energiekosten

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In Anbetracht der seit 1999 beginnenden Preisentwicklung von Öl (1999: 25 Cent je Liter, 2011: 80 Cent je Liter, Preissteigerung +11% p.a.) und Gas (1999: 30 Cent je m³, 2011: 80 Cent je m³, Preissteigerung +8,5 % p.a.) sowie Haushaltsstrom (2000: 13,9 Cent je kwh, 2011: 25 Cent je kWh, Preissteigerung +6% p.a.) in den letzten 10 Jahren, summieren sich die jährlichen Energiekosten für Warmwasser und Heizwärme (Öl/Gas) ohne Strom bei 100m² Wohnfläche auf 1.900,-€ p.a. beim Altbau, auf 640,-€ p.a. beim Neubau und auf 320,-€ p.a. beim Passivhaus.
Rechnet man nun noch den Strom mit derzeit durchschnittlich 25 Cent je kWh hinzu, liegen die Verbrauchskosten bei 4.900,- € p.a. beim Altbau (3.000,-€ Strom = 61%), 2.390,-€ für den Neubau (1.750,-€ Strom = 73%) und 2.320,- Euro p.a. für das passivhaus (2.000,-€ Strom = 86%).

Auf die nächsten 25 Jahre gerechnet ergeben sich bei angenommenen Preissteigerungen von nur 5% p.a. für Strom (im Mittel 53 Cent je kWh) sowie 5% p.a. für Öl/ Gas (im Mittel 1,69 € je Liter Öl bzw. m³ Gas) folgende jährliche, bereits gemittelte Gesamtkosten für Energie auf 100m² Wohnfläche:

> Altbau: 6.360,-€ für Strom p.a. + 4.056,-€ für Öl/ Gas = 10.416,-€ p.a.
> Neubau: 3.710,-€ für Strom p.a. + 1.352,-€ für Öl/ Gas = 5.062,-€ p.a.
> Passiv: 4.240,-€ für Strom p.a. + 676,-€ für Öl/ Gas = 4.916,-€ p.a.
> Nullenergie: 0,-€ für Strom + 0,-€ für Öl = 0,-€

gesamtbilanz:auf 25 Jahre gerechnet entstehen demnach „konventionelle“ Energiekosten von:

> Altbau: 260.400,-€ (8,68 €/m² mtl.)
> Neubau: 126.550,-€ (4,22 €/m² mtl.)
> Passiv: 122.900,-€ (4,10€/m² mtl.)
> Nullenergie-haus: 0,-€

Erfolgt die Strom- und Wärmegewinnung unabhängig von den preislich sehr schwer kalkulierbaren Kohle-, Gas- und Erdölpreisen etwa über Wasser, Wind, Solar oder Biomasse, können hier unter berücksichtigung weiterer technischer Innovationen, den richtigen politischen Rahmenbedingungen (Energiesteuer, Umweltsteuer etc.) und dem steigenden Marktangebot /Technologieentwicklung) auch andere Preise angesetzt werden, die im schnitt bei 1% Preissteigerung p.a. gemittelt bei 30 Cent je kWh Öko-Strom bzw. bei aktuell 3,5 bis 4,5 Cent je kWh für Holzpellets (Biomasse) liegen. Aber auch die Preise für Biomasse unterliegen derzeit einer marktgesteuerten Preissteigerung von über 3% p.a..

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solarstrom: bei aktuellen Anlagenpreisen von zirka 3.000,-€ je kW Peak, einer Lebensdauer von 25 Jahren, anzunehmenden Kapitalkosten von 5%, Betriebskosten i. h. von 1,5%, einer verschleissbedingten Ertragsminderung von 1% p.a. und einem zu erwartenden Jahresertrag von zirka 1.100 kWh je kW Peak liegen die Stromerzeugungskosten derzeit bei 25 Cent je kWh. Da die Anlagenpreise bei steigender Moduleffizienz und kostengünstiger Serienproduktion jedoch in den nächsten Jahren dratisch sinken werden, ist hier langfristig mit Kosten weit von unter 10 Cent je kWh zu rechnen. Interessant werden langlebige Photovoltaikanlagen als vollwertige Fassaden- und Dachelemente mit entsprechendem Unterbau. Soetwa können Dachziegel oder Vorhangfassaden komplett durch Solarmodule ersetzt werden. Auch eine partielle Integration in vorhandene Glasfensterelemente ist realisierbar.

energieverbrauch privater haushalte 2005 :: nach Berechnungen des „Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie Gmbh“ lag der Ist-Verbauch von Strom und Brennstoffen (Endenergie) privater Haushalte in der BRD im Jahr 2005 bei:

  • 23,79 TWh p.a. Strom für Stand-by Audio/Video/TV = 290 kWh/EW p.a. = 72,- Euro/EW p.a.
  • 12,22 TWh p.a. Strom für Beleuchtung = 161 kWh/EW p.a. = 40,- Euro/EW p.a.
  • 22,46 TWh p.a. Strom für Kühlgeräte = 274 kWh/EW p.a. = 68,- Euro/EW p.a.
  • 7,61 TWh p.a. Strom Heizungsumwälzpumpen = 93 kWh/EW p.a. = 23,- Euro/EW p.a.
  • 4,89 TWh p.a. Strom für Wäschetrockner = 60 kWh/EW p.a. = 15,- Euro/EW p.a.
  • 6,17 TWh p.a. Strom für Waschmaschinen = 75 kWh/EW p.a. = 19,- Euro/EW p.a.
  • 6,66 TWh p.a. Strom für Geschirrspüler = 81 kWh/EW p.a. = 20,- Euro/EW p.a.
  • 13,64 TWh p.a. Strom für Kochen = 166 kWh/EW p.a. = 42,- Euro/EW p.a.
  • 18,34 TWh p.a. Strom für Warmwasser = 225 kWh/EW p.a. = 56,- Euro/EW p.a.
  • 24,37 TWh p.a. Strom für Raumwärme = 297 kWh/EW p.a. = 74,- Euro/EW p.a.
  • 1,86 TWh p.a. Brennstoffe für Kochen/Geschirr/ Waschen = 2,3 l öl/EW = 2,15 Euro/EW p.a.
  • 566,02 TWh p.a. Brennstoffe für Raumwärme = 690,5 l Öl/EW = 656,- Euro/EW p.a.

Gesamtverbrauch Strom: 141,24 TWh p.a. = 1.723 kWh/EW p.a. = 431,-Euro/EW p.a.
Gesamtverbrauch Brennstoffe: 567,88 TWh p.a. = 697 l ÖL/EW = 658,- Euro/EW
Gesamtverbrauch: 709,12 TWh p.a. =  8.651 kWh/EW p.a. = 1.089,- Euro/EW

[1TWh = 12,2 kWh/EW = 1,22l Heizöl, 1l Heizöl = 10kWh = 95 Cent/l, 1kWh Strom = 25 Cent/kWh, 82 Mio Einwohner]

fazit :: 83% der gesamten Endenergie in privaten Haushalten wird derzeit (2005) allein für die Raumwärme verbraucht. 80% werden dabei durch Brennstoffe (Gas, Öl, Kohle, Holz) abgedeckt, 3% durch Strom. Insgesamt liegt der Anteil von Strom bei knapp 20%. Hiervon entfallen 17,3% auf Raumwärme, 16,8% auf Stand-by-Verbräuche, 15,9% auf Kühl- und Gefriergeräte, 13% auf Warmwassererzeugung, 12,5% auf Wäschetrockner-Waschmaschinen-Geschirrspüler, 9,7% auf´s Kochen, 9,4% auf Beleuchtung und 5,4% auf Heizungsumwälzpumpen. Eingespart werden davon 25% bei den Stand-by-Verbräuchen, 17,5% bei der Beleuchtung, 24% bei den Gefrier- und Kühlgeräten, 50% bei den Umwelzpumpen, 42% bei den Wäschetrocknern-Waschmaschinen-Geschirrspülern, 21% beim Kochen und 32% beim Warmwasser, während die neuen Heizungen einen Mehrverbrauch von 17% verursachen. Ohne den Mehrverbrauch von Strom der neuen Heizungstechnik können zirka 25% des Stromverbrauches allein durch effizientere Endgeräte eingespart werden. Weil die bis dato elektrisch betriebene Geräte (Wäschetrockner, Waschmaschinen, Geschirrpüler, Kochstellen) wie auch die elektr. Warmwasserbereitung durch den Anschluss an das Warmwasser-Heizungssystem wesentlich energieeffizienter arbeitet, entstehen hierdurch zunächst Mehrverbräuche bei den Brennstoffen von zirka 20l Heizöl je Einwohner. Doch diese werden durch die hohen Strom- und Brennstoffeinsparungen (221 l Heizöl je Einwohner) infolge hydraulischer Heizungsabgleichung (7,5% Einsparung), wärmegedämmter Gebäudehüllen (-10,8%) und effektiver Heizungssysteme (-13,7%) wieder wett gemacht. Hier werden insgesamt mehr als 70% der CO2-lastigen Brennstoffe eingespart! Der Strom jedoch nur um knapp 4,4% gesenkt.

So oder so müssen Immobilienbesitzer, Vermieter wie auch Mieter bei der derzeitigen Preisentwicklung für Energie in den kommenden 10 Jahren in innovative wie sparsame Techniken, insbesondere bei der Erzeugung und Ausnutzung von Raumwärme, investieren, um einerseits den Wert der Immobilie (insbesondere bei Vermietungen) attraktiv zu halten, andererseits die Energiekosten in Relation zu den Kaltmieten „wirtschaftlich angemessen“ wie „sozialverträglich“ zu gestalten. Übersteigen dennoch die Energiekosten die Kaltmiete, ist davon auszugehen, daß diese Mehrkosten finanziell von einem Großteil der Mieter bei stagnierenden Einkommen nicht mehr getragen werden können. Wird darum beim Heizen von Gebäuden gespart, geht dies zum einen auf Kosten der Wohnqualität und Hygiene/ Gesundheit wie auch auf Kosten der Bausubstanz (Feuchtigkeit, Schimmelbildung, Rissbildung etc.).

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