funktion etc.) einfach fehlen bzw. noch nicht wahrgenommen werden können. Die fehlenden Informationen werden hierbei von unserem Gehirn dazu asoziiert. In der Regel sehen wir von einem bestimmten Standpunkt aus immer nur eine 2-dimensionale Fläche (Bild) und noch lange keinen Körper im Raum oder gar Gegenstand mit den Dimensionen x, y und z, den wir erst nach einem perspektivischen Umgang (vorne, hinten, seitlich, oben, unten) oder durch das Interpretieren eines Lichtreflexes oder Schattenrisses erkennen. Hierbei helfen die von unserem Gehirn formal und figürlich angelegten bzw. abgespeicherten „Gnome“ (u.a. temporaler visueller Asoziationskortex), den Gegenstand bzw. die 2-dimensionale Abstraktion imaginär bzw. cognitiv zu vervollständigen und den Gegenstand oder das Objekt durch Filtern, Schablonierung bzw. Abgleichen mit den vorhandenen, überwiegend „erlernten“ Gnomen im Wahrnehmungsprozess zu indentifizieren und zu verifizieren. Ähnlich verfahren wir auch bei großen Objekten (also Gebäuden) bis hin zu ganzen Stadtteilen. Es liegt nahe, dass Sprache (Zeichen, Wörter, Symbole etc.) wie auch Objekte im Raum vom Menschen durch neuronale Abstraktionen (Gnome) „erlernt“ werden müssen, damit wir (also unser Gehirn) ihnen durch weitere neuronale Verknüpfungsarbeit schließlich eine Bedeutung, einen Wert (bewußt wie unbewußt) wie auch eine körperliche, emotionale Reaktione (Ausschüttung von Dopamin-Rezeptoren der Zellen im „Nucleus accumbens“, unserem neuronalen Belohnungssystem) zuordnen können. Hier übrigens ein starker Hinweis von den Neurologen, dass ästhetische Effekte (also leztendlich die Aktivierung unseres Belohnungssystemes) demnach nicht apriori in der Welt sind sondern von uns Menschen durch Anlegen von neuronalen Strukturen und Mustern erst erlernt werden müssen! Damit ist schließlich die „Lernkultur“ ausschlaggebend bzw. maßgeblich daran beteiligt, ob und was wir Menschen in unserer sinnlichen Wahrnehmung ästhetisch empfinden. Hierbei kann zumindest im neurologischen Ergebnis die Feingliederung von Oberflächen und Formen (z.B. Renaissance) genauso erfolgreich bzw. ästhetisierend sein wie die abstrahierende Grobliederung (z.B. Kubismus, Impressionismus etc.). Es gibt hier also aus neurologischer Sicht keinen wirklichen Dualismus zwischen geometrisch exakt definierten Formen (Kreis, Quadrat, Dreieck etc.) und den sogenannten freien Formen, die jedoch im direkten Vergleich wesentlich komplexer, damit in der visuellen bzw. neuronalen Gnomzerlegung etwas aufwendiger zu identifizieren sind. Aber Belohnsysteme können auch dann aktiv werden, wenn einfach nur „Chaos“ identifiziert bzw. wahrgenommen wird, ohne dass die komplexe Struktur des Chaos tatsächlich im Einzelnen durch Gnomzerlegung bzw. visuelle Asoziationsarbeit analysiert und rekonstruiert wird. Oft ist es bei Menschen auch so, dass gerade im Geheimnis -also im noch nicht Verstehen von irgendetwas- ein starker Reiz (also die eigentliche Motivation) liegt, die schließlich beim Lösen oder Verstehen des Geheimnisses (durch Denkarbeit) von unserem Belohnsystem mit Lust und Freude honoriert wird (Zauberer- und Magiereffekt, Verstehenwollen, hohe Bereitschaft zum Risiko etc.). Andere Menschen (Sicherheitsverlangen, Harmoniemenschen) ziehen hingegen bekannte Strukturen vor, während alles „Unbekannte“ eher negative Gefühle verursacht und vermieden wird. Hier haben sich in der menschlichen Kultur zwei nahezu diametrale Überlebensstrategien etabliert, die zusammengefasst vielleicht genau die richtige Mischung ausmachen, um auf der Erde erfolgreich zu sein. Das bewahren von alten Regeln, Mustern etc. und das riskante Suchen nach neuen Formen (durch die Avantgarde) verlangt natürlich von den Menschen ganz unterschiedlich ausgeprägte Belohnungssysteme, deren Kultivierung (Pädagogik) ja bereits fester Bestandteil unserer pluralistischen Kultur ist. Auf der Suche nach der „rechten Form“ können wir retrospektiv bestenfalls feststellen, dass sie allein das streitbare Ergebnis von schwierigen Abwegungsprozessen ist, die mal dem Technischen, mal dem Funktionalen, mal dem Wirtschaftlichen oder dem ästhetischen den Vorzug geben. Eine idealistische Gleichbehandlung von allen drei Faktoren, also „utilitas, firmitas und venustas“, wie es den alten Baumeistern (s. Vitruv) vielleicht noch bis in die Renaissance hinein vorschwebte, scheint hingegen schwierig und m.E. nahezu unlösbar zu sein. Tatsächlich haben wir mit dem Ende des Klassizismus bis heute eine Vielzahl von extremen Formen (Architekturen wie Objekte und Designs) herausgearbeitet, die entsprechend ihrer Zeit entweder nur technisch, nur funktional oder nur ästhetisch sind bzw. waren. Extreme Kompositionen -also ein Idealfall im puristischen Dreiklang- finden sich hingegen nur sehr selten, die schönste und bedeutenste wohl in der italienischen Renaissance vor etwa 500 Jahren (Florenz, Venedig, Rom), aber auch in jüngeren Zeiten der sukzessive Aufbau einer Wolkenkratzerstadt (Manhatten, New York, ab 1900 bis 1940 ff., z.B. das Rockefeller Center), deren Ãästhetische Anmutung (Art-Deco/ Jugenstil + innovative Stahlskelettbauweise + innovative Haustechnik + Natursteinfassaden) wie auch hohe funktionale Komplexität noch bis heute Vorbild für viele moderne Metroplen ist. Das Rockefeller-Center bildet hierbei übrigens eine besonderer Ausnahme, da hier sechs zusammenhängende Blöcke über die Zoning-Laws (…daraus resultierende Setbacks) mit öffentlicher Platzanlage (Channel, Eislaufbahn) als architektonisches wie städtebauliches „Ensemble“ mit einer hohen Anzahl an unterschiedlichsten Nutzern und Investoren (Konzernbüros RCA/GE etc., Theater „Radio City Music Hall“, Verlagsgebäude, Ländervertretungen, div. Cafe´s und Restaurantes) projektiert wurde. Tatsächlich haben die Architekten und Künstler es hier geschafft, mit den großen Bauvolumina, den charakteristischen, raumgliedernden und formgebenden Setbacks und den verwendeten, hochqualitativen Materialien (Limestone [weißer Kalkstein], Messing) eine repränsentatives Bild zu schaffen, das über viele Jahrzehnte hinweg symbolisch für den amerikanischen Fortschritt und Wohlstand steht/stand. Nur sehr selten gelingt es Architekten und Städtebauern, mit einem Gebäude oder auch Gebäudekomplex ein so starkes Bild zu schaffen, dass es eine ganze Stadt angemessen und „erhaben“ repräsentiert (Eiffelturm Paris, Brandenburger Tor Berlin, Tower-Bridge London, Markusplatz Venedig, Crysler Building N.Y., Pyramiden Ägypten, ehem. WTC N.Y.). Bis auf das Brandenburger Tor wurden hier von den Architekten extrem signifikante, geometrisch sehr einfache Formen gefunden, die zusammen mit der Konstruktion und dem verwendeten Material einen originellen Grundtypus bilden. Das Brandenburger Tor ist dabei weniger wegen seiner architektonischen Komposition als vielmehr durch seine schicksalhafte politische Bedeutung zu einem wichtigen Symbol geworden. Hierbei gilt: je komplexer und vielfältiger die Formen werden, desto geringer ist die bildhafte Reproduzierbarkeit durch das Gehirn. Formen und Gestalten mit eindeutiger Gnom-Zerlegung -also mit einer klaren und einfachen Bildstruktur bzw. Motiv- lassen sich hierbei wesentlich schneller und zielsicherer vom Gehirn reproduzieren bzw. ins Bewußtsein bringen (gilt auch für das Objektdesign, Musikkompositionen, literarische Werke etc.) und werden daher vom visuellen Belohnsystem i.d.R. immer und schnell zu 100% honoriert. Das bedeutet aber nicht, daww alle einfachen, weniger komplexen Formen darum auch stets die ästhetisch anspruchvollsten oder ergiebigsten sind! Der Barcelona-Pavillion von Mies van der Rohe besteht in seinen Einzelteilen im Prinzip aus sehr trivialen, einfachen, symmetrischen Baukörperteilen (orthogonale Wand- und Deckenscheiben, Stützen), während die asymmetrische Komposition und Fügung dieser Einzelteile sowie deren Materialität jedoch sehr raffiniert, also wesentlich komplexer ausgeführt ist. Und auch die symmetrische Form des Eiffelturm ist aus der Ferne betrachtet relativ einfach zu rekonstruieren, während die Stahlkonstruktion selbst im Nahbereich nur sehr schwer bis garnicht in einfache Gnome zerlegt werden kann, dass sich aus ihnen die Gesamtform des Turmes ableiten ließe. Freilich hängt die Bildhaftigkeit einer architektonischen Form auch von der Häufigkeit ab, mit der wir mit den einzelnen Bildern oder Motiven in unserer kognitiven Lernphase konfrontiert werden. Hätte man medial im Zusammenhang mit Berlin statt des Brandenburger Tores etwa die zerstörte Frauenkirche gezeigt, dann wäre das erlernte Symbol für Berlin mit hoher Wahrscheinlichkeit die Frauenkirche geworden. „Branding“, eine Methode, die seit vielen Jahrzehnten in der Werbebranche effektiv eingesetzt wird, funktioniert medial natürlich auch bei Architekturen! Je häufiger wir ein Bild, einen Spruch, eine Melodie oder ein Signé wahrnehmen, desto stärker wird es in unserem Gedächnis abgespeichert, bewußt wie unbewußt! Insofern orientieren wir uns in Sachen Architektur nicht nur an den Gebäuden, die wir tatsächlich sehen oder gesehen haben, sondern auch an den Gebäuden, die man uns in Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Werbeprospekten oder dem Fernsehen medial präsentiert. Diese Form der medialen „Geschmacksbildung“ bzw. „Geschmacksmanipulation“ -ich nenne es einmal kurz „medial branding“, mag fraglich sein, ist jedoch aus einer modernen Medienwelt kaum mehr wegdenkbar. Apple beispielsweise hätte mit seinem I-Phone nicht diesen Riesenerfolg, wenn es sein originelles und smartes Design nicht so radikal medial vermarktet hätte. Seltsamer Weise suchen wir Menschen anscheinend immer „kollektiv“ nach aktuellen Bildern und Symbolen, um damit unseren gesellschaftlichen wie kulturellen Status oder auch einfach nur unsere gesellschaftliche Zugehörigkeit zu definieren und zu dokumentieren (Phänomen der Massen, soziale Identifikation). Je stärker ein sozialer (Konsum-) Druck ausgeübt wird (die Medien wirken hier als Verstärker und Beschleuniger von Bildern), desto schwieriger wird es für die Menschen, sich dem Allgemeinverhalten (Zeitgeist, Mode) zu entziehen. Wenn aber die Bilder und die bildererzeugenden Moden immer schneller und in kürzeren Zyklen erzeugt, generiert und konsumiert werden, muß man aufpassen, dass die hohen Investitionen (wie sie nun einmal beim Herstellen von Gebäuden anfallen) in ein bestimmtes Gebäude-Design wie auch in einen Stadtgrundriss auch noch in wirtschaftlich wie ökologisch sinnvollen Zyklen von 20 oder 50 Jahren aktuell und gesellschaftlich akzeptabel sind. Diesen Spagat zwischen schnellen Moden in der Ding- und Konsumwelt müssen Gebäude in ihrer Grundsubstanz auch „formal“ leisten können, wenn wir sie nicht inflationär und damit unwirtschaftlich den üblichen Modezyklen überlassen wollen. Freilich gibt es Orte in dieser Welt, etwa La Vegas, an denen Gebäude und sonstige Strukturen bereits nach 5 bis 10 Jahren abgefeiert sind, so, wie es auch Innenraumeinrichtungen von Büro- oder Geschäftsräumen gibt, deren kalkulierte Lebenszyklen weniger als 12 Monate beträgt. Hier darf man nicht viel gestalterische noch materielle oder handwerkliche „Qualität“ erwarten. Trotzdem müssen solide, kostenintensive, auf längere Zyklen eingestellte Gebäude- wie Stadtstrukturen diese partiellen Moden kompensieren können, um nicht selbst unter der starken Inflation von Werten zu leiden. Viele Innenstädte leiden bereits unter diesen sogenannten Eintagsfliegen der „Geiz-Ist-Geil-Billigshops“, die nicht nur das urbane Design empfindlich stören sondern auch noch die falsche Klientel anlockt. Eine modernere Form der inflationsmindernden Kontrolle über Qualität und Design von Geschäftshäusern ist u.a. das Konzept der großflächig angelegten Shopping-Center, Outlett-Center wie auch Gesundheitszentren oder Dienstleistungs- und Gewerbeparks, um sie den mürbenden Kräften des Marktes zu entziehen. Aber auch solche Gebäudekomplexe wollen nach aussen hin weit sichtbar „werben“ und nehmen dabei nicht immer Rücksicht auf vorhandene Strukturen des urbanen Kontextes. Das grell leuchtende XXL-Werbeformat entlang der Autobahnen schleicht sich zunehmend auch in unsere Städte, so, wie am N.Y.´er Times Square oder in etwas kleinerem Maßstab am Londoner Picadilly Circus, jüngst auch mitten in der eher beschaulichen Braunschweiger Innenstadt durch eine der in Europa größten LED-Displaywand eines einflußreichen Textilunternehmers. Aber auch die moderne Licht-Kunst instrumentiert ganze Gebäude bzw. deren mehrgeschossigen Fassaden zu neuen, überdimensioanlen Licht-Bildern (Licht-Effekten) der Größe XXL. Auch hier entstehen neue Formen der visuellen, auch äshetischen Wahrnehmung und sorgen nicht selten für ganz neue, ungewohnet Stadtansichten!

ästhetik der ankunft

Freitag, April 12th, 2013

ästhetik der ankunft :: jeder Ort der Welt, an dem sich mögliche Schönheit entfalten kann, wird zunächst einmal von einem anderen Ort aus erreicht. Die Reise und der Weg von einem Ort zu einem anderen Ort ist selbst bereits Teil des sinnlichen Vergnügungs und zieht sich von Geburt an als Kette von mehr oder weniger bewußt wahrgenommen Orts- und Raumwechseln ein Leben lang fort . Dies erfolgt im Nahbereich zum aufgesuchten Ort (also zum Objekt der Begierde) meistens ganz konventionell per pedes über Wege und Straßen, aber auch direkt mit dem Auto, Bus, der Bahn, dem Zweirad, vielleicht auch mit dem Boot (Venedig, Hafen- und Küstenstädte), mit Pferden (auf einer Ranche oder Farm) oder anderen Fortbewegungsmitteln (Schnee-Scooter und Seilbahnen in Bergregionen, Schlittschuhe auf zugefrorenen Kanälen in Holland, Elch- und Rentier-Schlitten in Skandinavien oder auch kilometerlange Rollbänder in Tokyo usw.). Bereits während dieser Reise offenbart sich unseren Sinnen eine Art filmischer Schnell-Durchlauf von Räumen, Raumfolgen, Raumszenen, Landschaftssituationen und Stadtansichten sowie deren welchselseitige Kombination, z.T. auch überlagert mit „medialen“ Bildern anderer Orte und Motive zu anderen wei auch gleichen Zeiten. Mal reichen die Blicke kilometerweit in herrliche Landschaften (Alpenpanorama, Seeblick), mal erhaschen wir nur kleine, kurz entfernte Detailansichten oder Fragmente von Landschaften oder Gebäudeteilen, deren Zusammenhang sich uns nicht vollkommen erschließt. Und auch die Anreise bei Tageslicht ist vollkommen verschieden zu einer nächtlichen Anreise, in der nur künstliches Licht den Weg zeigt. Und auch eine Winterreise präsentiert sich anders als eine Sommerreise, und selbst die Tageszeit und Witterung hat Einfluß auf unsere sinnliche Wahrnehmung. Auch jungfräuliche Reisen erleben wir anders als alltägliche Reisen durch bereits bekannte Orte. Die schönsten Anreisen jedoch sind jene, bei denen das Zielobjekt (also das Gebäude) bereits schon in mehreren Kilometern Entfernung sichtbar ist, zum Teil wieder verschwindet, sich immer wieder von neuen Perspektiven zeigt und die Annäherung niemals direkt sondern über „Umwege“ erfolgt. Auch der markierte Eingang des Gebäudes sollte niemals „direkt“, also über den kürzesten Weg über eine Sichtachse erreichbar sein: die direkte Annäherung ist -wenn auch effizient und aufrichtig – meist doch wegen ihrer Direktheit eher unhöflich, uncharmant, unelegant bis plump und vielleicht auch einfältig! Schöner ist es, sich dem Ort mit Respekt und Charm langsam und behutsam von der Seite zu nähern (man selbst zeigt also auch immer nur die Körperseite und signalisiert damit Friedsamkeit und Passivität) und dabei zugleich die Umgebung (vielleicht den schön gestalteten Garten oder die umgebende Landschaft) achtend wie beobachtend. Erst kurz vor dem Ziel darf sich der Blick frontal auf den Eingang wenden, wo das Spiel sich im Innenraum natürlich in gekonnter Weise fortsetzt und man nur über geschickt gestaltete, meist unmerkliche „Umwege“ zum eigentlichen Ziel gelangt. Vielleicht entstammt diese Form der vorsichtigen, etwas umständlichen Annäherung auch unserem einstigen Jagdverhalten, vielleicht aber ist sie auch nur erlernter Ausdruck einer kulturellen Haltung, die den höchsten Lustgewinn nicht im nackten, lauten und plötzlichen Demonstrieren einer Sache (Exhibitionismus, Machtdemonstration, Präsenz etc.) sondern auf subtile Art und Weise im dezent verschleiernden Verdecken von etwas erzielt. Die zwischenmenschliche Kunst der höflichen Zierde und Aufmerksamkeit, des sich bewußten Klein- und Leisemachens signalisiert nach Konvention Höflichkeit und Respekt, während die direkte, frontale Konfrontation eher bedrohlich, dominant und als Zeichen von Agressivität wahrgenommen wird. Tatsächlich finden sich in alten Kulturkreisen, etwa in China oder Japan, körperliche Haltungen, die formal auch auf Gebäude oder Gebäudeteile übertragen wurden, so, wie auch umgekehrt das heroische wie monumentale „Protzen“ und „Triumphieren“ sich ebenfalls in einigen Bauwerken der Geschichte (nicht nur der faschistoiden Architektur) wiederfindet. Die hohe Kunst der charmanten, unaufdringlichen Annäherung würden wir vielleicht eher den kultivierten, feinsinnigen Franzosen (Versaille, Sonnengott Ludwig der 14te) wie auch den sich stets höflich sich verbeugenden Chinesen oder Japanern zubilligen, weniger wohl den strammen, robusten „Nordmännern“, Vikingern, texanischen Cowboys oder auch Barbaren. Zumindest gibt es bei der näheren Betrachtung der sozialen Kultur gewisse Ähnlichkeiten oder formale Analogien mit der Ausgestaltung von Gebäuden sowie auch deren bewußte Einbindung in den räumlichen Kontext. Ein weiterer Unterschied in der Ausgestaltung der Annäherung von Gebäuden wird schließlich auch durch die Differenzierung in öffentliche, herrschaftliche und nichtöffentliche, private Gebäude vorgenommen. Nahezu alle öffentlichen Gebäude der Vormoderne (Rathäuser, Gerichtsgebäude, Universitätsgebäude, Schulen, Opernhäuser, Theater, Bahnhöfe, Regierunsgebäude) wie auch sakrale Bauten wurden in ihrer symmetrischen Grundfigur meist direkt über ihre Mittelachse erschlossen und nur in seltenen Fällen asymmetrsich über die Seiten, Flügel oder gar rückwärtig. Die zentrale, mittige Erschließung bedingt formal auch eine symmetrische Gestaltung des Vorbereiches (i.d.R. Platzanlagen, Parkanlagen, Vorfahrten oder auf den Eingang führende Straßenachsen). Mit Beginn der Moderne hat man jedoch das klare Prinzip der Symmetrie als vornehmliches, tradiertes Zeichen und feste Ordnungsstruktur für öffentliche Funktionen aus mehreren Gründen (ästhetische, funktionale, politische wie soziale) aufgegeben, so das eine eindeutige Identifizierung über das altbewehrte Ordnungssystem Symmetrie heute in dieser Eindeutigkeit nicht mehr möglich und aus meist politischen Bekenntnissen (Zeitgeist) von vielen Menschen nicht mehr gewünscht ist (Gleichsetzung totalitärer Systeme mit der Symmetrie, Abwendung von totalitären Systemen, Suche nach neuen Ausdrucksweisen und Ordnungsstrukturen für moderne, freie Gesellschaften etc.).

All dies, obwohl die Symmetrie aus ästhetischer Sicht zweifelsfrei sehr starke Effekte erzeugt und im Prinzip eine Grundkonstante menschlicher Sichtweisen wie auch natürlicher Konstruktionssysteme darstellt (Körpersymmetrie der Natur, Biologie etc.). Dennoch ist die Symmetrie aus gestalterischer Sicht in Sachen Vielfalt und Kreativität stark eingeschränkt. Räumlich betrachtet wird ja der zu gestaltende Raum zur Hälfte durch bloße Spiegelung aufgefüllt, während freie Kompositionen den gleichen Raum auf viel differenziertere und vielfältigere Art und Weise gestalterisch nutzen können. Zudem verlangen symmetrische Systeme ein sehr hohes Maß an Perfektion und Ebenmaß wie auch die Proportionen der einzelnen Bauteile sehr empfindlich aufeinander abgestimmt sein müssen, um das Auge nicht zu beleidigen. Die Symmetrie ist von allen architektonischen Ordnungssystemen wohl die abstraktetste, eindeutigste und perfekteste Struktur und bildet in ihrer mathematischen Klarheit einen geistigen wie auch sinnlich wahrnehmbaren Gegenpol zum eher chaotischen, asymmetrischen System des Menschen wie auch zur Natur (es gibt kein symmetrisches Wetter, keinen symmetrischen Wald, kein symmetrisches Gebirge und selbst symmetrische Lebwesewen (Beispiel Gesicht) sind nur scheinbar symmetrisch konzipiert). Dennoch ist die Symmetrie trotz ihrer starken Ordnung weniger komplex und ästhetisch von minderer Bedeutung und Ausdruckskraft als die Vielfalt asymmetrischer wie auch chaotischer Ordnungssysteme. Studiert man alte Stadtgrundrisse, finden sich kaum Anzeichen symmetrischer Stadtgründungen oder Stadtplanungen, war die Symmetrie über viele Jahrhunderte hinweg allein den Göttern vorbehalten (Tempelbau). Grundsätzlich sollten Architekturen so gestaltet sein, dass die Ankunft zu einem Gebäude (oder auch zu einem Stadtteil) über und durch eine Vielzahl von Elementen und sinnlichen Effekten begleitet wird: Treppen, Höhenunterschiede, Sichtachsen, Raumfolgen, Brücken, Tore, Tunnel, Enge und Weite, Höhe und Horizontale bis hin zu farblichen und materiellen Variationen bzw. Wechsel wie auch formalen, zeichenhaften Darstellungen (Symbole etc.) sorgen für eine erlebnisreiche wie sinnliche Raumerfahrung innerhalb eines funktionalen Kontextes. „Schönes“ Reisen heißt hier, charakteristische Orte von Originalität zu schaffen, sie lesbar zu machen, sie zu identifizieren und in ihrer Raumfolge ähnlich einer Menüfolge im zeitlichen Ablauf (also kontinuierlichem Perspektivwechsel) wirken zu lassen. Je unterschiedlicher wie auch extremer die Raumsituationen dabei aufeinander folgen, desto stärker kommt dabei auch ihr Habitus als eine Art emotionales Wechselbad zur Wirkung. Stellen sie sich eine eingeschossige, brettbeschlagene Imbißbude vor, die in Front eines 400m hohen Wolkenkratzers steht oder schauen sie aus dem 100 Stockwerk auf eben jene kleine, eingeschossige Imbißbude herab, die an Raumvolumen mehr als 40.000 mal kleiner ist! Kurzum: Räume müssen nicht nur „schön“ gestaltet sein, sie müssen vor allem in der Folge von Räumen möglichst „unterschiedlich“ gestaltet sein, dass sie auf der Reise ein sinnliches -nicht lanweiliges noch schockierendes- Erlebnis wert sind. Diese Form der räumlichen Inszenierung erfolgt nicht durch die bloße Addition funktionaler Bauwerke (also das Auffällen eines Stadtgrundrisses), sondern ist zu großen Anteilen die gekonnte wie kreative Planung eines begabten Städtebauers, der über Platzanlagen, Straßen, Wege, Brücken, Flüsse, Parkanlagen, Niveauwechsel, Sichtachsen wie auch Festlegung von Nutzungen, Bauweisen, Geschossigkeit und Materialien etc. eine abwechslungsreiche Struktur vorgibt, die schließlich durch Gebäude unterschiedlichster Größe und Funktion wie auch durch Stadtmöbeliar und Pflanzen sich zu allen möglichen Perspektiven als Raumbild vervollständigt und in seiner ästhetischen Wirkung verstärkt wird. Das ,was allen schönen Städten gemein ist, ist die sorgsame Platzierung von ausgesuchten Solitären und Platzanlagen sowie das gekonnte Setzen von einigen wichtigen Hochpunkten (Türme jeglicher Art [Eiffelturm Paris, Fernsehturm Berlin, Wasserturm Braunschweig] , Kirchturmspitzen [Köner Dom, Dom zu Florenz, Kuppeln vom Kremel], Hochhäuser [ehem. WTC, Manhatten], aber auch Brückenbauwerke [Köhlbrandbrücke Hamburg, Golden Gate S.F., Tower Bridge London], Krananlagen [Hafenanlage HH, Krananlage Würzburg], Schornsteine [VW-Werk Wolfsburg] etc.) im Stadtprofil bzw. der Stadtsilhouette als eindeutige, charakteristische wie symbolische Markierung des Ortes. Hochpunkte werden hierbei zum einen für die Fernansicht (also die klassische Stadtsilhouette als zeichenhaftes Motiv), aber auch direkt im räumlichen Nahbereich eines Quartiers (etwa ein Denkmal auf einer Platzanlage, der Rathausturm etc.) platziert. Letztendlich geht es bei der architektonischen wie städtebaulichen Reise um eine in sich stimmige wie vor allem abwechslungsreiche Gesamtabwicklung von Raumerlebnissen, die weder Variationen in der Struktur, dem Material, der Farbe, der Transparenz noch der Form, der Funktion, der Konstruktion, der Vegetation oder der Topographie meidet. Darum ist es für Architekten auch so schwierig, „das“ oder ein perfektes Gebäude zu entwerfen, welches als der Weisheit letzter Schluß eine „universale“ Anwendung  erlauben würde. Die gibt es natürlich nicht, solange sich die Orte selbst voneinander unterscheiden und dito die Menschen selbst so unterschiedlich Denken, Fühlen und ihre Kultur und Sprache individuell bestimmen. Nur innerhalb einer bestimmten ästhetischen Kultur -also innerhalb eines Teilfragmentes- gibt es künstlerische und ästhetische Regeln und Gesetzmäßigkeiten, dass die gewünschten Effekte eintreten mögen. Das in sich stimmige Bild einer ausgewogenen Renaissancefassade eines Palastes oder einer Kirche beispielsweise kann man nicht einfach durch andere Elemente, Formen, Konstruktionen, Materialien oder Farben verändern, ohne das ästhetische Bild zu zerstören. Und auch eine Berliner Nationalgalerie oder den Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe kann man nicht wesentlich anders gestalten, wenn man das ästhetische Bild nicht zerstören will, um es etwa durch ein neues Bild (was ja durchweg legitim ist) zu ersetzen. Tatsächlich sind in der Vergangenheit durch Abriss und Umbau zahlreiche Ursprungsgebäude radikal verändert worden und haben es zu neuen, ästhetischen Ausdrucksformen geschafft, haben sich in diesem Sinne sogar verbessert oder haben bedauerlicherweise an Wirkung, Glanz und Originalität verloren.

ästhetik des ortes

Freitag, April 12th, 2013

ästhetik des ortes :: alles fängt mit einem Ort an, an dem sich Gebäude ästhetisch entfalten können. Ist der Ort selbst ohne Reiz, kann auch ein schönes Gebäude den Ort nicht wesentlich verbessern (was noch zu beweisen wäre). Jedes Gebäude ist in seiner Wahrnehmung fest und wechselseitig mit seiner unmittelbaren Umgebung verknüpft. Architektonische „Oasen“ bilden hier die wenigen Ausnahmen. Schöne Orte werden entweder durch landschaftliche Reize oder/und durch städtebauliche Attraktivitäten definiert, die vom Gebäude aus sichtbar sind. Manche Orte entfalten ihren Reiz sogar nur zu bestimmten Jahreszeiten, andere entfalten ihre Magie erst bei Dunkelheit oder erst durch bestimmte menschliche Aktivitäten. Wichtig ist, daß das Gebäude selbst i.d.R. nicht den schönsten Platz oder ort einnehmen sollte, vielmehr den Blick auf den schönsten Platz oder Ort erst ermöglicht (im Gegenteil zu besonderen Bauwerken, etwa den Denkmälern). Ein 20 geschossiges Appartmenthaus kann von aussen betrachtet sehr häßlich sein, offenbart jedoch seine ganze Schönheit erst durch seinen einmaligen Fernblick auf die Landschaft oder Stadtumgebung. Andere Orte sind tief unter oder über der der Erde (Bergwerk, Stollen, Bergdorf, Almhütte, Gipfelstation etc.) und erzeugen durch ihre territoriale Exponiertheit ein besonderes Gefühl der (unstädtischen, unurbanen) Einmaligkeit. Und auch Orte der Geheimhaltung stahlen eine gewisse Anziehungskraft aus (Verboten Stadt, Sicherheitszonen, Regierungssitze, Herrschaftshäuser, Vatikan etc.). Letztendlich wird der räumliche Kontext bei der ästhetischen Bewertung von Gebäuden immer mitgelesen und kann viele ästhetische Mängel des eigentlichen Gebäudes (innen wie außen) kompensieren. Gar gibt es Gebäude, die nur über ihre Fassade und Hülle, andere nur über ihren Innenraum ästhetisieren. Schließlich gibt es noch besondere Orte, die wir als die Orte der Vergangenheit bezeichnen, sie als Kultstätten weihen oder mit ihnen bestimmte Epochen oder Zeitabschnitte verbinden. Dazu zält u.a. auch die Ruinenarchitektur (alte Burgen, verfallene Häuser bis hin zu ganzen Städten etc.) wie auch stillgelegte, ehemalige Industrielandschaften (Ruhrgebiet, Bergwerke). Auch technische Gebäude oder Anlagen wirken neu wie alt über eine bestimmte Maschinenästhetik, die meist durch Größe, Kraft, Dynamik, Präzision oder auch Konstruktion beeindruckt. Bis heute kennen wir eine Vielzahl solcher spezieller Orte, die uns manchmal erst im nachhinein ästhetisch bewußt werden und die in ihrer Entstehungs- und Nutzungszeit als solche Orte nicht geplant oder beabsichtigt waren. Für die Definition von Heimat -und dies überall auf der Erde- ist die gestalterische Charakteristik eines Ortes (einer Region) von großer Bedeutung, da wir Menschen uns mit diesen lokalen bis hin zu nationalen Motiven, die von Ort zu Ort, von Kultur zu Kultur ganz unterschiedlich ausfallen können,  in der sinnstiftenden Suche nach Heimat sehr stark identifizieren. Schlicht ausgedrückt brauchen die Kölner ihren Kölner Dom, die Ägypter ihre Pyramiden, die New Yorker ihre Miss Liberty, der Pariser ihren Eifelturm, die Berliner ihren Alex, die Friese ihre friesengrün getünchten Haustüren, die Skandinavier ihre rostrot oder zartgelb gestrichenen Holzhäuser wie auch die Schweizer ihre mossbewachsenen Berghütten. Wer reizvolle, originelle landschaftliche Motive in direkter Sichtweite hat, kann auf architektonische wie auch städtebauliche Originalitäten quasi verzichten, zumindest sind sie kaum von Bedeutung, da hier meist das landschaftliche Motiv an Schönheit und Raumgefühl kaum zu überbieten ist bzw. städtebauliche Anstrengungen nicht als wirkliche Konkurrenz zu befürchten hat. Städte oder Orte in der flachen Ebene haben es hier schon weitaus schwieriger, wenn der Blick auf die nächste, landschaftlich reizvolle Erhebung oder Attraktion nicht sichtbar ist. Wer Topographie, Berge, Täler, Felder, Wiesen, Flüsse, Seen und Küsten in seiner Umgebung hat, mag bereits an den schönsten Orten der Erde leben und braucht dazu nicht viel architektonisches oder städtebauliches Spektakel. Wer jedoch in kilometerlangen Stadtgebieten, sogenannten „Metropolregionen“ mit weit über 5 Millionen Einwohnern lebt (Rhein-Ruhrgebiet 12 Mio EW, Moskau 17 Mio EW, Kairo 18 Mio EW, Mexico City, New York und Delhi ca. 19 Mio EW, Sudogwan (Seoul) 22 Mio EW bis hin zu Tokio 38 Mio EW), für den sind die architektonischen wie städtebaulichen Reize zur Herstellung einer Identifikation (also zumindest ein Gefühl von Heimat) mit dem Ort von großer Bedeutung. Stadtmenschen lieben ihr Quartier, ihren Quartiersplatz, ihr Quartiersgrün und ihr Quartiershauptgebäude (das alte Rathaus, eine Kirche, den Stadtplatz oder ähnliche, bedeutende Bauwerke). Wenn es keine Landmarke gibt, die den angestammten Ort der Heimat markiert, muß es ein Gebäude oder eine Ansammlung von Gebäuden (das Quartier) sein, die den Lebensraum der Menschen und Bürger als einmaligen, unverwechselbaren Ort „markieren“. Solange Menschen in einzelnen Gemeinschaften leben, brauchen sie zur kulturellen Abgrenzung und selbstbewußten Unterscheidung ein eigenständiges Ausdruckssystem (Sprache, Schrift, Musik, Mode, Kunst, Städtebau, Architektur etc.). Diese Form des kulturellen Wettbewerbes hat -einmal abgesehen von den vernichtenden Kriegen- in den letzten Jahrtausenden auch zur Entwicklung wunderschöner Kunstformen wie auch eigenständiger Kulturräume geführt. Auch innerhalb der Städte galt es, mit der vortrefflichen Gestaltung seines Hauses die eigene Bedeutung und den sozialen Rang innerhalb der Gesellschaft nach außen sichtbar und kenntlich zu machen. Heute sind es sogenannte Prestigeprojekte (meist Wolkenkrater), mit denen man national im Ansehen um Macht und Stärke um die Wette eifert. Auch diese Form des direkten Machtausdruckes durch schlichte Größe kann eine bestimmte Form der ästhetischen Wahrnehmung sein, auch wenn sie sich den feineren Sinnen kaum erschließen mag. Waren es damals die zahlreichen Herrschaftshäuser, die die besten Künstler und Baumeister ihrer Zeit engagierten, sind es heute global agierende Multi-Konzerne und börsennotierte Aktienunternehmen, die ihre „corporate identity“ über „corporate design“ und „corporate architecture“ kommunikativ, materiell und räumlich zum Ausdruck bringen wollen, dies überwiegend durch Größe, weniger durch Qualität. Doch es bleibt fraglich, ob die sogenannte Marke als architektonisches Branding „tres international“ auch ohne den Ort oder die Region als feste, identitätsstiftende Konstante la „global net“ auskommen wird. VW gehört immer noch zu Wolfsburg wie BMW zu München, Porsche zu Stuttgart, Thysse-Krupp zu Essen oder Chanel zu Paris. Tatsächlich spielt der Ort scheinbar aus wirtschaftlichen Gründen eine immer geringere Rolle (Beispiel Nokia), falls echte Standortvorteile (Qualifikation, Attraktivität und Lebensstandard der Region) von den Unternehmen höher bewertet wird als der sogenannte „Sharholder Value“. Wie auch immer besitzen attraktive Orte eine gewisse Strahlkraft und nicht selten kommt es zu einer überwiegend wirtschaftlichen, sprich unternehmerischen Prägung des Ortes, wenn ein Großteil der Arbeitsplätze und des Kapitals und damit das Vorhandensein von Wohlstand und Fortschritt durch das lokal angestammte Unternehmen quasi synergetisch begünstigt werden. Weitere Formen der ästhetischen Ortswahrnehmung finden sich in Städten wie Las Vegas, deren Faszination einerseits von der Spiel- und Amüsiersucht seiner Gäste, andererseits von der faszinierenden, nächtlichen Licht- und Werbekunst geschuldet ist, die alle konventionellen Maßstäbe angemessener Architekturen als rein komerzielle und vor allem emotionalisierende Kunstform überwindet. Las Vegas ist im Prinzip ein riesengroßes Schauspielhaus, in der die Architektur bloß Kulisse für die große Show ist. Eine Nummer kleiner sind es die großen Boulevards und reklameleuchtenden Einkaufsstraßen der großen Städte, die uns konsumhungrigen Menschen mehr als befriedigen. Alles, was auf kleinstem Raum blitz, blinkt und leuchtet erhöht unsere Aufmerksamkeit, zieht uns in den Bann, ist das Geheimnis jahrtausende alter Markt- und Basarkultur, ist pure Kultur des Handels. „China Town“ ist sicherlich eine der ausgeprägtesten Handelsorte weltweit mit soviel Magie, Faszination und Sinneseindrücken, dass man auch diese eher chaotischen Orte menschlichen Treibens auch im ästhetischen Sinne begreifen kann. Dem diametral gegenübergestellt die Orte der Stille, der Kontemplation, Oasen der Meditation, der Ruhe und Besinnlichkeit. Es sind nicht nur alte Klosteranlagen, Kirchen und Gebetshäuser, auch Gärten, Parkanlagen und Friedhöfe (Grabstätten), die die Kunst der Enthaltsamkeit und Reduktion beherrschen, Orte, an denen das allzu Laute und Bunte der Menschen sich bewußt zurücknimmt. Und Sie werden dieses ästhetische Spektrum von Laut und Leise, Groß und Klein, Bunt und Monochrom, Schnell und Langsam oder auch Hell und Denkel auch in ihrer Stadt oder Umgebung entdecken. Nicht gilt es, sich etwa für das eine oder andere zu entscheiden, dass es das bessere sein könnte…vielmehr reagieren diese unterschiedlichen Orte auf unterschiedlichste Bedürfnisse und Stimmungen der Menschen wie auch des einzelnen Menschen selbst, dessen ästhetisches Verlangen niemals kontinuierlich und stetig sondern stets voller Abwechslung und im Wandel ist. Orte können -bei Mißfallen der Umgebung- gewechselt werden, manche Orte sind stets selbst in einem permanenten Wandel, manche (private Orte) können selbst individuell angepaßt werden.

imagin

Montag, April 8th, 2013

imagin ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, Räume, Konstruktionen und deren Oberflächen innerhalb eines räumlichen Kontextes und bestimmter Lichtverhältnisse darzustellen. Die Entwurfsphase bestimmt hierbei den Detaillierungsgrad bzw. den Abstraktionsgrad der 3D-Visualisierungen. Hierbei versuchen wir, möglichst nur entwurfsrelevante Material- und Objekteigenschaften darzustellen, um die essentielle Absicht des Entwurfes optimal zu unterstützen. Komplexe 3D-Programme verfügen heute über zahlreiche Möglichkeiten, spezifische Materialien und Lichtverhältnisse mit relativ hohem Rechenaufwand nahezu realistisch zu rendern. Dennoch werden alle Renderings ausnahmslos mit weiteren Effekten mittels diverser Bildbearbeitungsprogramme nachbearbeitet. So etwa werden Fotos von der Umgebung wie auch weitere Staffage – etwa Personen, Autos, Pflanzen, Bäume, Himmel oder andere Designobjekte – händisch und entwurfsabhängig in das Rendering eingearbeitet sowie bestimmte Licht-, Farb- und Kontrastwerte ganz spezifisch eingestellt. Diese immer noch grundlegend „künstlerische“ Arbeit kann derzeit noch nicht vollständig automatisiert werden, da subjektive Erfahrungswelten bei der Darstellung visueller Effekte und Bildeindrücke eine starke Rolle spielen. 500 bis 1000 einzelne Entscheidungsparameter über Standpunkt, Blickfeld, Form, Farbe, Glanz, Transparenz, Helligkeit, Belichtung, Kontrast, Sättigung, Farbtemperatur, Struktur, Körnigkeit, Schärfe, Auflösung etc. fließen je nach Bild in ein anspruchsvolles Rendering mit ein. Bis ein Rohrendering vom PC final in hoher Auflösung gerechnet wird, werden nicht selten bei hiohen Qualitätsanforderungen bis zu 20 Varianten mit unterschiedlichen Parametereinstellungen ausprobiert, bis alle Parameter auf die Gestaltungs- und Bildabsichten optimal abgestimmt sind. Die eigentliche 3D-Konstruktion eines Gebäudes oder eines Raumes macht hierbei nur max. 25% der eigentlichen Arbeit aus. Zirka 40% fließen in die spezifische Einstellung der Materialoberflächen, 5% in die Wahl des richtigen Standpunktes, 15% in die Licht- und Schatteneinstellung und weitere 15% in die nachträgliche Staffage und digitale Bildnachbearbeitung.

 

Visualisierung für die energetische Fassadensanierung eines Bürogebäudes: Glas spielt in der Architektur eine besondere Rolle. Die hier entworfene Doppelfassade mit innenliegenden Fenstern sollte optisch eine maximale Raumtiefe und Transparenz vermitteln. Die Überlagerung der Tragwerksstruktur mit der Farbe Blau kennzeichnet das Gebäude sowohl von außen wie auch innenräumlich und wird zusätzlich durch roten Boxen im Großraumbüro belebt.

 

Die hier gezeigten Visualisierungen sind Beispiele von Wettbewerbsarbeiten mit relativ hohem Abstraktionsgrad. Umgebung, Licht, Materialien und Farben lassen die grundsätzliche Gestaltungsidee erkennen, obwohl noch eine Vielzahl von Details fehlen.

 

Hier ein Beispiel für eine relativ aufwendige Innenraumvisualisierung mit Darstellung von zahlreichen Details wie den gelochten Akustikdecken, den eingebauten Deckenleuchten, der Tresenverkleidung aus lackiertem Streckmetall, den spiegelnden, zweifarbigen Granitbodenplatten, dem Möbeliar oder dem Firmenlogo in den vorgegebenen „corporate colors“.

 

Hier die Außen- und Innenraumvisualisierung für ein Bewegungsbad mit Sauna und Fitnessbereich, das bis zur Genehmigungsplanung in Zusammenarbeit mit den Architekten Isermann + Jensen entstand. Auch hier fließen bereits zahlreiche Details mit genauen Vorstellungen über Materialien, Farben und Formate sowie das Beleuchtungskonzept und die Freiraumplanung in die Visualisierung mit ein.

 

Auch großmaßstäbliche Anlagen wie Gebäude können – wie hier am Beispiel eines Ideenwettbewerbes für den Neubau eines Autodroms – abstrakt und realistisch zugleich dargestellt werden, um einen ersten signifikanten Eindruck von den Gebäuden und ihrem architektonischen Ausdrucksgehalt zu vermitteln.

 

Hier die Visualisierung einer neuen Fabrikanlage für die Kunststoffverarbeitung mit unterschiedlicher Darstellung der Pforte sowie dem Verwaltungs- und Produktionsgebäude. Beginnend mit einem Vogelflug wurde ein szenarischer Umgang  von der Pforte bis zum Hauptgebäude visualisiert. Neben den Bodenperspektiven wurden zusätzlich 2D-Renderings der Fassaden angefertigt. Hierbei ging es vor allem um die farbliche Gestaltung der horizontalen Siding-Paneels der realtiv monumentalen Hallenfassaden sowie um die attraktive Gestaltung des Empfangsgebäudes und der Hofsituation. Hierfür wurde neben der Beleuchtung mit Tageslicht auch eine Nachtstimmung gerendert.

 

Innenraumvisualisierungen sind gegenüber der Darstellung von Außenräumen weitaus anspruchsvoller und schwieriger zu visualisieren. Hierbei müssen die Details, insbesondere das Möbeliar, die gewählten Materialien sowie die Beleuchtung optimal abgestimmt sein, um den Räumen genügend Atmosphäre und Charakter zu verleihen. Durch die meist sehr heterogene Ausleuchtung von Innenräumen mit Kunst- und Tageslicht kommt es zu großen Verschiebung im Farbspektrum, der Farbtemperaturen und der Helligkeit bzw. Kontrastwirkung. Auch hier müssen ungewollte Effekte meist manuell nachbearbeitet werden, um das Bild in sich stimmig präsentieren zu können.

 

Hier weitere Beispiele aus der Bürowelt: damit die Innenräume (Einzelbüro, Großraumbüro, Konferenzräume, Meeting-Boxen etc.) wirken, helfen Personen und Asseccoirs, den richtigen Maßstab und genügend Intimität für den Raum zu finden.

 

Große Räume wie Kantinen und Seminarräume haben meist ihre eigene Raumästhetik, die entwurflich durch die gekonnte Wiederholung von Objekten, Mustern und Strukturen belebt bzw. visuell neutralisiert wird. Auch Nebenräume wie Sanitäranlagen oder Umkleiden sind letztendlich Aufenthaltsräume mit gestalterischen Aspekten, die über Visualisierungen dargestellt werden können.

 

 

weniger ist mehr

Montag, Februar 18th, 2013

Weniger aus ästhetischer als vielmehr aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht soll hier einmal mehr der Versuch gestartet werden, das Bauen und die Architektur hinsichtlich ihrer tatsächlichen Effektivität im Umgang mit kostbaren, wertvollen Ressourcen zu untersuchen. Nicht nur, daß mit jedem Quadratmeter umbauten Raum entsprechende Ressourcen verbraucht werden: sie wollen auch bezahlt werden! Was uns immer wieder beim Planen von Wohnungen, Häusern, Büros, Geschäften oder auch Indsutriebauten auffällt, ist die enorme Großzügigkeit und zunehmende Selbstverständlichkeit, mit der wir, private, öffentliche wie auch gewerbliche Bauherren unsere Raumprogramme im Flächenbedarf definieren. Hat man noch vor 80 Jahren vielleicht 15 bis 20 Quadratmeter Wohnfläche je Einwohner kalkuliert, waren es vor 40 Jahren bereits 35 bis 40m² je Einwohner (Boom der Einfamilienhäuser und des vorstädtischen Siedlungsbau). Heute gehen wir in der Bundesrepublik gemittelt auf stolze 50 Quadratmeter Wohnfläche je Einwohner zu. Wohlhabende Singels wie auch kinderlose Paare wohnen nicht selten in über 100m² großen Altbauwohnungen oder Einfamilienhäusern, in denen damals ganze Familien mit 3-5 Kindern gewohnt haben. Die in den 1970´er Jahren gebauten, ca. 120m² bis 140m² großen Bungalows und Einfamilienhäuser – und davon gibt es mehrere 100.000 an der Zahl – werden heute nur noch von den meist über 60 jährigen Eltern bewohnt (also 50 bis 60m² je Hausbewohner), während die längst Erwachsen gewordenen Kinder ausgezogen und ihr eigenes Heim mit „kleiner“ Familie längst gebaut haben oder in großräumigen Altbauwohnungen ein komfortables DINKI-Leben führen. Wenn junge Bauherren heute planen, gehört ein zweites Bad, eine begehbare Umkleide, ein zusätzliches Arbeitszimmer und ein Gästezimmer quasi fast schon zum Standard. Tatsächlich werden die Räume eines Einfamilienhauses aus den 1970´er Jahren bei einer 4-köpfigen Familie effektiv im Mittel nur zu 10 bis 15% voll genutzt! Das heißt, daß bei 120m² Wohnfläche im Jahr nur 12m² bis 18m² effektiv rund um die Uhr genutzt werden. 85-90% der gesamten Jahreszeit sind die Räume quasi unbewohnt und stehen leer. Die am stärkesten genutzten Räume sind mit 45% bis 50% Auslastung wohl noch die Kinderzimmer, gefolgt  vom Elternschlafzimmer mit 35% und dem Wohnzimmer mit 15-25%. Alle anderen Räume wie Küche, Eßzimmer, Badezimmer werden effektiv zu  7% bis 10% genutzt, Hobbyraum, Hauswirtschaftsraum, Gäste-WC und sonstige Flur-, Treppen- und Nebenräume (ohne Abstell- und Lagerräume) werden meist nicht mehr als 5% der Zeit effektiv ausgenutzt. Von den insgesamt 8.760 Jahresstunden ist die Familie vielleicht 5-6 Wochen im Urlaub (9-12%, also ca. 1.000 Stunden p.a.). Bei Vollzeitarbeit und/ oder Schulunterricht sind die Bewohner ca. 2.200 bis 2.500 Stunden außer Haus. Gehen beide Eltern arbeiten, sind es bei Voll- und Teilzeitarbeit schon schnell über 3.000 Personenstunden außer Haus. Geschlafen wird ca. 2.500 bis 2.600 Stunden. Eine Schlafetage mit 2 Kinderzimmern, 1 Elternschlafzimmer mit Ankleide, 1 Badezimmer, Treppe und Flur wird effektiv nur zu 25% bis 30% genutzt. Das Erdgeschoss mit Diele, Flur, Treppenhaus, Gäste-WC, Küche, Eßzimmer und Wohnzimmer wird sogar nur zu 15% bis 20% genutzt. Zusammen kommt man bei 4 Personen auf eine effektive Auslastung von nur 20% bis 25%! Im Klartext: min. 75% der in einzelne Räume gegliederten Wohnfläche und damit auch der Bau- und Unterhaltskosten (Renovierung, Sanierung, Heizkosten) werden quasi für unsere funktionalen Bedürfnisse nur „vorgehalten“. Bei der optimalen Nutzung von Investitionen gleich Welcher Art ist natürlich auch die Qualität, das Handling, der Komfort, die Usability und zunehmend die Ökologie entscheidend, doch im wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Vergleich muß ein Artefakt stets zu geringen Kosten maximal „leistungsfähig“ sein.

performance: Prof. H.C. Schulitz, ehemaliger Professoor für Industriebau an der TU-Braunschweig,  sublimierte diesen Aspekt von Bauwerken und Konstruktionen gleich welcher Art jüngst in einem Vortrag an der TU- Braunschweig unter dem aktuelleren Begriff „Performance“. Beim Leistungs-Vergleich von internationalen Fußball-Stadien ging es darum, die gesamten Baukosten (Investitionen) auf 1 Sitz- oder Stehplatz umzurechnen. Je weniger Materialverbrauch (Stahl, Beton etc.) in der Konstruktion, dem Dachtragwerk und der Fassade steckt, desto effektiver, sprich kostengünstiger die Investition je Stadionplatz. Und tatsächlich sind die Stadien von Schulitz und Partner, etwa das Niedersachsenstadion in Hannover, bauartbedingt die kostengünstigsten, damit leistungsstärksten der Welt! Beispiel PKW: ein normaler PKW-Besitzer nutzt sein Auto bei 300 bis 450 Betriebsstunden (20.000 bis 30.000km) im Jahr weniger als 5%! Die meiste Zeit (95%!) steht das Auto in der Garage oder auf dem Parkplatz. Bei einer Investition von ca. 22.500,- Euro für den Neuwagen (1.500,- Euro p.a. bei 15 Jahren Lebenszyklus) kostet eine Betriebsstunde 3,30 Euro bis 5,00 Euro an Fahrzeugwert! Ein PKW, der 12 Stunden täglich gefahren wird (4.380 Betriebsstunden p.a., z.B. Car-Sharing, City-Cae, Taxi etc.), kostet lediglich 0,35 Euro Fahrzeugwert je Betriebsstunde, ist also mehr als 10 mal so effektiv wie Otto-Normal-Kraftfahrzeugbesitzer. Hinzu kommen fixe Kosten für die Versicherung, die KfZ-Steuer, ggfs. Clubbeiträge und Miete/ Kosten für den Garagenstellplatz etc., die umso günstiger ausfallen, je häufiger das Fahrzeug tatsächlich genutzt wird.

effektiv: Gegenstände – und damit Material-, Energie-, Reperatur- und Kosteninvestitionen-, die nicht oder kaum genutzt werden, sind im Prinzip überflüssige Fehlinvestitionen, erst Recht in Zeiten, in denen Rohstoff- und Energieknappheit sowie Umweltprobleme akut zunehmen! Natürlich kann man 120m² große Wohnungen für 4 Personen nicht auf 3/4 der Fläche und Kosten reduzieren, um eine 100%ige Raumauslastung zu bekommen. Doch man kann Räume, die zeitlich weniger als 5% effektiv genutzt werden, so klein wie eben möglich gestalten oder sie ggfs. ganz weglassen, etwa den begehbaren Ankleideraum, das zweite Badezimmer, das zweite Gäste-WC, den Hobbyraum, das Gäszezimmer, die Bibliothek, das Arbeitszimmer oder die Werkstatt . . . während Räume, die wirklich stark frequentiert werden, entsprechend zu optimieren. Auch besteht die Möglichkeit, sich in Bauherrengemeinschaften an gemeinschaftlich genutzten Räumen zu beteiligen, um die Effektivität der Investitionen (Hobbyraum, Werkstatt, Gemeinschaftsraum, Waschküche, Fahrradraum, Technik-/ Heizungs-/ Hausanschlußraum, Gartenschuppen etc.) zu steigern und die Kosten niedrig zu halten. So sollte man sich Gedanken machen, wie große eine Küche wirklich sein muß, um für 4 bis 6 Personen zu kochen. Die Küche wird im Jahr nur etwa zu 350 bis 600 Stunden effektiv genutzt (4% bis 7%). Die Bauinvestitionen liegen (ohne Finanzierung) bei durchschnittlich 15.000,- Euro bis 18.000,- Euro zuzüglich 15.000,- bis 35.000,- Euro für die Kücheneinrichtung. Auf´s Jahr gerechnet kostet eine Küche von 12m² bis 15m² Größe also ca. 450,- Euro bis 550,- Euro an Baukosten (33 Jahre Lebenszyklus) zuzüglich 1.500,- bis 3.000,- Euro für die Kücheneinrichtung (10 Jahre Lebenszyklus), zusammen also 1.950,- bis 3.550,- Euro jedes Jahr, unabhängig davon, wie häufig sie genutzt wird. Eine Stunde Küche kostet also umgerechnet ab 3,25 Euro bis weit über 10,00 Euro je Betriebsstunde! Je kleiner die Küche und je günstiger und langlebiger die Kücheneinrichtung, desto besser die „Performance“, desto höher die Ersparnis, desto höher die durch anderwertige Geldanlagen -etwa ein Sparbuch für die Ausbildung der Kinder oder Enkelkinder- erwirtschaftete Rendite. Die Küche und das Badezimmer sind übrigens Beispiele, bei der die Küchen- und Badeinrichtung die eigentlichen Bau- und Folgekosten meist um ein vielfaches übersteigt! Der Traum von einer „Tollen Küche“ und die damit verbundenen (Luxus-) Kosten stehen in keinem nachvollziehbaren Kosten-Nutzen-Verhältnis mehr.

emotion: Im normalen Geschäftsleben reagieren wir dagegen sehr empfindlich auf Preissteigerungen von nur wenigen Prozentpunkten! Beim Bau eines Hauses und seiner Einrichtung hingegen sind wir im Flächen- und Raumbedarf anscheinend mehr als großzügig, während die Prozentfalscherei wie penible Erbsenzählerei spätestens jedoch wieder bei den Angeboten und Leistungen der Architekten, Ingenieure, Handwerkbetriebe und Möbelhersteller beginnt. Unter wirtschaftlichen, ökologischen und rationalen Aspekten agieren wir hier bar jeder Vernunft. Freilich funktioniert die teure Luxusküche wie auch das luxeriöse Badezimmer änlich wie bei der Mode und beim Autokauf überwiegend auf emotionaler Basis. Sie kann beim Verkauf einer Immobilie tatsächlich ausschlaggebend sein und den Käufer zu einer Kaufentscheidung bringen wenn nicht sogar einen überhöhten Verkaufspreis erzielen, der den tatsächlichen Wert der Küche und des Badezimmers weit übersteigt. Für die Eigennutzung hingegen sollte man sich sorgsam überlegen, ob man 1.000,- bis 2.000,- Euro Mehrkosten jährlich für eine teure Küche und ca. 300,- bis 600,- Euro Mehrkosten jährlich für teure Badezimmerfliesen und Badobjekte nicht besser in Nützlicheres investiert. Wohlgemerkt, daß ein Badezimmer bei 4 Personen nur zu 6-9% und die Küche nur zu 4-7% genutzt wird. Um nicht falsch verstanden zu werden: aus gestalterischer und ästhetischer Sicht haben natürlich auch wir Architekten große Freude an Design-Bädern und Luxusküchen. Aus ökologischer Sicht muß man objektbezogen fein Differenzieren, welche Materialien verwendet werden. Eine Küche mit Fronten aus lackierten Glaspaneelen und einer Arbeitsplatte aus Dolomiten-Granit oder Tropenholz hat natürlich gegenüber einer heimischen Buchenplatte und Schränken aus heimischen Vollholz ökologisch wie regionalwirtschaftlich keine Chance. Auch die beschichteten Spanplattenmöbel mit hoffentlich zertifizierten Hölzern aus Skandinavien oder Russland können mit Vollhölzern nicht wirklich konkurrieren. Auch bei den Fliesen kommt es auf die Herstellungsbedingungen, Brenn- und Lackiertechniken sowie die Transportwege an. Teure wie billige Fliesen, die beispielsweise aus Spanien oder Italien importiert werden wie auch Steinböden, die aus China, Italien oder Norwegen kommen, tragen zweifelsfrei allein wegen der weiten Transportwege mehr zur Belastung der Umwelt bei als regional, vor Ort unter strengen bzw. strengeren Umweltauflagen produzierte Fliesen und Steinplatten, auch wenn die Importware meist zu günstigeren Konditionen angeboten wird.

orientierung: Defacto fehlen den Verbrauchern hier -wie bei anderen Produktgruppen auch- eindeutige Kennzeichnungen in der Ökobilanzierung, um die Materialien, Objekte und Güter objektiv miteinander Vergleichen zu können. Und doch werden wir die nächsten Jahrzehnte im Dienstleistungs- wie Waren- und Güterbereich nicht um solche offiziellen „Kennzeichnungen“ herum kommen. Nachdem zunächst die eigentliche Leistung eines Objektes oder einer Dienstleistung definiert ist,  kann diese Leistung nun mit Materialangaben, Stundenaufwendungen und einer ordentlichen Ökobilanzierung hinterlegt und vom Verbraucher halbwegs objektiv verglichen und geprüft werden. Schwierig wird es tatsächlich schon bei der Leistungsbeschreibung, da hier festgelegt wird, was gesellschaftlich als Standard gewollt und was eben nicht gewollt wird. Die Performance eines Stuhls beispielsweise (Leistung: 1 Person muß x-Stunden beschwerdefrei sitzen können) hat dann auf dem Beipackzettel herstellerbedingte Material- und Energie-Verbrauchsdaten (Input, Output von Energie, Wasser, Abraum, CO2, sonstige anfallende Emissionen und Umweltstoffe wie Gifte), die dann noch verbraucher- und kundenfreundlich über ein objektiv vergleichendes Ranking- oder Punktesystem bewertet werden können. Das verchromte Stahrohr und die lederbezogene Sitzfläche aus Schaumstoff eines Freischwingers beispielsweise muß sich dann in seiner „Performance“ mit dem solide gebauten Holzstuhl aus einer regional ansässigen Möbeltischlerei vergleichen lassen. Natürlich gibt es auch noch andere, nicht umweltbezogene, sondern rein nutzungsbezogene Faktoren wie die Bequemlichkeit, die Ergonomie, die Multifunktionalität (Stapelbarkeit), die Hygiene, das Design, die Ästhetik oder auch die Haltbarkeit, Reperaturanfälligkeit und Brandschutzgüte, die bei der Leistungsbeschreibung berücksichtigt werden müssen. Doch beim Thema Umwelt und Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Energieeinsparung geht es nicht um zivilisatorische, also ausschließlich auf den Menschen bezogene, nutzungsbezogene Faktoren, sondern allein um den tatsächlichen Rohstoff- und Umweltverbrauch pro Serviceeinheit.

alt + neu: Natürlich erfüllt ein mit 34PS extrem schwach motorisiertes Auto (Beispielsweise ein alter VW-Käfer) die gleiche Leistung wie ein Auto mit weit über 300PS, wenn man bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 120km/h von Hannover nach Berlin reisen will. Beide Fahrzeuge kommen -wenn auch im Käfer wesentlich unsicherer wie unkomfortabler, bestimmt aber doch spaßiger als beispielsweise im Porsche Cayenne- gleich schnell an, mit dem Unterschied, daß der Käfer nur knapp 800kg und der Porsche Cayenne Turbo ca. 2.200kg wiegt und der Porsche -zumindest innerstädtisch- fast doppelt soviel Kraftstoff und CO2 verbraucht wie der Käfer. Doch selbst, wenn der Porsche genauso viel oder sogar weniger Kraftstoff wie der Käfer verbrauchen würde (also die im Normalverkehr nicht oder kaum nutzbare Luxus-Performance des Motors mit 500PS tatsächlich bei gleichem Verbrauch abolut 14,7 mal höher, effektiv -also bezogen auf das Fahrzeuggewicht- jedoch nur noch 5,4 mal höher als die des Käfermotor ist), wurden für den gleichen Zweck bei der Herstellung das 2,75 fache Gewicht an wertvollen Rohstoffen und entsprechende Energieressourcen sowie damit anfallende Umweltbelastungen verbraucht bzw. erzeugt. In Bezug auf den Kaufpreis bekommt der Käufer beim Cayenne Turbo sogar nur 31,5% gewichtsbezogene Leistung je Euro Kaufpreis, weil die Motorleistung zwar 5,4 mal effektiver ist, das Auto aber 17 mal so teuer ist wie der Käfer! Beim Einstiegsmodell mit 300PS und 2 Tonnen Gewicht ist der Motor nur noch 3,5 mal so effektiv, aber 8,6 mal so teuer wie der Käfer, insgesamt also 60% weniger gewichtsbezogene Leistung je investierten Euro beim Porsche. Und auch bei den Anschaffungs- und Fixkosten wie Reperatur, Steuer und Versicherung schneidet der Porsche aus ökonomischer Sicht bezogen auf die wesentliche Grundleistung „1 Personenkilometer“ ziemlich miserabel ab, auch dann noch, wenn man das Einstiegsmodell (300PS, 60.000,-Euro) wählt. Ein Jeans-Käfer Modell 1200 mit 25KW (34PS) Baujahr 1974 kostete damals knapp 7.000,- DM, der Porsche Cayenne Turbo ist ab zirka 120.000,- Euro erhältlich! Der Marktanteil der SUV in der BRD liegt apropos mit über 500.000 Neuwagen jährlich in der BRD bei derzeit über 15% mit starker Tendenz zu 18% Marktanteil und ist damit bereits heute die drittgrößte Modellgruppe! Jedes Jahr werden damit allein in der BRD rund 500.000 Tonnen an veredelten Rohstoffen zusätzlich verbraucht, verglichen mit einem normalen, zweckmäßigen Auto, was nur ca. 1 Tonne wiegen würde. Das sind jährlich geschätzt mindestens über 15 Mrd. Euro, die deutsche Autokäufer mehr zahlen, um einen doppelt so schweren SUV fahren zu können. Hinzu kommt die 3-fache Menge Treibstoff (verglichen mit einem 3-4 Liter Auto), also ein unnötiges mehr von ca. 600 Mio. Litern Kraftstoff pro Jahr (bei ca. 20.000 km p.a.) im Wert von ca. 1 Mrd. Euro! Allein das sind schon 16 Mrd. Euro Mehrkosten (200,- Euro je Bundesbürger bzw. 400,- Euro je Haushalt), die uns der ganze Wahnsinn SUV kostet. Vater Staat verdient mit 19% Mehrwertsteuer und einer saftigen Spitsteuer etc. natürlich nicht wenig an diesem ca. 20 Mrd. Euro schweren SUV-Markt, der übrigens nur einen Bruchteil des Exportmarktes für deutsche Automobilhersteller ausmacht. Dies ist auch der Grund, warum Vater Staat gesetzlich nichts gegen diesen Wahnsinn unternimmt, weil er ordentlich mitkassiert und die SUV´s zudem Arbeitsplätze sichern (jeder 5´te Arbeitsplatz hängt leider an der Automobilindustrie). Den eigentlichen Gewinn jedoch machen mit geschätzten 10 Mrd. Euro allein auf dem deutschen Markt wohl die SUV-Hersteller selbst.

vernunft + $: Was ist nun mit der viel beschworenen Vernunft, Weitsicht, Intelligenz und dem fortschrittlichen Verantwortungsbewußtsein der westlichen Zivilisation im 21. Jahrhundert? Sobald die Dollarzeichen blinken, setzt -wie eh und je. der Verstand bei den Produzenten wie Konsumenten offensichtlich zu 100% aus. Die Verantwortlichen in der Indsutrie sind -kein großes Geheimnis- allein am maximalen Profit interessiert (maximaler Preis für minimalen Service-, Produktions- und Materialaufwand) . . . was der Markt und die Gesetzgebung eben so hergeben. Und wenn die Politik es als Gesetzgeber neben der Macht der Konsumenten nicht schafft, den Markt mit vernünftigen wie nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen zu regulieren (und das macht ja sonst keiner freiwillig außer der Politik bzw. unseren Volksvertretern), kann man den Marktmachern, also der Wirtschaft und der Industrie im Prinzip keinen Vorwurf machen, wenn sie am Wohlergehen der Menschheit und der Natur nicht wirklich interessiert sind, wohl aber am Geldverdienen, an neuen Märkten und an traumhaften Umsatzsteigerungen weltweit. Wir Bürger wählen im Prinzip nicht an der Wahlurne, sondern letztendlich mit unserem Geldbeutel, mit unserem Konsumverhalten und auch mit unseren Firmenbeteiligungen von Aktiengesellschaften, die das Prinzip der maxialen Ausbeute stärken.

politic + moral: ein kleiner Ausflug in die Politik und Wirtschaft: eigentlich dürften aus moralischen und ethischen Gründen nach dem 2. Weltkrieg auf deutschem Boden so oder so nie wieder Waffen hergestellt, geschweige denn gebraucht werden. Und doch hat sich die deutsche Rüstungsindustrie durch außenpolitische Zwänge und politische Legitimation (legitimiert durch den Bundessicherheitsrat, der durch Mitglieder der Regierung gestellt wird) bis heute weltweit zu einer der feinsten und einflußreichsten Adressen auf der ganzen Welt entwickelt (über 11% Anteil am Waffenexport weltweit, über 5 Mrd. US-$ jährlich, drittgrößter Waffenlieferant weltweit nach den USA und Russland). Und man ist sogar noch stolz, wenn Konzerne wie Siemens, Mercedes (Dasa, Focker, MTU, MBB, TST, AEG), Rheingold, Krauss-Maffei Wegmann, Diehl, Heckler & Koch, Mauser usw. Jahr für Jahre Milliardenaufträge aus der ganzen Welt erhalten, „made in germany“ natürlich Arbeitsplätze, Know-how  und auch Steuereinnahmen sichert. Kunden sind natürlich EU-und Natoländer, Natoverbündete, Dritt- und Entwicklungsländer, u.a. Taiwan, Saudi-Arabien, Türkei, Griechenland, Israel, Irak, Katar, Singapur, Polen, Kanada, Korea, Arabische Emirate, Ghana, Südafrika, Afghanistan, Algerien, Chile, Kolumbien, Libanon, Oman, Philipinen, Indien, Serbien, Kosovo, Trinidad, Kasachstan, Ukraine, Andorra, Burkina Faso, Mosambik usw., über 50 Länder allein in 2011. Mehr als 40% aller Waffenexporte gingen 2011 in sogenannte Entwicklungs-(9%) und Drittländer (33%). Ein Land mit einer solch traurigen Geschichte wie Deutschland hat „friedliches“ Vorbild für die Welt zu sein, anstatt wieder Nr. 3 der Waffenhersteller zu werden. Es hätte gereicht, das Bündnis Nato -zumindest bis zum Ende des kalten Krieges- zu unterstützen und niemand hätte von den Natostaaten ernsthaft erwartet, daß Deutschland sich an Kampfeinsätzen in der Welt beteiligt. Ganz gleich, wie man zum Einsatz von Kriegswaffen steht: einmal angewendet bringen sie viel Tod, Zerstörung, Schmerz und Leid in eine Bevölkerung (siehe 3. Reich) und die körperlichen wie seelischen Wunden sowie Folgekosten gehen weit in die nächsten Generationen hinein, bei den Tätern wie bei den Opfern und auch der Umwelt. Wie auch immer haben die Alliierten es im Dunst des beginnenden „Kalten Krieges“ zugelassen, daß im Nachkriesdeutschland schon bald wieder produziert werden darf (Eintritt in die EVG 1952 durch den Ost-West-Konflikt ( Koreakrieg), Eintritt in die Nato 1955 (Gründung des Warschauer Pakt) und schließlich die Gründung der Bundeswehr im gleichen Jahr), obwohl sich der Deutsche Bundestag 1949 „gegen“ eine nationale Wiederbewaffnug ausgesprochen hatte. Daß Deutschland eine Bundeswehr und auch wieder eine Rüstungsindustrie bekommen hat, ist also allein Folge des „Kalten Krieges“, der jedoch spätestens mit dem Zerfall des Warschauer Pakt und der Sowjetunion 1991 „Schnee von gestern“ ist und damit historisch betrachtet seit nunmehr 14 Jahren keine politische Legitimation mehr besitzt. Waffen sollten eigentlich im 21. Jahrhundert nach zwei verheerenden Weltkriegen, nach Vietnam und auch nach dem fatalen Ausgang des Golfkrieges keine Option mehr sein, Konflikte nachhaltig und menschenwürdig lösen zu wollen. Was also mit aller christlichen oder menschenrechtlich verankerten Moral von Friede und Gerechtigkeit (die wir unseren Kindern so mühsam beibringen!), wenn sich im wirklichen Leben keiner dran hält und auch Musterdemokratien wie die unsrige daran nicht wirklich etwas ändern, wann immer es etwas zu verdienen gibt?

doppelmoral: Sodann steckt insbesondere bei den Deutschen immer eine seltsame Doppelmoral in allem, was wir wirtschaftlich als technikaffine, wissenschafts- und ingenieurbegabte Exportweltmeister stets 100%ig so auf die Beine stellen. Und seltsamer Weise profitiert davon, vor allem vom Geschäft mit dem Tod, nichteinmal so sehr das Volk (bis auf ein paar 1.000 Arbeitsplätze), sondern überwiegend eine überschaubar kleine Gruppe von extrem machtorientierten Industriellen und Mehrheitsaktionären. Aus Gründen der Wahrung und Achtung der „Menschenrechte“ dürfte man (also die BRD, defacto also wir Bundesbürger und Volksvertreter) eigentlich mit so manch potentiellem Auftraggeber keine Geschäfte machen. Machen wir aber -ganz offiziell via werbender Kanzlerin-, weil es um Millionenaufträge für die deutsche Wirtschaft geht, weil es um internationalen Wettbewerb geht, um technologische Vormachtstellungen usw. Und auch die Bauindustrie ist in ihrer monopolorientierten Organisation und Struktur, in ihrem Streben nach (internationalem) Einfluß, Macht und Marktbeherrschung nicht wesentlich anders aufgebaut als die Automobil-, die Pharma-, Lebensmittel- oder auch Rüstungsindustrie. Man hat kein Interesse daran, nachhaltige, ressourcenoptimierte, energiesparende, vernünftige Produkte zu entwickeln, weil Einsparungen und Optimierungen jeder Art immer mit Produktions- und Umsatzeinbußen, gar dem Wegfall der vorhandenen Technologien und Produktionsstrukturen gekoppelt sind. „Wachstum“ läßt sich nur durch neue Märkte, mehr Produktion, mehr Absatz, geringere Lohnkosten und mehr Konsum herstellen, nicht aber durch Effizienz und Optimierung der Produkte, gar Verzicht auf ein unsinniges Marktsegment. Große, etablierte Pharmakonzerne bespielsweise schrecken selbst vor Kindern nicht zurück, wenn es um die Steigerung des Absatzes von bestimmten, nicht für Kinder erprobten noch zugelassenen Medikamenten geht! Die Lebensmittelindustrie rotiert seit Jahrzehnten von einem Skandal zum nächsten und die Politik unternimmt nichts, was in dieses pervertierte System massiv eingreift. Es gibt aus Sicht der Konsumenten kein Argument mehr, warum man diesen wirtschaftlich pervertierten Strukturen der Industrie, aber auch der permanent versagenden Politik noch Vertrauen, gar Verständnis entgegen bringen sollte. Nicht nur, daß sich die Arbeitsbedingungen, die Löhne, die Renten und Beschäftigungssicherheit (Massenentlassungen, Zeitarbeit, Import von billigen Arbeitskräften aus den Nachbarländern, Minimierung der Stammbelegschaft, Unterdrückung von Betriebsräten bis hin zur lagerähnlichen Unterkunft von Zeitarbeitern usw.) zunehmend auf existentiell bedrohliche Weise verschlechtern, nein, auch die Produkte und Produktionsweisen schädigen rücksichtslos Natur wie Mensch. Die Gewinne der deutschen Industrie werden, wie man den Statistiken der Vermögensverteilung entnehmen kann, seit Jahrzehnten nicht an die arbeitende Bevölkerung und/oder den Staat weitergegeben. 10% der Bundesbürger besitzen 80% des gesamten Vermögens. Der Staat hat es -aus welchen Gründen auch immer- seit Jahrzehnten sträflichst versäumt, diese profithungrige Industrie an die Kette zu nehmen. Als Ergebnis haben wir quasi marktbestimmende Monopolsituationen in fast allen Wirtschaftsbereichen (oder auch Scheinwettbewerb wie bei der Energieindustrie), während unzäglige KMU´s mit ehemals sozialer wie auch ökologischer Verantwortung Insolvenz angemeldet haben. Die Industrie kümmert sich um Ökologie und Fairness nur, wenn man damit (kurzfristig) Geld verdienen kann. Ansonsten muß alles durch Tiefstpreisgestaltung vom Markt gefegt werden, was nur irgendwie Konkurrenz und Umsatzminderung bedeutet. „Raubtierkapitalismus“ ist keine Fatamogana sondern gelebte Realität in ganz Europa, hübsch verpackt mit einem Lächeln und einer roten Schleife! „Soziale Marktwirtschaft“ gibt es seit 30 Jahren nicht mehr, wohl aber Berlin- und Brüssel-Lobbyismus in Reinkultur. Die sozialen, kulturellen wie wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Skandinavien (Schweden, Norwegen) und der BRD oder auch Frankreich und GB sind zu groß, als daß man hier noch von „sozial“ sprechen dürfte. Und wenn die heimischen Märkte einmal ausgezehrt sind, zieht man -die Raubtierkapitalisten- in die weite Welt, nach China, nach Russland, nach Südamerika und Afrika, mit 2 stelligen Wachstumsraten und sicheren Konten im Ausland, während man die Tore in Deutschland einfach von heute auf morgen schließt (z.B. Nokia Bochum, Rumänien etc.), verbunden mit Massenentlassungen und all dem kontaminierten Müll, den mehrere Jahrzehnte Industrialisierung und die systematische Ausbeutung von Arbeitskräften (Krankheitsfolgekosten etc.) hinterlassen! Nicht Deutschland ist reich, sondern nur ein paar Tausend Menschen von 82 Millionen Bundesbürgern sind wirklich unverschämt reich, weil wir Bundesbürger sie durch viel zu billige Arbeit und zu teure Produkte einfach reich gemacht haben . . . oder aber wir Produkte kaufen (und damit defacto die Hersteller legitimieren), die von Menschen hergestellt werden, die ihre Arbeit aus existentieller Not noch viel, viel billiger anbieten. All das ist kein Pessimismus oder Schwarzseherei, sondern Alltag in Deutschland, Alltag in der EU, Alltag in der ganzen Welt. Und wenn man die Leute fragt, will keiner Krieg und Gewalt, will keiner Not und Elend in der 3. Welt, will keiner Ausbeutung und Abhängigkeit, will keiner Umweltzerstörung, will keiner neben einem atomaren Endlager oder AKW wohnen, will keiner kontaminierte Eier oder falsch deklariertes Gammelfleisch, will keiner qualvolle Tiertransporte durch Europa, will keiner die Streichung des informellen Selbstbestimmungsrechtes zugunsten der Wirtschaft, will keiner den Überwachungsstaat und keiner will Korruption und Lobbyismus in der Politik usw. Wenn keiner das will, ist die Frage berechtigt, warum wir es in den letzten 30 Jahren nicht geschafft haben, eine soziale und umweltfreundliche Politik der Vernunft und Einsicht zu etablieren und auch Europa so zu gestalten, daß zukünftige Generationen tatsächlich ein besseres Leben haben werden.

gebäudeoptimierung: um ein Gebäude so umwelt- und kostenschonend wie möglich zu bauen, fließen mehrere Faktoren zusammen:

1. der Grundriss sollte möglichst kompakt (quadratisch/ rund) sein, um bei gleicher Grundfläche ein Minimum an teuren Hüllflächen (gedämmte Fassaden) zu verbrauchen. Allein hier können bis zu 20% an Materialaufwand und Kosten für die Hüllflächen sowie Kühl- und Heizkosten eingespart werden.

2. Optimierung und Reduzierung der tatsächlich benötigten Funktionsflächen/ Raumprogramm: auch hier können je nach Funktion bereits 20% bis 30% an Grundfläche (Verkehrsflächen wie auch Raumgrößen) eingespart werden. Mit der eingesparten Grundfläche reduzieren sich automatisch auch die Kosten und der Materialeinsatz für die Fassadenhüllflächen. Je weniger m³ umbauter Raum, desto geringer auch die Kühl- und Heizkosten.

3. Der Aufwand für eine Gründung ist bei einer 1-geschossigen Bauweise nicht effektiv: je kubischer das Volumen, desto günstiger das Verhältnis von Hüllfläche zum umbauten Raum! Die Höhe eines Gebäudes sollte also in etwa den Kantenlängen entsprechen. Bei üblichen Gebäudetiefen von 10 bis 20 Metern im Quadrat also 3 bis 6 Vollgeschosse. Hinzu kommt, daß beim Geschossbau für mehrere Nutzungseinheiten nur 1 Hausanschluß- und 1 Heizungsraum benötigt wird. Medien- und Installationsleitungen können zentral und damit raum-, material- und kostensparend organisiert werden. Auch das Heizungssystem wird umso effektiver, je mehr Nutzungseinheiten daran angeschlossen sind. Bei einer 1- geschossigen Bauweise fallen bei 100m² Grundfläche 200m² Hüllflächen für Boden und Dach (2m²/m² Grundfläche) an. Bei einer 2 geschossigen Bauweise halbiert sich der Verbrauch auf 1m² je m² GF, bei einer 5 geschossigen Bauweise sind es nur noch 0,4m²/ m² GF. Natürlich wird auch die verbrauchte Grundstücksfläche umso effektiver und damit kostengünstiger ausgenutzt, je mehr Geschosse ein Gebäude hat. Berücksichtigt man den zusätzlichen Erschließungsaufwand für Treppenanlagen und Aufzug (ca. 15-20%), wird das Grundstück bei einer 5 geschossigen Bauweise 4 mal so effektiv ausgenutzt wie bei einer 1-geschossigen Bauweise.

4. Optimierung der Raumhöhe: je kleiner die Räume, desto geringer können die lichten Raumhöhen sein (min. jedoch 2.50m i.L.). Zur lichten Raumhöhe kommt nun noch die Deckenhöhe, die konstruktiv möglichst gering ausfallen sollte (ca. 20-25cm). Niedrige Decken sind mit entsprechend geringerem Gewicht und Materialeinsatz verbunden. Ist die lichte Raumhöhe statt 2,50m etwa 2,75m und die Deckenhöhe statt 20cm etwa 30cm, ergibt sich bei 5 Geschossen eine zusätzliche Fassaden- und Innenwandfläche sowie zusätzlichen Bruttorauminhalt (Heizkosten…) von ca. 12 bis 15%. beträgt die lichte Raumhöhe 3.00m und die Deckenhöhe 40cm, sind es schon 25 bis 30%  an zusätzlichen Fassaden- und Innenwandflächen sowie Bruttorauminhalt.

5. Leichte Bauweisen in Holz haben gegenüber einer massiven Bauweise eindeutige Nachteile im akustischen Verhalten sowie im Brandschutz, sind jedoch wesentlich leichter (Minimierung Transport- und Montagegewicht, geringere Eigenlasten = geringere statische Dimensionierung) und wesentlich einfacher und schneller vor Ort zu verbauen. Dämmtechnisch Verhalten sich beide Bauarten nahezu identisch, während massive Bauteile die Wärme viel besser speichern und zeitverzögert an die Räume wieder abgeben können (erhöhter Komfort). Bei Holzbauweisen kann die Dämmschicht grundflächensparend in die konstruktive Ebene verlegt werden, während sie bei massiven Bauteilen zusätzlich von außen aufgesetzt wird. Fassaden in Leichtbauweisen benötigen ca. 40 bis 60% weniger Konstruktionsfläche als gedämmt Massivbauwände. Bei einem Gebäude von 20×20 Meter Kantenlänge (40 lfm. Fassade) sind dies je Geschoss ca. 12m² für Massivbauwände (3% der Grundfläche) und ca. 6m² (1,5% der Grundfläche) bei Leichtbauweise. Multipliziert mit der Geschoßzahl 5 werden beim Massivbau beispielsweise 30m² zusätzliche Konstruktionsfläche = weniger Nutzfläche benötigt! Hinzu kommt die enorme Gewichtseinsparung von über 50 bis 75%, die sich positiv auf die Statik (schlankere Dimenionierung) und das Verbau- und Transportgewicht auswirkt. Auch, wenn beide Bauarten zu 100% Recycelbar sind, muß beim Massivbau durch das hohe Gewicht wesentlich mehr Energie bei der Sanierung/ Erneuerung der Bauteule investiert werden. Daß Holzbauten bei richtiger Konstruktion (konstr. Holzschutz) und Pflege auch als Geschoßbauten wie die Steinbauten mehrere Hundert Jahre alt werden können, stellt beide Bauweisen bezüglich ihres Lebenszyklus gleich. Vom Materialinput jedoch haben massive Bauteile mit 1.500 bis 2.000kg/m³(gebrannte Steine, Ziegel, Klinker, Kalksandsteine, Mörtel, Zement, Beton etc.) in Sachen Energie-, CO2-, Abraum- und Schadstoffbilanz gegenüber dem Holz (800kg/m³) keine Chance.

6. Minimierung und optimierung der Fensterflächen: Verglaste Fassadenflächen kosten ca. doppelt bis dreifach so viel wie geschlossene Fassaden. Der verglaste Fensteranteil sollte jedoch mindestens 20% der Grundfläche eines Aufenthaltraumes entsprechen, um diesen ausreichend mit tageslicht zu versorgen. Werden alle Nebenräume an die Nordseite positioniert, liegt der verglaste Anteil bei ca. 15% der Grundfläche. Bei einer Geschossfläche von beispielsweise 100m² sind dies ca. 15m² Fensterfläche, die die Fassade um ca. 12-15% verteuert. Ein raumhoch verglaster Bungalow kommt hier bei gleicher Grundfläche bereits auf 30 bis 50m² Glasanteil mit Mehrkosten für die Fassade von 25 bis 45%.  Nebenräume sollten hingegen grundsätzlich ohne Fenster ausgestattet werden. Auch teure und gute Isolierverglasungen haben nach wie vor einen wesentlich schlechteren Dämmwert als gedämmte Fassaden, so daß hier über die Fenster ein Teil der Heizenergie verloren geht, andererseits einstrahlende Sonne den Raum mit Energie und Wärme versorgt (solare Gewinne). Die meiste Energie geht jedoch durch unkontrolliertes Lüften (also Öffnen der Fenster) und schlecht gedämmte Decken bzw. Dächer verloren, da warme Luft immer nach oben aufsteigt. Die kaum von der Sonne gestrichene, meist verschattete Nordfassade (tiefstehende Morgen- und Abendsonne) sollte nach Möglichkeit zu 100% geschlossen bleiben, da hier außer blendfreiem Nordlicht kaum solare Gewinne zu erwarten sind. Glas ist ein wunderbarer Baustoff, aber auch extrem Energie- und Ressourcenintensiv!

7. Durch die Multiplikation der einzelnen Einspar- und Optimierungseffekte können Gebäude unter Berücksichtigung der Grundstücks-, Energie- sowie Sanierungs- und Renovierungskosten sehr ökologisch und kostengünstig hergestellt werden. Grundsätzlich gilt: minimal notwendige Grundfläche/ Programmfläche in effektiver Geschossbauweise (minimale Hüllflächen bei max. Raumvolumen durch kompakte Kubatur, maximale Ausnutzung der bebauten Grundstücksfläche) sowie minimaler Geschoßhöhe (minimales Raumvolumen, minimaler Kühl- und Heizbedarf und minimale Innenwand- und Fassadenflächen) und minimaler Bauteildimensionierung (minimale Konstruktionsfläche im Grundriss bei maximaler Nutzfläche je bebauter Grundstücksfläche, minimales Bauteilgewicht bei optimaler Statik durch geringe Eigenlasten) reduzieren die benötigten Fassaden-, Decken,- und Bodenflächen und damit den gesamten Material-, Rohstoff- und Energieeinsatz, die damit verbundenen Umweltbelastungen, die Bauzeit sowie insgesamt die Bruttobaukosten, Planungskosten, sowie Folgekosten wie Energie-, Renovierungs- und Instandhaltungskosten.

8. Weitere Einspareffekte für die Umwelt und den Geldbeutel können schließlich auch in der Innenausstattung, den Wand- und Bodenbelägen, der Beleuchtung und der Möblierung vorgenommen werden. So etwa müssen Bäder, WC´s und Küchen nicht zu allen Seiten raumhoch gefliest werden. Auch sind verputzte, gestrichene Wände wesentlich sparsamer als tapezierte Wände, die alle 3-5 neu tapeziert und gestrichen werden müssen. Sparsame wie platzsparende LED-Leuchten sind ohnehin als Standard auf dem Vormarsch. Aber auch über eine clevere Tageslichtsteuerung kann künstliches Licht und damit leuchtmittel- und Stromkosten eingespart werden. So können lichtreflektierende Boden- und Wandflächen im Innenraum wie auch außerhalb an bzw. vor den Fassaden viel Tageslicht in das Gebäude transportieren. Bei Planen und Verlegen der Schalter, Steckdosen und Kabel sollte man stets bedenken, daß in den zig laufenden Metern Elektrokabeln sehr wertvolle wie auch problematische Rostoffe wie Kupfer und PVC für die Ummantelung stecken. Auch das so beliebte Verlegen von Installationen Unterputz ist letztendlich mit zusätzlichen Material-, Energie- und Kosteneinsatz verbunden. Enorme Einsparpotentiale liegen schließlich beim Thema Heizen und Lüften. Vorweg sollten alle Räume durch ein automatisches Steuersystem nur soviel geheizt und gelüftet werden, wie es die tatsächliche Nutzung, Personenbelegung und Witterung auch erfordert. Dazu gehört natürlich die Nachtschaltung, die niedrigere Temperierung von Neben- und Schlafräumen sowie die nutzungsbezogene Heizung von warmtemperierten Bädern. Dazu gehören optimal, nicht überdimensionierte Brennwertkessel, Warmwasserspeicher und natürlich auch effiziente Wärmetauscher, die die Energie der warmen Abluft und auch des warmen Brauchwasser (Küche, badezimmer) wieder dem Energiekreislauf zuführen. Dazu auch regenerative Energiequellen wie Solarkollektoren zur Unterstützung der Brauch- und Heizwassererwärmung, Photovoltaik für die Stromerzeugung (Pumpen, Wärmetauscher), ggfs. auch sparsame Pelletheizungen statt Öl oder Gas und die Nutzung von Erdwärme (Geothermie) im Winter sowie der kühlen Luft im Erdreich im Sommer. Stark frequentierte Räume wie auch Küchen und Bäder brauchen einen erhöhten wie regelmäßigen Frischluftwechsel, der üblicherweise mit hohen Energieverlusten manuell über Fensterlüftung reguliert wurde. Partielle Lüftungsanlagen mit Wärmetauschern sind hier aus energetischer wie hygienischer Sicht sehr empfehlenswert. Kontrollierte Raumluftwechsel können aber auch allein durch den Grundriss bzw. die vertikale Raumorganisation positiv beeinflußt werden (Anbringung von Quellschächten, Wärmespeichern, gezielte Führung der aufsteigenden, erwärmten Luft durch das Gebäude, Ansaugen kühler/ frischer Luft aus unbeheizten Räumen oder dem Keller, geschickte Führung von Kaminschächten etc.). Noch immer werden heute im Schnitt weit über 100kwh/m² (das sind ca. 10 Liter Heizöl je m² p.a.) Wohnfläche im Jahr an kostbarer Energie für´s Heizen verbraucht, obwohl Nullenergiehäuser und Passivhäuser aus wirtschaftlichen, technischen wie ökologischen Gründen längst realisierbar sind. Energieautarkes, und damit allemal ökologisches Wohnen ist heute längst machbar und zudem noch rentabel! Doch auch zu viel Technik und Maschineneinsatz kann die Kosten- und Ökobilanz wieder negativ beeinflussen.

9. Bei allen kleinen Einspareffekten denken Sie immer daran, daß es noch 82 Millionen anderer Bundesbürger gibt, in der EU über 500 Millionen, die ebenfalls Ressourcen und Energien verbrauchen. In der Multiplikation macht 1 Gramm oder 1 Wattstunde schnell stolze 500 Tonnen oder 500.000 kWh bzw. 50.000 Liter Öl aus! Sparen alle Europäer nur 1 kg und 1 kWh pro Jahr, sind das schon 500.000 Tonnen eingesparter Ressourcen und 500 Millionen kWh Strom bzw. 50 Millionen Liter Mineralöl in der EU. Ein AKW produziert netto ca. 10 TWH p.a., das sind 1 Mrd. kWh im Jahr. Sparen alle Europäre pro Jahr nur 2 kWh (das sind gerade mal 200ml Benzin), kann man damit bereits 1 ganzes AKW abschalten! Derzeit verbrauchen wir Bundesbürger je Einwohner allein schon über 5.000kWh (=500 Liter Heizöl oder 500m³ Gas) an kostbarer Energie nur für´s Heizen unserer viel zu großen, schlecht gedämmten und technisch veralteten Wohnungen. Jeder Bundesbürger verbraucht jährlich im Schnitt 50 kg Auto netto, das sind 4 Mio. Tonnen Nettorohstoffe jedes Jahr! Und der ökologische Rucksack für 1kg Auto netto ist gewaltig! Würden wir Deutschen alle Kleinwagen bis max. 800kg Fahrzeuggewicht fahren, würden wir nur 25 kg Auto netto im Jahr verbrauchen und jährlich 2 Mio. Tonnen kostabrer wie teurer Nettorohstoffe einsparen. Würden wir dann auch noch Fahrgemeinschaften bilden, Care-Sharing oder das City-Car nutzen, vielleicht auch mal häufiger mit dem ÖVNP, der Bahn oder dem Fahrrad fahren, wären es schnell weniger als 10 kg Auto netto je Bundesbürger und Jahr, dann schon 3 Mio. Tonnen eingesparter Nettorohstoffe und damit verbundener Energie und sonstigen Umweltbelastungen allein in der BRD. Multiplizieren sie das dann noch mit dem Faktor 4 bis 5 bezogen auf die EU und sie verstehen, warum nicht nur die Industrie diesen lukrativen Massen-Markt nicht freiwillig aufgeben möchte.

10. Insgesamt haben die Deutschen 2012 einen Primärenergiebedarf von unglaublichen 46.000kWh pro Einwohner gehabt (entspricht ca. 5.500 Liter Benzin = 15 Liter täglich). Davon entfielen je Einwohner 15.000kWh auf Mineralöle (ca. 1.800 Liter Benzin, täglich 4,9 Liter), 9.700kWh auf Gas (ca. 1.100m³, täglich 3,0m³), 5.700kWh auf Steinkohle (ca. 700kg, täglich 1,9 kg), 5.600kWh auf Braunkohle (ca. 2.370kg, täglich 6,5 kg), 3.680kWh auf Atomenergie und 5.380kWh auf regenerative Energien. Jeder Bundesbürger ist exklusiver der Exportüberschüsse durch sein Konsumverhalten mehr oder weniger „direkt“ für diese maßlos hohen Verbrauchswerte verantwortlich! Es wäre aus ökonomischer wie aus ökologischer Sicht mehr als wünschenswert, wenn wir diesen Bedarf an Primärenergie auf weit unter 10.000kWh je Einwohner (das sind immer noch 1.160 Liter Benzin p,.a. bzw. 3,2 Liter täglich) reduzieren könnten. Verantwortung für die Umwelt beginnt dort, wo wir mit den z.T. endlichen Ressourcen so sparsam und vernünftig wie möglich umgehen. Ein Mehrverbrauch an Ressourcen bringt in den meisten Konsumbereichen kaum deutlich mehr an Lebensqualität! Wir alle haben das Gefühl für die tatsächlichen Werte von Ressourcen jeder Art komplett verloren. Stattdessen geht es nur um höhere Einkommen für die Steigerung des Konsum: eine größere Wohnung oder ein ganzes Haus, ein größeres Auto, einen Zweitwagen, mehr Computer, Laptops und Handys, Erdbeeren und Tomaten zur Winterszeit, Weine aus Australien oder Chile usw. Das Bruttonationaleinkommen der Deutschen betrug 2010 je Einwohner ca. 30.875,- Euro p.a. bzw. 2.570,-€ mtl., wovon ein Großteil direkt in den Konsum bzw-. Verbrauch von Energien und Ressourcen geht. Wir gehen davon aus, daß allein bei den Energien und Rohstoffen, die zudem überwiegend aus fernen Ländern importiert werden müssen,  mehr als das 10-fache überkonsumiert bzw. mehr oder weniger nutzlos zu Lasten der Umwelt verschwendet werden. Mehr als 80% der Sachgüter und Waren (Möbel, Kleidung, Auto, Elektrogeräte, Elektronik, Werkzeug etc.) werden effektiv weniger als 10% genutzt. Öffentliche Immobilien (Schulen, Kindergärten, Bäder, Museen etc.) wie auch Verwaltung-, Büro-, und Gewerbebauten werden inklusive aller nötigen Infrastruktur (Straßen, Wege, Parkplätze, Versorgungsleitungen, Heizungs- und Lüftungssysteme, Beschilderung) bestenfalls zu 25% genutzt. Lediglich Produktionsanlagen im Mehrschichtbetrieb kommen vielleicht partiell auf 80-90% Auslastung. Wohnbauten werden ebenfalls nur zu 20-25% effektiv genutzt. Autos, Handys, Kameras und PC´s werden nur zu 5-10% genutzt. Kurzum: eine fröhliche, unbekümmerte „Konsum“-Gesellschaft im totalen Überfluß ohne die geringste Vorstellung über den tatsächlichen Wert von Energien und Rohstoffen sowie inakzeptablen Produktions- und Geldwertbedingungen in den sogenannten Billiglohnländern.

11. Das Immobilienvermögen der BRD berägt inklusive der Grundstücke ca. 9,5 Billionen Euro, also ca. 116.000,- Euro je Einwohner. 87% des deutschen Anlagevermögens ist in Immobilien investiert. 2011 wurden insgesamt ca. 560 Mrd. Euro (6.830,- Euro je Bundesbürger), das sind ca. 22% des BIP, von den Deutschen in Immobilien investiert. 60% davon (338 Mrd. Euro bzw. 4.120,- Euro je Bundesbürger) wurden dabei von den privaten Haushalten ausgegeben. In den Hochbau flossen dabei 217 Mrd. Euro (2.650,- Euro je Bundesbürger), 2/3 (145 Mrd. Euro) in den Wohnungsbau und 1/3 (72 Mrd. Euro) in den Nichtwohnungsbau. Hinzu kommen weitere 24 Mrd. Euro für Reperaturen und Instandsetzungen, insgesamt also ein Bauvolumen von 241 Mrd. Euro (2.949,- Euro je Bundesbürger). 2010 wurden in der BRD ca. 1 Mio. Immobilien im Wert von 150 Mrd Euro gehandelt (150.000,- Euro je Immobilie). Von den insgesamt 40,5 Mio. Wohnungen sind 37 Mio. Wohnungen bewohnt, davon 54% vermietet und 46% von den Eigentümern selbst bewohnt. Einfamilienhäuser werden zu 88% und Zweifamilienhäuser zu 59% selbst genutzt. Die Durchschnittsgröße aller Wohnung betrug 2010 ca. 92m². Eigentumswohnungen waren im Schnitt 118m², Mietwohnungen 70m² groß, Wohnungen mit Kindern 113m². 2,3 Personen leben durchschnittlich in einem Eigentümerhaushalt, 1,8 Personen in einem Mieterhaushalt. Jede Person verfügt über 51m² in den Eigentumswohnung und 38,7m² in den Mietwohnungen. Die Bewohner von Eigentumswohnungen haben damit ca. 32% mehr Wohnfläche als die Bewohner von Mietwohnungen. Insgesamt vergügen die Deutschen bei 37 Mio. Wohnungen über 3,404 Mrd. m² Wohnraum, im Schnitt also 42,5m² Wohnraum je Einwohner.

Wir denken, daß 30m² Wohnraum je Person vollkommen ausreichend sind. Damit hätte die BRD bei 82 Mio Einwohnern einen ökonomisch wie ökologisch „angemessenen“ Wohnraumbedarf von 2,460 Mrd. m², also gut 0,944 Mrd. m² bzw. 28% weniger als im derzeitigen Bestand. Damit haben wir volkswirtschaftlich ein überflüssiges Immobilienvermögen von ca. 2,66 Bio. Euro inkl. Grundstücke, das sind je Einwohner 32.440,- Euro! Die daraus resultierende Umweltbelastung liegt bei ca. 1,1 Mrd. m³ Baustoffen (13,4m³ je Einwohner), die in Massivbauweise ca. 1,5 Mrd. Tonnen bzw. 18 Tonnen Baumaterialien je Einwohner entsprechen. Würde man zudem den notwendigen Bestand an Wohnungen komplett in Leichtbauweise (Holz-, Trockenbauweise) ausführen, könnten bis zu 20% der Baukosten (insg. dann 2 Bio. Euro Baukosten) sowie bis zu 60% an Baumasse (insg. dann 860 Mio. Tonnen Baumaterial) eingespart werden. Es geht uns dabei nicht um Geiz oder gar einer drohenden Ökodiktatur (wie es die Lobbyisten der angestammten Verbrauchsindustrie gerne polemisiert), sonder allein um die vernünftigste wie sozial und global halbwegs gerechte Verteilung, Nutzung und Organisation von Raum, Ressourcen und Energien. Urbane Dichte und damit auch soziale Interkation wird durch das unnötige Aufblähen von zusätzlichen, meist dezentralen Raumangeboten definitiv behindert wenn nicht sogar zerstört. Familie beispielsweise kann die gemeinsame Zeit im Haus oder der Wohnung „zusammen“ erleben . . . oder jeder für sich „autokommunikativ“ in einem separaten Raum. Der Preis, den wir auch für den Überschuß an öffentlichen Raumangeboten zahlen, ist enorm hoch. Je mehr neue Einkaufscenter und Outlet´s auf der grünen Wiese entstehen, desto leerer und öde werden unsere Innenstädte, desto mehr Insolvenzen gibt es bei den Einzelhändlern, desto voller werden die Straßen mit blechernden Autos, in denen ganze Familien zu IKEA & Co. pilgern. Die Jahrtausende alte Idee der gemeinsamen, lokal angestammten „Agora“ als Mittelpunkt einer Bürgerschaft ist die größte kulturelle wie soziale Errungenschaft, die wir nicht einfach so leichtfertig aufgeben sollten. Die wachsenden Angebote der modernen Medien, das Internet, der PC und auch das Handy machen es uns (und vor allem den jüngeren Generationen) schwer genug, noch „aktiv“ und direkt am sozialen und kulturellen Leben zu partizipieren. Doch auch hier werden wir zunehmend auf mediale Konsumenten reduziert. Amerikanische Kinder beispielsweise konsumieren bis zu 8 Stunden TV, Internet und Spielkonsolen täglich. Sieht so eine moderne Gesellschaft der Zukunft aus?

12. Nicht, daß uns die sogenannte Marktwirtschaft und der damit verbundene Wettbewerb mit Qualitäts- und Leistungsprinzip nur schlechtes gebracht hätte. Doch heute stehen wir an einem Punkt, bei dem die Wirtschafterei systembedingt (wegen schlechter Rahmenbedingungen) nur noch und ausschließlich unter Aspekten der Gewinnoptimierung funktioniert und kaum noch am kulturellen, gar sozialen Fortschtitt der Gesellschaft beteiligt ist. Kultureller Fortschritt ist bestenfalls ein Abfallprodukt, wenn man denn mit „fortschrittlichen“ Erfindungen auch Geld verdienen kann. Die Pharmakonzerne stehen exemplarisch dafür, daß i.d.R. nur dort geforscht und produziert wird, wo es einen lukrativen Markt gibt. Medikamente für die Armen oder Menschen mit seltenen Krankheiten lohnen sich einfach nicht. Sogenannte Ethikkomissionen wie auch Kartellämter haben es als Regulierungsinstrumente in den letzten 20 Jahren nicht geschafft, die „freie“ Wirtschaft, insbesondere die kapitale und einflußreiche Industrie, aber auch den mittlerweile pervertierten Finanz- und Versicheungsmarkt (wir erinnern an das legendäre V-Zeichen von Ackermann und die beschämende Boni-Regelung) wie auch die Immobilienbranche durch entsprechende Gesetze und Rahmenbedingungen „pro“ Bürgerschaft, also pro Staat (also im alleinigen Interesse der Gesellschaft) zu steuern. Unsere Wirtschaftsform, die zugunsten hoher Renditen allein auf maximaler Ausbeutung von Mensch und Natur basiert, hinterläßt vor allem in den ärmeren, industriell und technologisch schwach entwickelten Ländern, aber auch im eigenen Land eine katastrophale Umweltzerstörung wie auch soziale Armut und Ungerechtigkeit bzw. hierzulanede Arbeitslosigkeit und/ oder Arbeit zu Niedriglöhnen. Gerade die Deutsche „Veredelungs“-Industrie ist auf Rohstoffe und Energien aus der ganzen Welt angewiesen. Die daraus resultierende Abhängigkeit ist enorm und damit risikohaft für unsere gesamte Wirtschaft. Auch die feinen, in den letzten 10 Jahren drastisch steigenden Exportüberschüsse von mehr als 20% führen die deutsche Arbeitnehmerschaft letztendlich in eine riskante Marktabhängigkeit, die Deutschland im globalen Geschäft national nicht mehr kontrollieren kann. Im Ergebnis müssen wir eine sozial und kulturell unabhängige Wirtschaftsform finden, die zudem noch ressourcenoptimiert und umweltschonend aufgebaut ist. Der materielle Markt -den es nach wie vor geben soll und wird- darf eine Gesellschaft jedoch nicht durch Arbeitsplatzverlust oder Billiglöhne geiseln oder erpressen! Löhne und Gehälter müssen wieder überwiegend (und nicht ausschließlich) aus material- und energiefreien, also umweltfreundlichen Leistungen generiert werden (Dienstleistungsgesellschaft, Wissensgesellschaft etc.). Dazu gehört auch, daß die Einkommen nicht mehr so stark in den materiellen Konsum (Haus, Auto, Elektronik etc.) als vielmehr in echte Dienstleistungen mit sozialem und/ oder kulturellem Mehrwert investiert werden.

13. Wir schätzen, daß durch technische Rationalisierung (Maschineneinsatz, IT etc.) und überflüssige Wohlstandsleistungen, Wohlstandskonsum und Wohlstandsproduktion 50% bis 80% unserer derzeitigen Abeitsplätze zum Leben nicht relevant, also ebenfalls überflüssig sind. Statt 40 Millionen Arbeitsplätze bräuchten wir nur 10 bis 20 Millionen Arbeitsplätze zur qualitativ immer noch hohen Grundversorgung unserer Gesellschaft. Dies würde bedeuten, daß wir bei immer noch ca. 45% Beschäftigungsquote statt einer 40 Stundenwoche nur 16 bis 24 Stunden (also 2-3 Tage á 8 Stunden) die Woche arbeiten müßten. Ein enormer Gewinn an sogenannter „Freizeit“, vielmehr an Zeit für die Familie, die Kinder, Freunde, soziale Kontakte, generell soziales und kulturelles Engagement. Der gesamte Bedarf an versorgenden Infrastrukturen, Grund und Boden, Straßen, Bürogebäuden, Geschäftsgebäuden, Gewerbe- und Industriegebäuden etc. könnte im Prinzip mühelos halbiert werden. Der ganze die Umwelt wie Anwohner belastende Straßenverkehr, Bahn- und Flugverkehr mit all seinen personellen Aufwendungen, Lärm- und Schadstoffemissionen sowie tragischen Unfällen und damit verbundenen Gesundheitskosten könnte halbiert werden. Der gesamte Bedarf an Energie, an Strom, Kohle, Öl, Gas etc. wie auch regenerativen Energien könnte halbiert werden. Kein Mensch hat je ausgerechnet, wieviel an Rohstoffen und Energien man tatsächlich für eine zufriedene, glückliche und gesunde Gesellschaft benötigt. Doch allein das ist oder sollte der Maßstab für Fortschritt und Zukunft sein, lokal wie global. Wir glauben, daß es (nicht nur an Bürokratie) nur ein Zehntel dessen ist, was wir tatsächlich in Deutschland für unser vermeindliches Wohlstandsglück derzeit verbrauchen.

Immer wieder wird in dringlichen Fragen der Gerechtigkeit und des Umweltschutzes das längst antiquierte „antisozialistische“ bzw. „antikommunistische“ Argument der Freiheit, der Selbstbestimmung und individuellen Entfaltung von den Konservativen und sogenannten Marktliberalen angeführt, um die liberale Marktwirtschaft irgendwie noch zu verteidigen. Das stets gelobte amerikanische Modell vom unbegrenzten wie freien Kapitalismus hat sich jedoch seit den letzten 30 Jahren als extrem umwelt- und gesundheitszerstörend wie vor allem unsozial erwiesen, wenn man sich die Situation der amerikanischen Wirtschaft und seiner Bevölkerung heute anschaut. Hier wie da (Rußland, USA, China, Europa, neuerdings auch Südamerika) gibt es eine handvoll Superreicher und Wohlhabender mit einer ungeheuerlichen kapitalen wie politischen Macht, die tatsächlich den amerikanischen Traum „leben“ können. Doch wenn weniger als 10% der privilegierten Bevölkerung mehr als 80% des Vermögens besitzt, ist das zutiefst ungerecht, unsozial, undemokratisch wie gesellschaftsschädigend. Noch unverständlicher ist, daß diese Menschen (mit Ausnahme von China) politisch -also auf demokratischem Weg- dazu legitimiert sind, soviel Reichtum und Macht in einer Person zu konzentrieren. Tatsächlich haben wir es mit kapitalistischen Diktaturen und Diktatoren zu tun, die sich in globalen Pseudodemokratien frei entfalten können. Und es hilft auch wenig, wenn weltweit 100.000 Superreiche großzügige Spenden in soziale oder humanitäre Projekte fließen lassen, um nach außen hin medial wirksam den heiligen Samariter zu spielen. Diese extrem hohen Summen von Kapital, die sich hier auf einen sehr begrenzten Personenkreis innerhalb der global agierenden Superkonzerne konzentrieren, wurden fortlaufend mit Beginn der Industrialisierung und der Einführung der kapitalen Marktwirtschaft -ein Großteil deutscher Konzerne war darüberhinaus stark mit dem NS-Regiem und den damit verbundenen Zwangsenteignungen von Firmen sowie Zivilpersonen sowie dem Einsatz von Zwangsarbeitern direkt und indirekt verflochten- sukzessive der arbeitenden Bevölkerung -die ja erst die Produkte und Dienstleistungen erwirtschaftet haben- wie letztendlich auch dem Staat -etwa durch unterlassene Steuerzahlungen und systematische (illegale) Kapitalflucht ins Ausland wie auch durch starke Lobbyarbeit und Korruption bei der europäischen wie bundesrepublikanischen, parlamentarischen Gesetzgebung- entzogen. Ließe sich das daraus resultierende Vermögen in Relation zum Gesamtvermögen der Gesellschaft auf 5% bis max. 20% Anteil taxieren, würde man von sozialer Ungerechtigkeit heute nicht reden. Im Prinzip stehen alle Einkommen, die mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Median-Einkommens betragen, unter dem dringenden Verdacht, nicht „leistungsgerecht“ erwirtschaftet worden zu sein. Kein Mensch kann im gleichen Zeitraum doppelt, gar dreifach so produktiv sein wie der Durschnitt! Wir aber leben in einem Land, in dem der Spitzenmanager eines Konzerns 100 mal soviel verdient wie ein angesehner Facharzt oder Universitästprofessor, der doppelt so viel verdient wie der Autobauer und Ingenieur, der doppelt so viel Gehalt bekommt wie der Kindergärtner oder Krankenpfleger, der immer noch doppelt so viel verdient wie ein Niedriglohnjobber bei Amazon oder als Spargelernter auf einem deutschen Acker. Der Spitzenmanager der Industrie verdient also 500 mal soviel wie der Kindergärtner oder Krankenpfleger, gar 1000 mal soviel wie der Niedriglohnjobber. „Halbwegs“ soziale Gerechtigkeit sieht sicherlich anders, ganz ganz anders aus. Kurzum: von unserer bundesrepublikanischen Idee einer sozialen Marktwirtschaft ist bis heute unterm Strich nicht mehr viel übrig geblieben. Der 2008 gefeuerte Boss der 2008 gegen die Wand gefahrenen HRE (Hypo Real Estate), der damals drittgrößten Bank Deutschlands, deren Rettung den deutschen Steuerzahler bisher über 19 Mrd. Euro gekostet hat (230,- Euro je Bundesbürger!), besteht noch heute im Alter von 57 Jahren auf Auszahlung seines Vorstandsgehaltes von insg. 3,5 Mio. Euro bis Vertragsende 2013 und eine monatliche Rente von 47.000,- Euro!, zusammen also mehr als 12 Mio Euro Forderungen an der Staat bis Rentenende. Wenn das Nichtstun in Deutschland 3,5 Mio Euro kostet (700.000,- Euro Gehalt jährlich) und der Mann soviel monatliche Rente haben will wie ca. 30 monatliche Nettopensionen (1.700,-Euro III/ 1.500,- Euro I ) bzw. Angestelltenrenten (1.600,-Euro III/ 1.400,- Euro I) bei einem Beamtengehalt bzw. Einkommen von 3.000,- Euro der Steuerklasse III bzw. I, wird das gesamte Leistungsprinzip zur Farce. Der unglückliche Exboss der HRE steht hier nur exemplarisch für weitere 100.000 an der Spitze deutscher Firmen und Konzerne. All das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr vermittelbar.

Auch die mit Beginn der 1990´er Jahre einsetzenden Umweltbewegung -die Grenzen des Wachstums vom Clube of Rome erschienen bereits 1972!, die „Grünen“ starteten 1983 in den Bundestag- Stichwort: ökologisch-soziale Marktwirtschaft) ist heute zwar medial „en vogue“, in anbetracht der tatsächlichen Energie- und Rohstoffverbräuche der Privatkonsumenten und der Wirtschaft jedoch ein 100% Stillstand in nunmehr 25 Jahren. Obwohl die Produktionstechnologien bei uns immer smarter und umweltschonender werden, werden die Einsparungen durch einen kontinuierlichen Mehrverbrauch wieder zunichte gemacht (siehe Beispiel SUV, Smartphone-Terror, Anstieg der Wohnungsgröße usw.). Und global sieht es noch viel schlechter aus, da hier immer mehr Menschen (China, Südamerika, Afrika, Rußland) ebenfalls in den grenzenlosen Konsumgenuß kommen wollen (oder zumindest von der Industrie werbend dazu aufgefordert werden) und hierfür gewaltige Mengen Energie und Rohstoffe (mit zum Teil veralteter Technik) benötigt wird. Die produzierende Industrie „freut“ sich weltweit auf den neuen, milliardenschweren Absatzmarkt, wo mehr als 4 Milliarden unvermögende und meist arme Menschen weltweit von den Slums in die konsumorientierte Unter- und Mittelschicht aufsteigen wollen. Und immer wieder ist es die gleiche Mixtur aus technischem Know-How, priviligiertem Zugang zu Energieressourcen und Rohstoffen, die den Menschen Reichtum, Arbeitsplätze und Wohlstand verspricht, sie letztendlich aber nur mit den uns längst bekannten „zivilisatorischen“ Problemen geiselt. Nicht, daß wir gegen Technik, Know-how und Artefakte sind, doch sie müssen „pro“ Gesellschaft und „pro“ Natur eingesetzt werden – nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir dahin kommen, daß uns beispielsweise eine dominante Rüstungsindustrie dazu auffordert, Krieg zu führen, nur allein um Arbeitsplätze zu erhalten oder zu schaffen, die Wirtschaft anzukurbeln oder um an wertvolle Rohstoffe bzw. Territorien zu gelangen, sind wir nicht besser als die finstersten Barbaren und andere prominente, verbrecherische Kriegstreiber der Weltgeschichte.

Menschen wollen leben, und dies überwiegend in Frieden und in Gerechtigkeit! So aber werden unsere Politiker (Volksverteter) mit den primitivsten Parolen vom Kampf der Kulturen und anderen existentiellen Bedrohungen (Achse des Bösen, Kapitalflucht, Wegbleiben von Investoren, drohende Insolvenzen, steigende Arbeitslosigkeit, Verlust der technologischen Führerschaft usw.) „paranoid“ und bange gemacht oder einfach nur mit verlockendem Geld und weiteren Annehmlichkeiten des Lebens korrumpiert, daß sie bei all den rentablen Verbrechen gegen Mensch und Natur das Recht des Volkes und die Macht des Volkes verbiegen und mißbrauchen. Die Gesellschaft der Zukunft sieht ganz anders aus, als es uns der „Markt“ werbenderweise immer wieder und wieder zu zeichnen versucht: nur ein Bruchteil der Menschen wird tatsächlich damit beschäftigt sein, die materielle Grundversorgung mit Nahrungsmitteln sowie notwendigen Infrastrukturen, Gütern und Waren herzustellen. Der Rest der Gesellschaft, und dies sind mehr als 75%, leben als hochsozialisierte „Kulturmenschen“, als Bildungsmenschen, als Erfinder, Forscher, als kreative Menschen und feiern die transparente Demokratie, die freie Bürgerschaft, das gemeinsame Miteinnader und Füreinander. Alle haben Angst vor diesem als „sozialromatisch“ verklärtem Gesellschaftbild, doch tatsächlich sind es nur die derzeit minoritären Reichen und Mächtigen, die davor Angst haben und sich wie in Rußland vor dem „Pöbel“ einzäunen, weil sie mit einer echten denmokratischen Gesellschaft all ihre gestohlene Macht und ihr gestohlenes Vermögen verlieren würden. Das ist der eigentliche (friedliche) Kampf, der die nächsten Jahrzehnte weltweit geführt werden wird und nicht der aggressive und mit Waffen zerstörende Kampf gegen Kulturen, gegen Religionen oder Menschen.

14. Was uns heute fehlt, sind kreative Konzepte, wie man mit sehr geringem Aufwand an Material und Energie auf allen Gebieten des Lebens maximalen Wohlstand und Komfort generieren kann! Allein im Bereich der Architektur und Immobilien gäbe es eine Vielzahl von Anwendungen, die sicherlich auch zu ganz neuen ästhetischen Aspekten der Raumwahrnehmung führen können. Der intelligente Leichtbau mit ökologisch halbwegs unbedenklichen Materialien ist nur eine Möglichkeit, wie man vom Möbel bis zum gesamten Tragwerk eines Gebäudes neue Formen und Strukturen entwickeln kann. Vor allem aber müssen sich die Programme und damit die eigentlichen Bauaufgaben und Raumnutzungen ändern, um die vorhandenen wie neuen Raumangebote wesentlich effizient nutzen zu können. Dies betrifft insbesondere die Neubauten und neue Stadtgründungen, etwa in China, Afrika oder Südamerika. Schwierig wird es sein, den alten Bestand mit neuen architektonischen Konzepten zu sanieren, zu erweitern, ohne erhaltenswerte Substanz zu zerstören. Soetwa hoffen wir, daß es schon bald thermisch wirksame, witterungsbeständige wie feuerhemmende Membranbaustoffe gibt, die endlich unsere massiven, schweren Fassaden und Dächer ersetzen werden. Im Bereich der Decken und Böden wird es extrem leichte Wabenstrukturen aus Holzverbundstoffen geben, die unsere alte Massivbauweise mit Zement und Stahlbeton ablösen wird. Auch die massiven Stahl- und Stahlbetonstützen werden extrem leichten, hochfesten 3D-Tragkonstruktionen aus u.a. aus ökologisch sinnvoll eingesetzten Karbonfasern weichen. Summa summarum werden wir je m² Nutzfläche nicht mehr 1 m³ Baustoffe mit einem Gewicht von über 1,5 Tonnen verbrauchen, sondern nur noch 0,2 m³ (in etwa der Inhalt eines Kofferaumes) Hochleistungsbaustoffe mit einem Gewicht von weit unter 100kg. Für einen Wohnraum von 30m² Größe werden heute in Massivbauweise noch 45 Tonnen Baustoffe, in Holzbauweise immer noch 12 Tonnen und in Leichtbauweise dann zukünftig nur noch 3 Tonnen benötigt. Damit sparen wir mehr als 90% des gesamten Energie- und Rohstoffbedarfs allein im Wohnungsbau. Deutschland bräuchte für seine 82 Millionen Einwohner bei 30m² Wohnfläche dann gerade mal 250 Mio. Tonnen Hochleistungs-Baumaterialien statt derzeit 4 bis 5 Mrd. Tonnen in Massivbauweise (60 Tonne je Wohnung bei durchschnittlich 42,5m² je Einwohner). Natürlich wird dies eine gesamte Branche massiv verändern und einen Großteil der derzeitigen Arbeitsplätze, insbesondere im Handwerk, komplett überflüssig machen. Doch echter kultureller Fortschritt heißt: minimaler Arbeitsaufwand (also minimale Beschäftigung/Arbeit) für maximale Leistung! Nur so können wir in den nächsten Jahrzehnten dafür sorgen, daß nicht nur 1 Mrd., sondern alle 5 bis 7 Mrd. Menschen gleichzeitig am Wohlstand, Komfort und kulturellem Wissen profitieren können. Was wir dadurch an sozialen wie kulturellen Synergieeffekten gewinnen, ist derzeit kaum vorstellbar . . . wäre ein Traum von wirklicher Moderne. „Weniger ist Mehr“ bedeutet hier als zukunftsorientiertes soziales wie umweltfreundliches Konzept vor allem ein Mehr für „alle“ Menschen, wenn Rostoffe und Energien durch intelligente Konstruktionen, Verfahren und Nutzungen optimal ausgenutzt werden.

Da Größe -innen wie außen-  dennoch eine wichtige kulturelle wie ästhetische Aufgabe erfüllt, sollten vor allem bestimmte öffentliche Gebäude und Freianlagen nach wie vor relativ „luxeriös“, doch mit Einsatz technologisch wie ökologisch weitentwickelter Baustoffe und Herstellungsverfahren realisiert werden. Wohnungsbauten machen hierzulande zirka 2/3 aller Gebäudetypen aus und sollten schwerpunktmäßig im Schnitt mit 30m² bis 35m² je Bewohner kalkuliert werden und nicht mehr als 8-10m² Grund und Boden je Bewohner verbrauchen. Für Bürogebäude sollten nicht mehr als 10-12m² je Büroarbeitsplatz vorgehalten werden und zudem eine durschnittliche effektive Jahresauslastung von mindestens 35% bis 40% statt der üblichen 15% bis 20% Auslastung erzielen. Ähnlich wie beim Car-Charing können und sollen wertvolle Nutzflächen von Büros, Werkstätten, Laboren wie auch Versammlungsstätten, Museen, Sporthallen, Mensen, Schulen und Kindergärten möglichst rund um die Uhr angeboten und genutzt werden, um die Rentabilität der Immobilien wie der dafür notwendigen Infrastrukturen voll auszuschöpfen.