wohnen :: bauherrengruppe

bauherrengruppen sind heute ideale werkzeuge, mit denen unterschiedlichste menschen mit unterschiedlichsten interessen und lebensvorstellungen unterschiedlichste bauvorhaben jeder größenordnung und preisklasse realisieren können. hierbei lassen sich die einzelnen baugruppen (kleingruppen, siedlungseinheiten, grössere wohnanlagen bis hin zu grossgruppen) in 5 übergeordnete kategorien mit entsprechendem sozialen profil einteilen:

  1. professionell initiiert: demographisch gemischt, soziokulturell eher homogen
  2. spezielle interessiert: demographisch gemischt, soziokulturell eher homogen
  3. lebenssituation: sozial und/ oder demographisch und/ oder kulturell homogen
  4. mehrgenerationen: generationsübergreifend, soziokulturell überwiegend homogen
  5. gemeinwesen: sozial und/ oder kulturell gemischt, integration von randgruppen

initiatoren, rechtsformen und interessen :: bauherrengruppen können je nach kategorie angeregt und initiiert sein durch architekten, externe dienstleister, alternativbeispiele, initiativgruppen, kommunen, netzwerkarbeit oder auch politische bewegungen. der rechtsform nach treten sie i.d.r. als WEG (wohnungseigentümergemeinschaft), aber auch als verein oder genossenschaft auf und haben u.a. folgende, zum teil auch nur einzelen zielsetzung:

  • ökonomische vorteile gegenüber individuellen lösungen
  • individueller einfluss auf raumprogramm
  • besondere lage/ besonderes objekt
  • einfluss auf soziales umfeld
  • solares/ energiesparendes bauen
  • ökologisches bauen
  • besondere haus- oder wohnungstypen
  • wohnen für frauen, alleinerziehende mütter
  • wohnen für senioren als wohngemeinschaft
  • symbiotische gruppen (z.b. senioren und studenten)
  • gemeinschaft von familien und singels, alt + jung
  • integration von wohnen + arbeiten
  • kleingruppenübergreifende organisationsstrukturen
  • arbeitsplätze durch internes raumprogramm

motivation, soziale aspekte :: auch die motivation sowie „sozialen ansprüche“ können ganz unterschiedlich sein:

  • der prozess des bauens selbst
  • gemeinschaft ist nicht ausgangspunkt, vlt. aber resultat des prozesses
  • verwirklichung einer „idee“, erfordert eine gemeinschaft, ist jedoch nicht primäres ziel
  • problembewältigung, emotionale einbettung, balance zwischen unabhängigkeit + wahlfamilie
  • verwirklichung eigener wohn- und lebensformen, erhöhte toleranzschwelle
  • möglichkeit wechselnder gemeinschaftsbildung

gemeinschaftsräume :: je nach baugruppe und programm können zusätzliche räume, flächen oder ganze einrichtungen als gemeinschaftsflächen oder gemeinschaftseinrichtungen vorgesehen werden:

  • gemeinschaftlich genutzte garagenanlagen, stellplätze für pkw/ fahrräder, müllsammelplätze
  • gemeinschaftlich genutzte freiflächen für kinder (spielplatz), gartenflächen, erholungsflächen
  • gemeinschafsräume für´s kochen, essen, feiern, freizeit, bibliothek usw.
  • gemeinschaftlich genutzte hobbyräume, werkräume, lagerräume, waschräum, haustechnik
  • gemeinschaftlich genutzte wellnessräume wie sauna, schwimmbad, fitnessraum
  • gemeinschaftlich genutzte erschliessungsanlagen (aufzug, lift, rolltreppe)
  • gemeinschaftlich genutzte energieversorgung (block-heiz-kraftwerk, kombianlagen etc.)
  • gemeinschaftlich genutzte serviceeinheiten (hausmeister, pförtner, mediz. dienste etc.)

gesucht + gefunden :: viele dieser bauherrengruppen, insbesondere die privaten kleingruppen, sind im städtischen bereich meist durch architekten und/ oder stadtplaner selbst angeregt, initiiert und/ oder fachlich moderiert bzw. begleitet. die baulichen und programmatischen möglichkeiten sind nebst interessenlage und zielsetzung der bauherrengruppe dann abhängig vom bauplatz bzw. grundstück, der vorhandenen, umzunutzenden bzw. umzubauenden oder anzubauenden immobilie (altbau, industriebau, gewerbebau), den baurechtlichen rahmenbedingungen (bauordnung, bebauungsplan, auflagen etc.) sowie schliesslich auch von den finanziellen möglichkeiten der bauherrengruppe. hat sich einmal eine „idee“, eine kleinere gruppe, eine immobilie oder ein geeigneter bauplatz gefunden, kann das „projekt“ konzeptionell wie planerisch erste umrisse annehmen, um im weiteren prozess des dialoges weitere interessenten anzuwerben. durch professionell moderierte „besprechungen“ und „regelmäßige treffen“ der bauherrengruppe können nun alle wichtigen vorstellungen, wünsche und sonstigen aspekte peu a peu „verdichtet“ und konkretisiert werden. manchmal können diese prozesse -je nach bauaufgabe und personenkreis- mehrere monate und jahre dauern, diese können aber auch bereits nach wenigen monaten des richtigen „suchen + finden“ sofort in einen konkreten bauantrag umgesetzt werden.

sparvorteile :: bei durchschnittlichen investitionen von 40.000,- bis 60.000,- euro je person für die baukosten (ca. 40m² wohnfläche je person), 12.000,- bis 18.000 euro für ein durchschnittliches neubaugrundstück (zirka 120,- euro/m²) sowie zirka 6.000,- bis 10.000,- euro für die planungskosten (honorare: statik, architekt, vermessung, bauphysik) kommt eine kalkulatorische einzelsummesumme von  zirka 60.000,- bis 90.000,- euro invest je hausbewohner zusammen (ohne finanzierungskosten). um nun ein größeres baugrundstück oder auch eine größere immobilie mit mehreren wohneinheiten unterschiedlicher größe zu bebauen bzw. umzubauen, kann bereits ab 10 personen eine „wirtschaftliche“ investition von 600.000,- bis 900.000,- euro zusammengetragen werden. einsparpotentiale gegenüber einer einzelbebauung ergeben sich hier zum einen aus dem größeren, zusammenhängendem bauvolumen (weniger hüllfläche, kompaktere bauweise, weniger erschliessungsfläche, geringerer anteil von versorgungsleitungen, geringere baukosten, ca.10-35%), einer gemeinschaftlich genutzten heizungszentrale (haustechnik, wartungskosten, ca- 15-25%), den gemeinschaftlich, wesentlich effizienter genutzten räumen bzw. freiflächen (beispiel sauna, pool, hobbyraum, werkstatt, kinderspielplatz etc., ca. 50-80%) sowie den geringeren planungskosten (ca. 10-20%). insgesamt können also bei zusammengelegten bauvorhaben allein die herstellungskosten um 10 bis 25% gesenkt werden. auch bei den laufenden betriebs- und unterhaltungskosten können durch eine effizientere energieversorgung spareffekte von mehr als 25% realisiert werden. hinzu kommen mögliche einsparpotentiale durch eigenleistungen, die in der gruppe wesentlich effizienter umgesetzt werden kann.

mehrwert :: eigentlich kann man bei bauherrengruppen -egal in welcher größenordnung- nur profitieren: effizientere planung, signifikante kostenreduktion (bei der planung, bauherstellung und unterhaltung) stärkung des sozialen umfeldes/ nachbarschaft, mehr raum und fläche durch gemeinschaftliche nutzung usw. insgesamt begrüßen wir als planer und architekten vor allem die gestalterischen möglichkeiten, über ein größeres bauvolumen ein mehr an gebäude- und raum qualität, ein weniger an ressourcenverbrauch sowie ein mehr an städtebaulicher qualität schaffen zu können.

fragen :: wenn sie weitere fragen zu thema „baugruppen“ haben, beraten wir [BLAUSTIFT] und unsere partner von „ACI Ingenieurgesellschaft mbH“ sie natürlich gerne individuell und ausführlich. beispiele und erfahrungsberichte von realisierten bauherrengruppen können wir ihnen gerne anhand abgeschlossener und aktueller bauprojekte der „ACI Ingenieurgesellschaft mbH“ erläutern. wir freuen uns auf ihre ideen! rufen sie uns einfach an: 0531-3618292

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