energie

begrenzte ressourcen :: Die Erde stellt uns Menschen nur ein bestimmtes Potential an erneuerbaren wie nicht erneuerbaren Ernergien zur Verfügung. Energie aus Wind, Wasser, Sonne und Erdwärme sind quasi gratis in beinahe unvorstellbar grossen Mengen und zudem CO2-neutral auf der Erde vorhanden, während Fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle als wertvolle wie unwiderbringliche Ressourcen nur begrenzt vorhanden sind. Beim Verbrennen von fossilen Energieträgern entstehen neben giftigen Stoffen grosse Mengen von CO2, welches zur zusätzlichen Erwärmung des Klimas beiträgt (Klimaerwärmung). Fossile Energieträger -wie auch Atomenergie- sind in der Gewinnung und Förderung mit sehr hohen Kosten, massiven direkten wie indirekten Umweltveränderungen und last but not least mit hohen Umweltrisiken verbunden und unterliegen als endliche Rohstoffreserven einer nicht kalkulierbaren Preissteigerung/ Spekulation auf den weltweiten Energiemärkten.

energieverbrauch in deutschland :: Da Deutschland 75% des derzeitigen Enegieaufkommen importieren muss (3.380 Mio. MWh Import, zirka 1.152 Mio. MWh Eigengewinnung im Innland), ist die wirtschaftliche Abhängigkeit vom globalen Energiemarkt sehr gross. Insgesamt liegt der Primärenergieverbrauch im Jahr 2008 bei 3.970 Mio. MWh bzw. 14.280 PJ (das sind zirka 48.240 kWh je Einwohner). Davon werden 286 Mio. MWh (7%) nicht energetisch verbraucht (z.b. Schmieröle und Fette), 992,4 Mio. MWh (25%) gehen durch technische wie infrastrukturelle Umwandlungsverluste verloren und 144,3 Mio. MWh (3,6%) werden von den Energiesektoren selbst verbraucht. Damit verbleiben in Deutschland an energetisch genutzter „Endenergie“ zirka 2.537 Mio. MWh (30.825 kWh je Einwohner), die etwa zu 29% (8.935 kWh je EW) von der Industrie, zu 28% (8.700 kWh je EW) im Verkehr, zu 27,4% (8.450 kWh je EW) von den Haushalten und zu 15,4% (4.740 kWh je EW) durch die Gruppe Gewerbe, Handel und Dienstleistungen verbraucht werden.

Mit zunehmender anzahl energieeffizienter Immobilien, energieeffizienteren Fertigungstechniken/ -verfahren in der Industrie, energieeffizienteren Maschinen und Antriebsaggregaten (Mobilität) und entsprechendem Umweltbewußtsein (Energiesparen) kann der Primärenergieverbrauch bei entsprechenden Investitionen, Konsum- und Nutzungsverhalten in den nächsten Jahren mühelos auf 75% bis 90% reduziert werden. Ziel ist es, kurz- bis mittelfristig je Einwohner nicht mehr als 5.000 kWh Endenergie zu verbrauchen.

energieträger in deutschland :: Nach Energieträgern verteilt sich die verbrauchte Endenergie im Jahr 2005 (2.938 Mio. MWh) zu etwa 37,7% auf Mineralöle, zu 32,1% auf Erdgas, zu 9,4% auf Steinkohle, zu 8,7% auf Braunkohle, zu 6,4% auf erneuerbare Energien und zu 5,7% auf Kernenergie. Hier ist zu wünschen, dass der Anteil von günstigen, erneuerbaren energien in den nächsten 10 bis 15 Jahren einen Anteil von weit über 50% ausmacht. Die umweltfreundliche Erzeugung, Speicherung und internationale Netzverteilung von Strom wird die technische, infrastrukturelle Herausforderung der nächsten 10 bis 15 Jahre sein. Ein grossteil der Energieerzeugung sollte trotz effektiver Sonnenfarmen -etwa in Afrika oder Spanien- dennoch „dezentral“ und damit unabhängig von aufwendigen Infrastrukturen mit hohen Leitungsverlusten und Unterhaltskosten erfolgen. Im Bereich der Wärmeerzeugung können zudem Geothermie, Solarthermie und Sonnenkollektoren in Verbindung mit geeigneten Wärmeschutzmassnahmen und Wärmetauschersystemen einen grossen Teil der bisher genutzten fossilen Energieträger (Öl, Gas, Kohle) ablösen. Hohe Mengen an Energie, wie sie etwa für Prozesswärme in der Industrie benötigt wird, kann z.b. durch innovative Lasertechnik bereit gestellt werden.

energieverbrauch weltweit :: Im internationalen Vergleich lag der Prokopfverbrauch von Primärenergie in Deutschland bei 55.490 kWh, in Norwegen bei 126.100 kWh, in den USA bei 104.600 kWh, in Europa bei 44.070 kWh, in China bei 10.350 kWh, in Indien bei 6.770 kWh, in Afrika bei 4.650 und weltweit bei 22.000 kWh. Verglichen mit dem weltweiten Durchschnittsverbrauch benötigen wir in Deutschland also das 2.5-fache an Primärenergie. Der Energiehunger der prosperierenden, einwohnerstärksten Länder (China, Indien, Südamerika) wird die Situation auf den Energiemärkten in den nächsten 10 bis 20 Jahren vor sehr grosse Herausforderungen stellen. Entscheidend wird allerdings weniger die Energiemenge sein als vielmehr, wie umweltfreundlich wir unsere zukünftigen Energien gewinnen. Wasser-, Wind-, Geothermie und Solarenergie sind quasi in unendlich grossen Mengen vorhanden und können technisch bereits heute geerntet werden. Öl-, Gas- und Kohleprodukte werden bereits in naher Zukunft als unwiderbringlicher Rohstoff zu kostbar sein, um sie einfach nur zu verbrennen. Auch regenerative „Biomasse“ (Ethanol, Rapsöl, Holz) wird nur eine begrenzte Rolle spielen, da die zunehmenden „ökologischen“ Anbauflächen überwiegend zur Erzeugung von Nahrungsmitteln benötigt werden.

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