imagin ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, Räume, Konstruktionen und deren Oberflächen innerhalb eines räumlichen Kontextes und bestimmter Lichtverhältnisse darzustellen. Die Entwurfsphase bestimmt hierbei den Detaillierungsgrad bzw. den Abstraktionsgrad der 3D-Visualisierungen. Hierbei versuchen wir, möglichst nur entwurfsrelevante Material- und Objekteigenschaften darzustellen, um die essentielle Absicht des Entwurfes optimal zu unterstützen. Komplexe 3D-Programme verfügen heute über zahlreiche Möglichkeiten, spezifische Materialien und Lichtverhältnisse mit relativ hohem Rechenaufwand nahezu realistisch zu rendern. Dennoch werden alle Renderings ausnahmslos mit weiteren Effekten mittels diverser Bildbearbeitungsprogramme nachbearbeitet. So etwa werden Fotos von der Umgebung wie auch weitere Staffage – etwa Personen, Autos, Pflanzen, Bäume, Himmel oder andere Designobjekte – händisch und entwurfsabhängig in das Rendering eingearbeitet sowie bestimmte Licht-, Farb- und Kontrastwerte ganz spezifisch eingestellt. Diese immer noch grundlegend „künstlerische“ Arbeit kann derzeit noch nicht vollständig automatisiert werden, da subjektive Erfahrungswelten bei der Darstellung visueller Effekte und Bildeindrücke eine starke Rolle spielen. 500 bis 1000 einzelne Entscheidungsparameter über Standpunkt, Blickfeld, Form, Farbe, Glanz, Transparenz, Helligkeit, Belichtung, Kontrast, Sättigung, Farbtemperatur, Struktur, Körnigkeit, Schärfe, Auflösung etc. fließen je nach Bild in ein anspruchsvolles Rendering mit ein. Bis ein Rohrendering vom PC final in hoher Auflösung gerechnet wird, werden nicht selten bei hiohen Qualitätsanforderungen bis zu 20 Varianten mit unterschiedlichen Parametereinstellungen ausprobiert, bis alle Parameter auf die Gestaltungs- und Bildabsichten optimal abgestimmt sind. Die eigentliche 3D-Konstruktion eines Gebäudes oder eines Raumes macht hierbei nur max. 25% der eigentlichen Arbeit aus. Zirka 40% fließen in die spezifische Einstellung der Materialoberflächen, 5% in die Wahl des richtigen Standpunktes, 15% in die Licht- und Schatteneinstellung und weitere 15% in die nachträgliche Staffage und digitale Bildnachbearbeitung.
Visualisierung für die energetische Fassadensanierung eines Bürogebäudes: Glas spielt in der Architektur eine besondere Rolle. Die hier entworfene Doppelfassade mit innenliegenden Fenstern sollte optisch eine maximale Raumtiefe und Transparenz vermitteln. Die Überlagerung der Tragwerksstruktur mit der Farbe Blau kennzeichnet das Gebäude sowohl von außen wie auch innenräumlich und wird zusätzlich durch roten Boxen im Großraumbüro belebt.
Die hier gezeigten Visualisierungen sind Beispiele von Wettbewerbsarbeiten mit relativ hohem Abstraktionsgrad. Umgebung, Licht, Materialien und Farben lassen die grundsätzliche Gestaltungsidee erkennen, obwohl noch eine Vielzahl von Details fehlen.
Hier ein Beispiel für eine relativ aufwendige Innenraumvisualisierung mit Darstellung von zahlreichen Details wie den gelochten Akustikdecken, den eingebauten Deckenleuchten, der Tresenverkleidung aus lackiertem Streckmetall, den spiegelnden, zweifarbigen Granitbodenplatten, dem Möbeliar oder dem Firmenlogo in den vorgegebenen „corporate colors“.
Hier die Außen- und Innenraumvisualisierung für ein Bewegungsbad mit Sauna und Fitnessbereich, das bis zur Genehmigungsplanung in Zusammenarbeit mit den Architekten Isermann + Jensen entstand. Auch hier fließen bereits zahlreiche Details mit genauen Vorstellungen über Materialien, Farben und Formate sowie das Beleuchtungskonzept und die Freiraumplanung in die Visualisierung mit ein.
Auch großmaßstäbliche Anlagen wie Gebäude können – wie hier am Beispiel eines Ideenwettbewerbes für den Neubau eines Autodroms – abstrakt und realistisch zugleich dargestellt werden, um einen ersten signifikanten Eindruck von den Gebäuden und ihrem architektonischen Ausdrucksgehalt zu vermitteln.
Hier die Visualisierung einer neuen Fabrikanlage für die Kunststoffverarbeitung mit unterschiedlicher Darstellung der Pforte sowie dem Verwaltungs- und Produktionsgebäude. Beginnend mit einem Vogelflug wurde ein szenarischer Umgang von der Pforte bis zum Hauptgebäude visualisiert. Neben den Bodenperspektiven wurden zusätzlich 2D-Renderings der Fassaden angefertigt. Hierbei ging es vor allem um die farbliche Gestaltung der horizontalen Siding-Paneels der realtiv monumentalen Hallenfassaden sowie um die attraktive Gestaltung des Empfangsgebäudes und der Hofsituation. Hierfür wurde neben der Beleuchtung mit Tageslicht auch eine Nachtstimmung gerendert.
Innenraumvisualisierungen sind gegenüber der Darstellung von Außenräumen weitaus anspruchsvoller und schwieriger zu visualisieren. Hierbei müssen die Details, insbesondere das Möbeliar, die gewählten Materialien sowie die Beleuchtung optimal abgestimmt sein, um den Räumen genügend Atmosphäre und Charakter zu verleihen. Durch die meist sehr heterogene Ausleuchtung von Innenräumen mit Kunst- und Tageslicht kommt es zu großen Verschiebung im Farbspektrum, der Farbtemperaturen und der Helligkeit bzw. Kontrastwirkung. Auch hier müssen ungewollte Effekte meist manuell nachbearbeitet werden, um das Bild in sich stimmig präsentieren zu können.
Hier weitere Beispiele aus der Bürowelt: damit die Innenräume (Einzelbüro, Großraumbüro, Konferenzräume, Meeting-Boxen etc.) wirken, helfen Personen und Asseccoirs, den richtigen Maßstab und genügend Intimität für den Raum zu finden.
Große Räume wie Kantinen und Seminarräume haben meist ihre eigene Raumästhetik, die entwurflich durch die gekonnte Wiederholung von Objekten, Mustern und Strukturen belebt bzw. visuell neutralisiert wird. Auch Nebenräume wie Sanitäranlagen oder Umkleiden sind letztendlich Aufenthaltsräume mit gestalterischen Aspekten, die über Visualisierungen dargestellt werden können.