chaos + ordnung

chaos + ordnung : bei dem Versuch, in der Architektur- und Baugeschichte ein wesentliches Kriterium für die Gestaltung von Gebäuden und Städten zu finden, stößt man in der Differenzierung aller Baustile immer wieder auf das Grundthema der „Ordnung“ beziehungsweise auf die beiden Pole Ordnung und Chaos. Ganz unabhängig, für welchen Zweck, mit welchen Materialien und mit welchen Konstruktionen ein Gebäude oder ein Stadtgrundriss hergestellt wird, lassen sich alle Artefakte der Form und Struktur nach in geordnete und weniger geordnete (chaotische) Gebilde zuordnen. Die Natur und Kosmologie selbst kennt ebenfalls geordnete und ungeordnete Zustände im Kräftegleichgewicht der Physik, der Chemie und Biologie. Da die Welt sich in keinem statischen Zustand befindet, bewirkt das Prozeßhafte im Spiel der Naturkräfte stets ein Kommen und Gehen von „stabilen“ oder existenzfähigen Zuständen. Auf jede Aktion (Impuls, Veränderung von Energie und Masse in Raum und Zeit) folgt eine physikalische, chemische und/ oder biologische Reaktion, die zu einer neuen, existenzfähigen Ordnung innerhalb der Naturgesetze führt. Eine bestehende Ordnung kann dabei durch chaotische (z.B. Explosion, Zusammenstoss etc.) oder mehr oder weniger regelmäßige Kräfte (z.B. Planetenbahnen, Gezeiten etc.) verändert werden. Dabei entstehen entweder komplett neue Strukturen (Vulkanausbruch, Eiszeit etc.) oder bestehende Strukturen passen sich den einwirkenden Kräften mehr oder weniger durch leichte Veränderung an (breites Spektrum an Belastbarkeit, Elastizität, Fähigkeit zum Wachstum/ Regeneration, Widerstandsfähigkeit usw.).

geordnete unordnung : Bei allem, was wir bisher aus der Natur und der Astronomie ableiten können, ist biologisches Leben ohne Veränderung energetischer, molekularer Zustände nicht möglich. Das Leben selbst ist stets etwas Prozesshaftes, niemals etwas Statisches oder Ideales (gedacht als maximale Ordnung, die über alle möglichen Krafteinwirkungen erhaben ist, quasi „ewig“ ist). Das Werden von etwas bedingt das Vergehen von etwas Vorherigem (Zyklus von Geburt, Leben, Tod). Diese Gesetzmäßigkeit der Natur schwebt als Erkenntnis zunächst einmal über allem, was wir Menschen über uns selbst und die Welt jenseits von Phantasie, Spekulation und Glauben in Erfahrung bringen können. Es gibt für den Kosmos, solange es Energie, Raum und Zeit gibt, keine Erlösung im Sinne einer höchsten, maximalen wie dauerhaften (ewigen) Ordnung, denn auch dieser Zustand wird sich zeitlich betrachtet wieder in ein maximales Chaos umwandeln, um schliesslich aus dem maximalen Chaos wieder zu einem möglichen Ganzen (das maximale, statische Kräftegleichgewicht der höchsten Ordnung) zusammenzufallen usw.

stabilität und prozess : Was hat nun die Baugeschichte mit den kosmischen Naturgesetzen zu schaffen? In nahezu allen Gebäuden der Menschheitsgeschichte finden wir die formale Suche  nach baulicher Ordnung, Statik, Festigkeit und Halt. Dabei spielt das Wissen um das „Vergehen“ und den Zerfall stets eine bedeutende Rolle. Stabile Zustände (Regeln, Gesetze, Riten etc.) sind dabei stets die Grundlage einer organisierten, funktionsfähigen Gesellschaft. Veränderungen jedweder Art (Witterung, Naturkatastrophen, Krankheiten etc.) sorgen dabei für eine drohende Instabilität der bestehenden Ordnung innerhalb einer Gesellschaft. Darum ist das Streben nach Festigkeit, Ordnung und Regelmäßigkeit in unserem Handeln eine existentielle Notwendigkeit zum Überleben. Angst und Sorge um die Zukunft sind ein zentraler Bestandteil unserer psychologischen Grundausstattung, die unser Handeln (und damit auch das Bauen) maßgeblich beeinflusst. Aus der Angst vor der Sterblichkeit (und damit auch die Angst vor dem Vergessen-Werden) hat man gewaltige Pyramiden, Begräbnis- und Weihestätten wie auch Denkmäler bauen lassen und die Burgen, Festungen und Stadtmauern konnten nicht stabil genug sein, um möglichen Gefahren zu trotzen.

prägnanz der symmetrie : Und die Suche nach stabilen Strukturen hat sich damit auch auf die Form der Gebäude sowie deren baukörperliche Gliederung erweitert. Dabei haben sich die platonischen Körper, allesamt achialsymmetrische oder punktsymmetrische Geometrien, als besonders stabil und in der Wahrnehmung als äußerst prägnant erwiesen. Je symmetrischer ein Körper oder eine Figur aufgebaut ist, desto sicherer, schneller und eindeutiger (prägnanter) verläuft seine wahrnehmungspsychologische Identifizierung über das neuronale Belohnungssystem (Lesbarkeit, Interpretation, Deutung, Prägnanztendenz in der Gestaltpsychologie).

privileg der symmetrie : Kreis, Dreieck und Quadrat bzw. Kugel, Halbkugel und Zylinder, Pyramide (Tetraeder) und Kubus (Hexaeder) haben sich hier aus den insgesamt 5 platonischen Körpern als bevorzugte Standardformen im Formenrepertoir der Baumeister etabliert „und“ wurden den hierarchischen Ordnungsstrukturen einer Gesellschaft (herrschende bzw. privilegierte Klassen) zugeordnet. Achsialsymmetrische Bauwerke waren damit überwiegend für kirchliche, religiöse und bedeutende öffentliche Funktionen (Profanbauten) reserviert. Hiermit kommt es zu einer formalen Gleichsetzung von „Macht“ bzw. Autorität mit überwiegend „symmetrischen Baukörpern“ (Figuren, Formen) und/ oder ihrer symmetrischen Gliederung. Diese sprachliche (begriffliche) Determinierung als Analogie ist natürlich nur „ideal“ und symbolisch gedacht (hat also einen bedeutenden semantischen Wert), entbehrt aber jeder funktionalen, konstruktiven oder statischen Authentizität und Ableitung. Dennoch ist unser ganzes Denken wie auch die Wahrnehmung der Welt bis heute extrem achsialsymmetrisch gewichtet (effektives Belohnungssystem), da wir in dem optischen Ebenmaß (Gleichmaß) u.a. einen Garanten für eine ausgeglichene Gefühlswelt finden (Unordnung/ Chaos = Gefahr = Angst bzw. im Umkehrschluss dann: Ordnung = Sicherheit = Sorglosigkeit/ Entspannung).

zwei seelen in meiner brust : Tatsächlich aber ist der Mensch (wie auch die meisten Tiere) in seiner anatomischen Grundstruktur (Skelett, Muskelatur, Nervensystem etc.) zwar „quasi“ achsialsymmetrisch, bezüglich seiner inneren Organe, Blutgefäße und Gehirnfunktionen jedoch relativ unsymmetrisch konzipiert. Auch Pflanzen weisen sowohl symmetrische (Blattform) wie auch asymmetrische Strukturen (Astwerk) auf. Es ist allein das Prinzip der Prägnanz (Reduktion auf eine möglichst einfache, schnell verständliche wie eindringliche, wenig komplexe Form), daß wir Menschen symmetrische Figuren und Körper zunächst einmal favorisieren, im weiteren Verlauf der Betrachtung aber wegen ihrer dann doch zu niedrigen Komplexität als eher langweilig, monoton, trivial und wenig anspruchsvoll bewerten. Damit spannt sich unser Verständnis für Formen und deren geometrische bzw. mathematisch definierten Strukturen irgendwo zwischen totalem Chaos (Beispiel Sternbild) und trivialer, einfaltsloser geometrischen Achsialsymmetrie (Quadrat, Kreis), je nach dem, wie intensiv und tiefgründig man sich mit einer Struktur beschäftigt. Ästhetisch betrachtet können -trotz Prägnanzprinzip- sowohl einfachste Körper (Beispiel Leuchtturm) wie hochkomplexe oder chaotische Figuren (Beispiel Landschaftsbild, gefaltetes Gebirge etc.) als „schön“ empfunden werden.

symmetrische wechselwirkung : Im Städtebau, also einem räumlichen Gefüge von einzelnen Bauten, ordnet sich der einzelne Baukörper jedoch dem räumlichen Kontext unter. Hier wird beispielsweise die sprachliche Monotonie eines hochausbalancierten, in sich geschlossenen, achsialsymmetrischen Bauwerkes (eine Kirche, ein Palast, ein Tempel) allein durch seinen (chaotischen, asymmetrischen) Kontext ästhetisch belebt. Diese Erfahrung können sie beispielsweise vortrefflich am Markusplatz in Venedig machen, eines der spannendsten Ensemble aus achsialsymmetrischen bzw. linear aufgebauten Einzelgebäuden überhaupt (Dogenpalast + Piazzetta, Markuskirche [in sich abgeschlossene, eigenständige, achsialsymmetrische Figur], die schier endlosen Arkadenreihen der Prokuratien [lineare, horizontale Struktur, Reihung] und als Schlüsselfigur der freistehende Campanile [ordnende, den Raum organisierende Vertikale, Drehachse, achsialsymmetrisch], der dem Platz seine eigentliche ästhetische Komponente verleiht). Obwohl oder gerade weil! keine einzige Spiegelachse bzw. Fassadenfront ein entsprechendes Gegenüber als baukörperliche oder funktionale Reaktion findet (wie etwa bei der Achsialsymmetrie in Versaille) und auch die Fluchtlinien der einzelnen Gebäudekanten keinen direkten Bezug zueinander herstellen, bilden die eigenständigen, nicht orthognal oder parallel zueinander gestellten Fassadenfronten [lediglich der abgerückte Turm an der Scheide des großen und kleinen Platzes ist paralle zur Prokuratie gestellt] einen organisierten, in sich schlüssigen wie zusammenhängenden Raum. Eine achsialsymmetrische, orthogonal bzw. parallel verlaufende Anordnung der den Platz fassenden Gebäude würde den Platz in all seiner Schönheit zunichte machen. Hierbei wird die monotone, endlose wie maßstabslose Arkardenreihung der Prokuratien durch den vertikalen Paukenschlag des Turmes und die achsialsymmetrische Prachtfassade der Markuskirche in der ästhetischen Bildanalyse „erlöst“. Ein schöner Ton wirkt um so schöner, je unschöner die umgebenden Töne als Vorspiel wirken.

symmetrie verankert : Solitäre Gebäude, die im freien Raum, insbesondere im Landschaftsraum stehen (also keinem unmittelbaren städtebaulichen Kontext ausgesetzt sind), brauchen hingegen eine selbstreferentielle Symmetrie, um im relativ chaotischen Landschaftsbild einen ruhenden Anker zu finden bzw. eine gestalterische Setzung zu formulieren (siehe beispielhaft diverse Villen von A. Palladio in Venetien). Asymmetrische Baukörper würden sich als Solitäre im eher heterogenen Kontext der Natur verlieren.

flexibilität der ymmetrie : Der überwiegende Anteil unserer alltäglichen Artefakte (Werkzeuge, Geräte, Maschinen, Verkehrsmittel etc.) ist mit wenigen Ausnahmen der Form nach punkt- oder achsialsymmetrisch aufgebaut. Achsialsymmetrische Artefakte sind mehr oder weniger richtungslos und besitzen damit ein breiteres Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten (quasi universale Artefakte). So etwa können zylindrische Gefäße (Vase, Trinkglas, Teller, Topf etc.) von allen Seiten gleichmäßig benutzt werden, während eine Kanne mit Griff und Tülle, ein Hammer mit Bahn und Finne oder ein Füllfederhalter mit Tintenhalter und Feder eine gerichtete (damit im Raum eingeschränkte) Handhabung erfordern.

form follows function : Je weniger Symmetrieachsen ein Gegenstand aufweist, desto eingeschränkter bzw. ergonomischer seine Handhabung (händische Benutzung). Hinzu kommt, daß sich achsialsymmetrische Formen zumindest maschinell (durch Rotationsmaschinen) leichter herstellen lassen als asymmetrische Formen (mit Ausnahme von rotationsfreien Stanzungen, Drucken, Tiefziehformen oder Güssen). Bei kinetischen Objekten (Fluzeug, Auto, Bahn, Schiff, Patrone, Rakete etc.) hingegen wird die symmetrische Form durch die in Bewegungsrichtung gleichmäßig wirkenden Gas- oder Flüssigkeitswiderstände abgeleitet (Aerodynamik etc.). Letztendlich entscheiden je nach Funktion und Nutzung sowie Herstellungsverfahren, Material und Konstruktion mehrere Faktoren, welchen Symmetriegrad die Artefakte formal besitzen. So etwa macht es ergonomisch Sinn, die beiden Scherengriffe (Augen) unterschiedlich groß zu gestalten, also das obere Auge für den Daumen [Druckfläche vertikal nach unten] und das untere Auge für Zeige- und Mittelfinger [Druckfläche vertikal nach oben] zu dimensionieren. Einen PC bzw. seine Verkleidung symmetrisch zu gestalten macht ebenfalls keinen Sinn, da die einzelnen, unterschiedlich großen Komponenten (Anschlüsse, Bauteile etc.) keine symmetrische Anordnung erforderlich machen.

symmetrie präsentiert : Wenn nun, wie bei den meisten mobilen Artefakten, die Funktion das Hauptkriterium für die Formfinfung und Symmetrieausbildung bei Gebäuden und Freiräumen ist, gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Funktionen, die tatsächlich eine symmetrische Anordnung von Räumen und daraus resultierenden Baukörpern oder Plätzen erfordert: nämlich zu Zwecken der „Präsentation“ (Bühne, Theater, Kino, Hörsaal, Konferenzraum, Festsaal, Kirchenraum, Arena, Stadion, Versammlungsplätze) sowie Turmbauten (ideale statische Konzeption der gleichmäßigen, also symmetrischen Lastabtragung). Alle anderen Funktionen, und damit die Mehrheit aller üblichen Raum- und Gebäudenutzungen, erfordert hingegen „keine“ zwingende symmetrische Anordnung oder Grundrissdisposition. Dass dennoch soviele Gebäude (insbesondere öffentliche Gebäude wie Universitäten, Museen, Gerichtgebäude, Rathäuser etc.) symmetrisch konzeptioniert sind (obwohl die inneren Funktionen keine symmetrische Anordnung erfordert), hat demnach etwas mit formaler Willkür (also einem übergeordnetem Gestaltungswillen) zu tun, die durch die Wahl der Form eine bewußte bzw. beabsichtigte Täuschung in Kauf nimmt oder als etwas gelten möchte, was präsentativen, herrschaftlichen Chrakter haben soll. Schwierig ist es immer dann, wenn private oder gewerbliche Gebäude sich mit oder durch die „herrschaftliche“ Symmetrie schmücken und damit aus dem Kontext als etwas besonderes hervorheben wollen, obwohl es für diese Funktion keine gesellschaftliche Konvention gibt.

Aber formale Zwänge dieser Art, in der die Funktion nicht mit der gewählten Form übereinstimmt, gibt es bei allen, also auch asymmetrischen Formen und die Täuschung kann auch als eine „natürliche“, also legale oder erlaubte Form der Werbung verstanden werden (etwa bei der Mode, dem Schmuck etc.).

originalität der asymmetrie : Zu behaupten, asymmetrische Gebäude hätten weniger ästhetische Qualitäten wie symmetrische Gebäude (wie auch umgekehrt), ist törricht und nicht verizierbar, auch nicht durch das Prägnanzprinzip, bei dem unser Gehirn zur symmetrischen Simplifizierung der optisch wahrgenommenen Welt neigt (durch die Spiegelung muß nur eine Häfte des Objektes gelesen werden . . . es reichen also 50% Bildinformationen, um das ganze Bild [als Rekonstruktion] herzustellen). Tatsächlich gibt es keinen Menschen, dessen Körperoberfläche (z.B. Gesicht) exakt symmetrisch wäre, auch wenn wir den visuellen Eindruck von 100% Symmetrie haben. Hinzu kommt, daß die leichte Asymmetrie von Gesichtern ästhetisch höher bewertet wird als eine symmetrische Darstellung des gleichen Gesichtes [durch Spiegelung der linken oder rechten Gesichtshäfte]. Kommt noch ein Schönheitsfleck als asymmetrische Kennzeichnung hinzu, wird auch dies als sehr attraktiv bewertet.

makel der perfektion : Wahrscheinlich ist es in der ästhetischen Objektwahrnehmung eine Mischung aus Symmetrie (schnelle Lesbarkeit, einfache Rekonstruktion) und Asymmetrie (individuelle Kennzeichnung, Alleinstellungsmerkmal, Abweichung), die uns Menschen am besten gefällt. Die Perfektion und Makellosigkeit, die für eine geometrische Symmetrie notwendig ist, kann manchmal auch befremdlich, kalt und steril wirken, da sie so wenig „menschliches“ (makelhaftes) und zu viel maschinelles (makelloses, perfektes) besitzt. Man kann sich selbst ein Urteil verschaffen, wenn man beispielsweise symmetrische Haarschnitte mit asymmetrischen Haarschnitten vergleicht. Mag sein, daß das (von uns Menschen vermutete) göttliche, nicht irdische in reinster mathematischer Symmetrie aufgeht und alles irdische, menschliche sich darum allein durch Asymmetrie auszeichnet. Die Symmetrie hat mit dieser Gleichsetzung sowohl etwas faszinierendes wie abschreckendes an sich, etwas, was wir wegen seiner Perfektion und Klarheit bewundern und begehren, zugleich aber auch ablehnen, da es unserer ungleichgewichtigen Natur (körperlich wie seelisch) nicht oder nur zum Teil entspricht.

symmetrie belohnt : Man kann in der symmetrischen Gestaltung aber auch den idealen „Abschluss“ (Aktivierung des Belohnsystemes) eines rationalen  (also nach höchster Ordnung strebenden) Formfindungsprozesses sehen. Die Symmetrie (als mathematische, abstrakte Regel) hilft, der in der Welt empfundenen wie wahrgenommen Willkür, Zufälligkeit oder Regellosigkeit (Aktivierung der natürlichen Angstmechanismen) etwas definiertes (also eine mathematische Lösung) entgegen zu stellen, an der sich unsere Gefühle und Gedanken aufbauen und aufrichten können (Orientierung geben). Die Welt beherrschen und kontrollieren zu wollen gelingt psychologisch bzw. mental nur mit der vereinfachenden Abstraktion mathematischer Gleichungen (Befriedigung des Logos) bzw. seiner „symbolhaften“ Abbildung und Transformation auf die Welt der Artefakte. Offensichtlich ist unser Gehirn nicht in der Lage, komplexe asymmetrische Figuren oder Körper rational zu erfassen bzw. zu rekonstruieren, so dass wir Gestalt und Form immer wieder auf uns bekannte (neuronal rekonstruierbare) symmetrische Figuren abstrahieren, vereinfachen und reduzieren, um sie den Strukturen unseres Gehirnes zugänglich und damit rational operabel zu machen. Wohl können wir asymmetrische Figuren oder Bilder wahrnehmen und auch ästhetisch bewerten, doch „klären“ können wir sie meist nur mit mathematischen Gleichungen (symmetrische Abstraktionsmodellen).

energie macht symmetrie : Nun könnte man (recht unwissenschaftlich) spekulieren, daß der Kern (Atomphysik, Quantenmechanik etc.) alles Seienden eine symmetrische Konstruktion ist (weil sie die effektivste wie stabilste Bauart ist), während alle vorkommenden asymmetrischen Zustände nichts anderes als eine räumlich ungleichmäßige Verteilung symmetrischer Grundteilchen darstellen. Das strukturelle Grundprinzip des kleinsten Teilchens (hier also ein Kugelmodell mit unedlich vielen Symmetrieachsen durch den Kugelmittelpunkt) aber bleibt stets die Symmetrie. Dies aber müßte dann die Physik, Chemie und Biologie beweisen oder widerlegen, ob es wirklich einen allerersten symmetrischen Prototypen (die „energiefreie“ Muttersymmetrie) gibt, aus dem sich dann alles uns bekannte in Raum und Zeit entwickelt hat oder aber die Symmetrie nur das Resulat einer äußeren, mehr oder weniger gleichmäßigen Kraft- oder Energieeinwirkung ist (z.B. Gravitation, Impuls, Kraftstoss etc.), die eine molekulare, körperliche, stoffliche Symmetrieausbildung begünstigt bzw. verursacht (z.B. Kristallbildung). Doch dies sind u.a. Fragen nach der Urenergie bzw. der Entstehung von Energie, Raum und Zeit, die hier nicht beantwortet werden können ( . . . gibt es Energie ohne Zeit?, . . . gibt es Raum bzw. Stoff ohne Energie? usw.). Fest steht hier nur, daß eine gleichmäßige Krafteinwirkung (die es i.d.R. nur unter Laborbedingungen gibt) auf einen ungleichmäßig geformten Körper langfristig zu einer gleichmäßigen, damit auch symmetrischen (geordneten) Anordnung bzw. Verteilung der einzelnen Atome oder Moleküle führt. Bei den Materialien gibt es sowohl kristalline Stoffe (Atome bilden eine geordnete Struktur mit hoher Dichte, Fernordnung. z.B. Quarz) wie auch amorphe Stoffe (Atome mit unregelmäßiger Struktur mit geringerer Dichte, Nahordnung, z.B. Glas, vulkanisches Gesteinsglas Opsidian, Magnetstoffe, weichmagnetische Legierungen [Fe-Ni-Co], Kunststoffe wie PS, PVC oder PC). Hierbei wird durch beispielsweise zu schnelles Abkühlen oder Aufdampfen eine Kristallisation (also eine gleichmäßige Anordnung der Moleküle auf einem räumlichen Raster) verhindert. Wie auch immer gibt es bei aller abstrakten Mathematik in der Kristallographie jedoch in der Natur -also real- wegen der Gitterfehler und den Gesetzen der Entropie keine idealen Kristalle (es gibt stets Unregelmäßigketen in den sonst periodischen Kristallgittern)!

stabilität der unordnung : Was immer wir auch von der Natur und ihren Gesetzmäßigkeiten lernen können: es gibt geordnete und ungeordnete Strukturen, es gibt amorphe und kristalline Stoffe, und es gibt Energie, die Ordnung zu Unordnung macht (Kollision) und Unordnung zu Ordnung macht (Kristallisation). Alles ist in geordneter (weil gesetzmäßiger) Bewegung in Raum und Zeit und strebt langfristig stets zu stabilen, geordneten Zuständen (das, was L.B. Alberti die „Schönheit“ der Natur nennt). Die Unterscheidung der Dinge entspricht einer grundlegenden Ordnung (deren höchste die Symmetrie ist), während die Vermischung der Dinge eine Form der (atomaren) Unordnung herstellt, bei der ursprüngliche Energie verloren geht (Entropie).

unperfektion des göttlichen : L.B. Alberti hat im Erkennen des „Schönen“ = Ebenmaß = Ordnung = Symmetrie im direkten Vergleich zum „Häßlichen“ eine objektive, also jedem Menschen apriori (also erfahrungsfrei) gegebene Urteilskraft beigemessen (welches noch zu beweisen wäre). Harmonie, Gleichgewicht, Relationen, Proportionen und Symmetrie etc. entspringen demnach allein dem Logos der Mathematik, nach der auch die Natur sich bildet. Durch die praktische (künstlerische) Anwendung der Mathematik kann die „natürliche“ (aber meist fehlerhafte) Schönheit (der Natur) sogar noch übertroffen werden! An dieser Stelle mag man inne halten und nachdenklich werden: ist die Natur, und damit auch der Mensch, durchgehend nach den Prinzipien bzw. Gesetzen der mathematischen Ordnung (= Schönheit) ausgebildet? Ist alles Häßliche (also eine Form der Ungleichung) dann nur ein Fehler der (unsymmetrischen) Komposition bzw. Konstruktion? Und wie kann es sein, daß wir Menschen auch in ungeordneten, nicht harmonischen, asymmetrischen Zuständen etwas „Schönes“ erblicken können? Wo verläuft die Grenze zwischen Ordnung (Schönheit, Harmonie) und Unordnung (Häßlichkeit, Disharmonie)? Steht der Logos der Mathematik (definiert als Vernunft) mit unserer irrationalen Gefühlswelt (Unvernunft, Unwissenheit, niedere Instinkte etc.) in einem (möglicherweise darwinsistischem) Wettbewerb? Und wie würde eine durch und durch kristalline Welt als Idealbild tatsächlich aussehen? Für L.B. Alberti ist beispielsweise der „Plan“ und die (abstrakte) Überprüfung am Modell (Verifizierung) die Grundvoraussetzung für das Schaffen von Schönheit. Doch was ist dann mit den „planlosen“, jeglicher Rationalität entbehrenden Schöpfungen?

perfekter dreiklang ? : Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Tatsache, daß die Mathematik die Gestalt oder Komposition lediglich in eine geordnete „Form“ bringt (also eine „formale“ Sache ist) und sich damit über die Zwänge und Bedingungen einer „vernünftigen“ Funktion (utilitas) sowie einer „vernünftigen“ Konstruktion (firmitas) stellt. Alberti geht stets von einem (geplanten) Glücksfall aus, bei dem die Form, Konstruktion und die Funktion optimal (… daß man nichts hinzufügen oder wegnehmen könne….) aufeinander abgestimmt sind.

symmetriezwänge : Dies ist aber am Beispiel eines einfachen Wohngebäudes schon garnicht so leicht zu erfüllen, da es funktional unterschiedlich große Räume gibt, entsprechend unterschiedliche Raumhöhen, unterschiedliche Spannweiten, unterschiedliche Lastfälle, unterschiedliche Bauteildimensionierungen, unterschiedlich große Tür- und Fensteröffnungen usw.. Es müßte demnach ein „symmetrisches“ Raumprogramm vorliegen (also eine symmetrische Funktion), um tatsächlich durch symmetrische Konstruktionen eine symmetrische Gesamtform abbilden zu können. Das Einpressen von unterschiedlichen Funktionen (und die sind i.d.R bei allen Bauaufgaben immer gegeben) in ein regelmäßiges Konstruktionsraster (aus dem allein nur ein geordneter Körper entstehen kann), verursacht jedoch jede Menge funktionale, konstruktive wie formale Kompromisse, die eine perfekte oder ideale Harmonie (Passung, Entsprechung, Kongruenz etc.) von Form, Konstruktion und Funktion im Sinne L.B. Alberti ausschliessen.

emanzipation der symmetrie : Le Corbusier versuchte  erstmals mit seinem „plan libre“ (konstruktive Loslösung von Wand, Decke und Fassade) auf die asymmetrischen Funktionen innerhalb eines platonischen Körpers reagieren zu können (Dom-ino Haus 1914, „5 Punkte zu einer neuen Architektur“, 2917). Fenster, Öffnungen und Wände können nun im Grundriss frei (flexibel) vom eigentlichen Tragwerk angeordnet werden. Es dauerte noch ein Weilchen, bis E. Mendelsohn 1919-22 den Einsteinturm in Potsdam (eine organische, dennoch 1-achsig symmetrische Form) und schließlich H. Scharoun 1960-63 die „Berliner Philharmonie“ bauten. Zur gleichen Zeit hatte M.v.d.Rohe die „Neue Nationalgalerie“ in Berlin entworfen, die auf Entwürfe des unausgeführten Verwaltungsgebäudes von Bacardi (1957) und Entwürfen des ebenfalls unausgeführten „Museum G. Schäfer“ in Schweinfurt (1960-63) basierten. Bei Mies ein „quadratischer“ Stahl-Glaspavillon als stützenfreie Haupthalle mit weit auskragendem, auf nur 8 Stahlstützen ruhenden quadratischen Dach als maximale Lösung für den von ihm angedachten „Universalraum“. Mies reduziert dabei das Tragwerk des Daches auf ein Maximum und löst es mit den außenliegenden Stützen vollständig vom allseitig verglasten Innenraum. Dennoch konstruiert Mies wieder ein Quadratraster und auch der Innenraum, der ja nun der Form nach beliebig frei unter dem quadratischen Dach gestaltet sein könnte, ordnet sich formal dem strengen, gleichmäßigen Konstruktionsraster (360 x 360cm) des Daches unter und bildet ein allseitig gleichmäßig eingerücktes Quadrat.

innen und aussen : Während Mies die konstruktiv gewonnene Freiheit im Grundriss sogleich wieder durch die Form des Quadrates konterkarriert (der Gedanke des „Universellen“ läßt sich halt nur mit einer symmetrischen, in sich ruhenden Figur, hier also das „Quadrat“, ausdrücken), entwickelt Scharoun seine Baukörper aus einer quasi organischen Funktionalität ganz frei von Innen nach Außen und dimensioniert die unterschiedlichsten Räume halt nur so groß, wie sie eben ihrer Funktion (z.B. Akustik) sein müssen und vermeidet Symmetrie und Rechtwinkligkeit im Grundriss, wo sie die Funktion nicht zwingend erfordert. Auch wenn der große Saal als Hauptkörper quasi über alle Geschosse hinweg symmetrisch aufgebaut ist, wird die daraus resultierende symmetrische Kubatur in den oberen Geschossen partiell durch zusätzliche Funktionen (Erweiterungen) bewußt gebrochen und formal an diesen Stellen in einen amorphen Körper überführt. Dabei werden die zusätzlichen Funktionen nicht als eigenständiger Körper lesbar gemacht (wie es etwa noch das funktionalistische Credo von Walter Gropius und dem Bauhaus in Dessau gewesen wäre) sondern mit der „Saalhülle“ umwoben und formal zu einem ganzen Körper zusammen gefaßt. Lediglich ein paar Fenster verraten, daß sich hier hinter der Fassade eine andere Funktion befindet.

irrweg formalismus : Beiden Architekten, Mies wie Scharoun, kann man trotz ihrer fast gegensätzlichen Entwurfsansätze einen Formalismus im Umgang mit Funktion und Kubatur vorwerfen. Da, wo konzeptionelle Klarheit geschaffen werden soll, gibt es an anderer Stelle stets funktionale, konstruktive oder formale Unklarheit. Kompromisse dieser Art durchziehen aber die gesamte Baugeschichte (auch die Werke der großen Baumeister) und bis heute haben wir Architekten kein System gefunden, das gleichermaßen (wie L.B. Alberti es gefordert hat) die Funktion, die Form und die Konstruktion als vollkommene Symbiose zusammenbringt. Eine durch und durch rationale Welt à la M.v.d.Rohe, Gropius, R. Meier oder O.M. Ungers mag ebenso unbefriedigend sein wie eine durch und durch irrationale Welt à la Scharoun, Behnisch, Gehry oder Hadid.

win win : Es bleibt also nur die demokratischste aller möglichen Variationen, die Vielfalt der Ordnungssysteme in all ihrer ästhetischen Inkompatibilität trotzdem zu respektieren und gewähren zu lassen ohne dabei den Gemeinsinn durch zu stark ausgeprägten Individualismus zu verlieren. Es scheint, im Sinne Kant´s und dem kategorischen Imperativ schier unmöglich zu sein, es allen Vorlieben und Ansprüchen recht zu machen und auch die Vernunft (als Leitmotiv oder Maxime) ist nur eines von vielen Kriterien, nach denen wir die Dinge beurteilen und bewerten können. Doch immer dann, wenn eine gefundene Form sich allzu machtvoll und alles beherrschen wollend unserem Denken und Fühlen aufdrängen will, sollten wir Abstand nehmen, zögern und kritisieren, in dem (historischen) Wissen, daß totalitäre Systeme gleich welcher Art jede gewonnene Freiheit im Denken und Sein zunichte machen, sie zumindest stark einschränken. Das gleiche gilt im übrigen auch für extremes Chaos. Weder Symmetrie noch Asymmetrie sind per se besser oder schlechter, geeigneter oder ungeeigneter. Die Symmetrie (begriffen als fertiges, abgeschlossenes, zentriertes Bild) hilft, die Dinge schneller und eindeutiger zu erfassen, während die meist komplexer aufgebaute Asymmetrie (begriffen als Momentaufnahme eines sich ordnenden oder auflösenden Prozesses) unser eigentliches ästhetisches wie geistiges Interesse weckt und herausfordert.

asymmetrie : Die Faszination der asymmetrischen Kompositionen werden durch ein permanentes Suchen nach Balance zwischen den ungleichmäßig angeordneten Teilen einer Gestalt hervorgerufen. Hierbei entsteht immer ein Spannungszustand zwischen den ungleich großen, ungleich geformten oder sonstwie ungleich behandelten Teilen. Eine ausbalancierende und damit ordnende Symmetrieachse gibt es beim Betrachten solcher Kompositionen nicht! Nicht nur, daß sich die Formen selbst ausgleichen müssen, auch die Materialien (insbesondere die Farbigkeit der Materialien) suchen nach Balance. So etwa sind die harmonischen Flächengrößen der Komplementärfarben bei Gelb und Violett 1:3, bei Rot und Grün 1:1 und bei Blau und Orange 1:2. Durch die asymmetrische Teilung kommt es immer zu einer Verlagerung des visuellen Schwerpunktes, wobei die ungleich großen Flächen (oder Formen) stets in eine starke Relation gesetzt werden (Dialog der Flächen oder Formen). Dabei sucht das Auge immer nach einer ordnenden, also mathematisch erklärbaren, ableitbaren Struktur (die ja bei symmetrischen Flächen oder Körpern schnell durch die Symmetrieachse hergeleitet werden kann). Die ungleiche Teilung von Flächen oder Formen drückt sich dabei strukturell in uns bekannten Zahlenverhältnissen wie etwa 1:3, 1:4, 1:5, 1:10 aus oder wird über bereits bekannte (erlernte) Formen und Flächen (etwa das L-Motiv) rekonstruiert. Aber auch die verikale Position im Raum (oben/ unten) oder die Raumausrichtung (Dynamik: horizontal/ vertikal, schräg/ gerade usw.) hilft, die Teile in eine räumliche und damit rekonstruierbare Relation zu setzen. Auch die Erkennung von regelmäßigen Reihen oder Serien (z.B. 1:2:1:2) hilft, die anfängliche Unordnung mathematisch zu ordnen.

informationsgehalt : Die eigentliche Qualität der asymmetrischen Teilung aber liegt in der Steigerung des Informationsgehaltes einer Figur (einer Fläche oder eines Körpers), womit der semantische Wert quasi verdoppelt wird. Ein symmetrisch geteiltes Quadrat wird gelesen als 2 x 1/2 Quadrat (Anzahl: 2, Form: 1/2 Qudrat), während ein asymmetrisch geteiltes Quadrat als 1 x 1/3 + 1 x 2/3 (Anzahl: 2, Form: 1/3 Quadrat + 2/3 Quadrat) gelesen wird. Durch diesen einfachen Trick wird der Informationsgehalt der zweiteiligen Figur verdoppelt. Um die asymmetrische Figur zu lesen, bedarf es einer komplexeren, höher entwickelten Sprachkompetenz, da die zu verarbeitende Informationsdichte nun höher ist. Wird nun das Quadrat nochmals in der Horizontalen geteilt, wir das symmetrische Quadrat als 4 x 1/4 Quadrat gelesen (Anzahl: 4, Form: 1/4 Qudrat), während bei der asymmerische Teilung (vertikale Teilung z.B. 1:2, horizontale Teilung z.B. 1:4) sich nun 4 unterschiedlich große Rechtecke ergeben. Hinzu kommt neben der rein geometrischen Differenzierung noch die funktionale Differenzierung, die wir zwar nicht wissen, aber stets in der Ungleichheit der Formen und Figuren vermuten. Ungleich große Teile können nicht die selbe (wohl die gleiche) Funktion haben. Sinn und Zweck (also die Funktion) offenbart sich in der ehrlichen (speziell auf die Funktion ideal abgestimmten) Konstruktion (so zumindest die Erwartung)! Irritierend wirken beispielsweise die nach dem 2. Weltkrieg ungleich aufgebauten, ürsprünglich symmetrisch gestalteten Doppelturmspitzen des Westwerkes von St. Andreas, St. Katharinen und dem Dom St. Blasius in Braunschweig. Nur schwer können wir glauben, daß die Asymmetrie aus unterschiedlicher Funktion der im Westwerk symmetrisch plazierten Zwillingstürme abgeleitet ist. Hier findet die Asymmetrie keine funktionale noch formale Entsprechung und das ganze sieht ziemlich merkwürdig, vielmehr disharmonisch aus, zumal der symmetrische Unterbau hier mit einem asymmetrischem Überbau kombiniert ist (dessen formale oder funktionale Logik sich nicht erschließt). Symmetrisch konzipierte Gebäude können sehr leicht durch asymmetrische Anbauten, Aufbauten oder sonstige Unregelmäßigkeiten an Klarheit verlieren. Symmetrische Systeme dulden kaum Abweichungen (Regelverstöße) und sind als abgeschlossene Solitäre nur schwer außerhalb ihrer Ordnungssystematik erweiterbar! Der vermeindliche Makel wirk hier formal eher makaber, grotesk bis witzig, wenngleich hier die eigentliche Intention wohl  eher als Mahnmal gegen den Krieg zu verstehen ist.

Es bleibt festzustellen, daß eine eher funktionale Gestaltung unserer Umwelt und Artefakte nur sehr schwierig mit symmetrischen Geometrien zu realisieren ist. Die formalen Zänge symmetrischer Geometrien sind so hoch, daß sie oftmals gegen die eigentliche (spezifische) Funktion arbeiten. Allein für repräsentative Zwecke mag sie geeignet sein, wenngleich auch diese Funktion durch asymmerische Gliederungen dargestellt werden kann. Das Prinzip der Spiegelung und Zentrierung (verstanden als universale Sprache) ist nicht oder nur bedingt mit den Anforderungen des Speziellen wie auch Individuellen vereinbar. Das Unterschiedliche und Vielfältige läßt sich am besten durch asymmetrische Strukturen darstellen.

 

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