Archive for März 5th, 2011

büromöbelsysteme

Samstag, März 5th, 2011

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entwicklung :: im Bereich der Büromöbel hast sich das Design in den letzten 15 Jahren enorm in Richtung Ergonomie, Funktionalität und Flexibilität entwickelt. Medizinische Untersuchungen und Studien haben dabei ebenso das ergonomische Design beeinflusst wie neue, innovative Materialien, Fertigungs- und Konstruktionstechniken. Neuerdings fliessen auch Aspekte der Nachhaltigkeit von Büromöbeln (Ressourcenverbrauch, Umweltverträglichkeit, Recycelbarkeit) in die Entwicklung und Produktion mit ein. Die Möbel zeichnen sich einerseits durch eine hohe Stabilität, eine hohe Gebrauchssicherheit sowie eine hohe Langlebigkeit aus. Andererseits erlauben sie multifunktionale Anwendungen und müssen sich den individuellen Bedürfnissen (Körpergewicht, Körpegröße, Links-Rechts-Handling, Handycaps, Material- und Stoffaffinität etc.) der Benutzer anpassen. Neue Kompositwerkstoffe, Schichtstoffe und Verfahrenstechniken (Kleben, Lamellieren, Biegen, Giessen, Fräsen, Kanten etc.) erlauben hier vielfältigste Gestaltungslösungen.

Auch im mechanischen Bereich (Rollensysteme, Dämpfungssysteme, Klapp- und Schiebemechanismen etc.) wurden mit neuen Materialen (z.b. Carbonfaser, Acrylglas, Textilien), Oberflächen (Nanobeschichtungen, spezielle Lack- und Lackierungssysteme, Beschichtungssysteme) und Konstruktionssystemen (Gasdruckfeder, hydraulische Systeme, Gelpolsterung etc.) grosse Fortschritte gemacht.

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anforderungen :: Büroarbeitsplätze sind in ihren ergonomischen wie funktionalen Bedürfnissen (Dimensionierung, Platz- und Raumbedarf, Lichtbedarf, Lichtreflexion/ Blendfreiheit, Kantenausbildung, Kommunikationstauglichkeit, Akustik etc.) bereits sehr gut untersucht worden. Höhenverstellbare wie rollbare Bürostühle mit individueller Feineinstellung von Armlehnen, Rückenlehne und Sitzfläche sind bereits eine Selbstverständlichkeit. Auch höhenverstellbare wie in der Tischebene neigbare Schreibtischsysteme sind bereits von namhaften Herstellern realisiert worden.

Hinzu kommen integrale Lösungen für die EDV-Peripeherie (Steckerleisten, Kabeldurchführungen, versenkbare Laptops/ Touch-Screens, Scanner, Lichtplatten, Steuerpulte etc.). Auch flexible „on-board-systeme“ (Ablageflächen, Sichtschutz, Utensilien etc.) werden zunehmend als Applikation angeboten. Je nach Anwendung ist auch die Montage, die Stapelbarkeit bzw. Verstaubarkeit ausschlaggebend für eine bestimmte Designlösung. Nach wie vor bestimmen edle Materialien und eine hochwertige Verarbeitung den Preis eines guten Büromöbel. Doch auch seriell hergestellte Möbel können in Sachen Funktionalität und Design überzeugen.

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sytemkompatibilität:: gestalterisches Ziel von Möbelsystemen ist es, die verschiedenen Komponenten eines Büroarbeitsplates (Tisch, Pult, Stuhl, Hocker, Beleuchtung, Container, Regalsysteme, Boards etc.) ästhetisch und gestalterisch aufeinander abzustimmen. Neben dem „formalen Design“ wird diese Übereinstimmung meistens über eine einheitliche Material-, Farb- und/oder Konstruktionssprache erreicht. Aufeinander abgestimmte Einzelmodule können so individuell in der „Bürolandschaft“ erweitert werden und sich damit den jeweiligen Bedingungen (Raumverhältnisse, Platzbedarf etc.) optimal anpassen. Die angebotenen Systeme sollten hierbei vom Hersteller auch über einen längeren Zeitraum auf dem Markt angeboten werden, um der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitskonzepten gerecht zu werden.

das optimale system:: die große Vielzahl von Materialien und Verarbeitungstechniken wie auch die individuellen, ästhetischen Vorlieben der Nutzer erlauben nicht wirklich einen direkten Vergleich von Büromöbelsystemen. Die „Eierlegende Wollmilchsau“ gibt es auch hier nicht. Trotzdem können in der Beurteilung eine Vielzahl von Aspekten und Kriterien zu einer bestmöglichen Entscheidung führen. Ergonomische Vorteile (Gesundheit, Handling, Sicherheit etc.) wie auch funktionale Aspekte (Raumangebot, Flexibilität, Justierbarkeit, Mobilität etc.) sollten hier vor allen anderen Kriterien im Vordergrund stehen. Erst dann entscheiden u.a. Verarbeitungsqualität, Langlebigkeit/ Nachhaltigkeit/ Ökologie, Design und Service neben den Kosten über die weitere Eignung. „Gute Möbel“ zeichnen sich hierbei vor allem durch einen minimalen wie ökologisch verträglichen Material- und Energieaufwand und eine hohe Umweltverträglichkeit aus.

umweltverträglichkeit :: Möbel, Materialien und Konstruktionen, die nur durch den relativ übererhöhten Einsatz und Verbrauch von Reccourcen, Energie und/oder umweltbedenklicher bzw. gesundheitsgefährdender Chemie oder Herstellungsprozesse herstellbar sind oder deren Fabrikationsbedingungen weder sozialen, ökologischen oder sicherheitsrelevanten Aspekten genügen, sollten vom Verbraucher -wie eigentlich bei allen Konsumgütern- und Produkten- mehr denn je sehr kritisch beim Hersteller hinterfragt werden. Die Veredelung von Rohstoffen führt meist immer zu einer erhöhten „Umweltbelastung“ in der Ökobilanz, die neben der eigentlichen Herstellung auch den Material-Input, der bereits bei der Gewinnung der Rohstoffe anfällt, bilanziert.

Je größer der Anteil an sogenannten „nachwachsenden“ wie „umweltverträglichen“, ökologisch halbwegs unbedenklichen Rohstoffen -hier also vor allem das „nachhaltig“ erwirtschaftete Holz- ist, desto positiver letztedlich die Ökobilanz des Möbels. Je weniger Metall (Stahl, Edelstahl, Kupfer, Messing, Zink, Chrom, Aluminium etc.), je weniger umwelt- wie gesundheitsbedenkliche Kleber, Lacke, Kunststoffe und sonstige „kritische“ Chemikalien wie auch Verarbeitungs- und Herstellungstechniken verwendet werden, desto „ökologischer“, material- und energieeffizienter wie auch nachhaltiger schliesslich auch das Möbelstück, desto einfacher und umweltverträglicher natürlich auch seine Entsorgung bzw. Recycelbarkeit. Im konstruktiven Bereich sind hier zum Beispiel intelligente Lösungen gefragt, die nach Möglichkeit ganz „ohne“ metallische Verbindungsmittel oder den Einsatz von umweltbedenklichen Klebemitteln/ Erdölprokten bzw. Kunststoffen auskommen. Auch bei der Beschichtung und Endbehandlung von Flächen sollten nach Möglichkeit nur umweltfreundliche Lacke und Öle verwendet werden. Moderne Industrieschichtstoffe verraten dem Kunden meist nicht, wieviel Energie und toxisch wirksame Chemie tatsächlich in ihnen steckt. Auch der zunehmende Einsatz von sogenannten „Hochleistungsklebern“ bleibt dem Kunden meist verborgen, stellt aber in der Praxis trotz kleiner Mengen ein Problem bei der Entsorgung.

Da es für die Möbelinsutrie und Möbelhersteller bis heute keine verbindlichen, gesetzlichen Vorgaben gibt, ihre Produkte „durchgehend“ ökologisch zu bilanzieren, fehlen dem Verbraucher bis heute „objektive“ Kriterien und Vergleichsmöglichkeiten, auf den globalen „Markt“ entsprechend „verantwortungsbewußt“ zu reagieren. Schwer genug, sich als Verbraucher für ein Design oder eine Firma zu entscheiden. Doch das Thema der Nachhaltigkeit und Ökologie wird auch die Zukunft der Möbelbranche in den nächsten Jahren zunehmend verändern und prägen.

energiekosten

Samstag, März 5th, 2011

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In Anbetracht der seit 1999 beginnenden Preisentwicklung von Öl (1999: 25 Cent je Liter, 2011: 80 Cent je Liter, Preissteigerung +11% p.a.) und Gas (1999: 30 Cent je m³, 2011: 80 Cent je m³, Preissteigerung +8,5 % p.a.) sowie Haushaltsstrom (2000: 13,9 Cent je kwh, 2011: 25 Cent je kWh, Preissteigerung +6% p.a.) in den letzten 10 Jahren, summieren sich die jährlichen Energiekosten für Warmwasser und Heizwärme (Öl/Gas) ohne Strom bei 100m² Wohnfläche auf 1.900,-€ p.a. beim Altbau, auf 640,-€ p.a. beim Neubau und auf 320,-€ p.a. beim Passivhaus.
Rechnet man nun noch den Strom mit derzeit durchschnittlich 25 Cent je kWh hinzu, liegen die Verbrauchskosten bei 4.900,- € p.a. beim Altbau (3.000,-€ Strom = 61%), 2.390,-€ für den Neubau (1.750,-€ Strom = 73%) und 2.320,- Euro p.a. für das passivhaus (2.000,-€ Strom = 86%).

Auf die nächsten 25 Jahre gerechnet ergeben sich bei angenommenen Preissteigerungen von nur 5% p.a. für Strom (im Mittel 53 Cent je kWh) sowie 5% p.a. für Öl/ Gas (im Mittel 1,69 € je Liter Öl bzw. m³ Gas) folgende jährliche, bereits gemittelte Gesamtkosten für Energie auf 100m² Wohnfläche:

> Altbau: 6.360,-€ für Strom p.a. + 4.056,-€ für Öl/ Gas = 10.416,-€ p.a.
> Neubau: 3.710,-€ für Strom p.a. + 1.352,-€ für Öl/ Gas = 5.062,-€ p.a.
> Passiv: 4.240,-€ für Strom p.a. + 676,-€ für Öl/ Gas = 4.916,-€ p.a.
> Nullenergie: 0,-€ für Strom + 0,-€ für Öl = 0,-€

gesamtbilanz:auf 25 Jahre gerechnet entstehen demnach „konventionelle“ Energiekosten von:

> Altbau: 260.400,-€ (8,68 €/m² mtl.)
> Neubau: 126.550,-€ (4,22 €/m² mtl.)
> Passiv: 122.900,-€ (4,10€/m² mtl.)
> Nullenergie-haus: 0,-€

Erfolgt die Strom- und Wärmegewinnung unabhängig von den preislich sehr schwer kalkulierbaren Kohle-, Gas- und Erdölpreisen etwa über Wasser, Wind, Solar oder Biomasse, können hier unter berücksichtigung weiterer technischer Innovationen, den richtigen politischen Rahmenbedingungen (Energiesteuer, Umweltsteuer etc.) und dem steigenden Marktangebot /Technologieentwicklung) auch andere Preise angesetzt werden, die im schnitt bei 1% Preissteigerung p.a. gemittelt bei 30 Cent je kWh Öko-Strom bzw. bei aktuell 3,5 bis 4,5 Cent je kWh für Holzpellets (Biomasse) liegen. Aber auch die Preise für Biomasse unterliegen derzeit einer marktgesteuerten Preissteigerung von über 3% p.a..

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solarstrom: bei aktuellen Anlagenpreisen von zirka 3.000,-€ je kW Peak, einer Lebensdauer von 25 Jahren, anzunehmenden Kapitalkosten von 5%, Betriebskosten i. h. von 1,5%, einer verschleissbedingten Ertragsminderung von 1% p.a. und einem zu erwartenden Jahresertrag von zirka 1.100 kWh je kW Peak liegen die Stromerzeugungskosten derzeit bei 25 Cent je kWh. Da die Anlagenpreise bei steigender Moduleffizienz und kostengünstiger Serienproduktion jedoch in den nächsten Jahren dratisch sinken werden, ist hier langfristig mit Kosten weit von unter 10 Cent je kWh zu rechnen. Interessant werden langlebige Photovoltaikanlagen als vollwertige Fassaden- und Dachelemente mit entsprechendem Unterbau. Soetwa können Dachziegel oder Vorhangfassaden komplett durch Solarmodule ersetzt werden. Auch eine partielle Integration in vorhandene Glasfensterelemente ist realisierbar.

energieverbrauch privater haushalte 2005 :: nach Berechnungen des „Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie Gmbh“ lag der Ist-Verbauch von Strom und Brennstoffen (Endenergie) privater Haushalte in der BRD im Jahr 2005 bei:

  • 23,79 TWh p.a. Strom für Stand-by Audio/Video/TV = 290 kWh/EW p.a. = 72,- Euro/EW p.a.
  • 12,22 TWh p.a. Strom für Beleuchtung = 161 kWh/EW p.a. = 40,- Euro/EW p.a.
  • 22,46 TWh p.a. Strom für Kühlgeräte = 274 kWh/EW p.a. = 68,- Euro/EW p.a.
  • 7,61 TWh p.a. Strom Heizungsumwälzpumpen = 93 kWh/EW p.a. = 23,- Euro/EW p.a.
  • 4,89 TWh p.a. Strom für Wäschetrockner = 60 kWh/EW p.a. = 15,- Euro/EW p.a.
  • 6,17 TWh p.a. Strom für Waschmaschinen = 75 kWh/EW p.a. = 19,- Euro/EW p.a.
  • 6,66 TWh p.a. Strom für Geschirrspüler = 81 kWh/EW p.a. = 20,- Euro/EW p.a.
  • 13,64 TWh p.a. Strom für Kochen = 166 kWh/EW p.a. = 42,- Euro/EW p.a.
  • 18,34 TWh p.a. Strom für Warmwasser = 225 kWh/EW p.a. = 56,- Euro/EW p.a.
  • 24,37 TWh p.a. Strom für Raumwärme = 297 kWh/EW p.a. = 74,- Euro/EW p.a.
  • 1,86 TWh p.a. Brennstoffe für Kochen/Geschirr/ Waschen = 2,3 l öl/EW = 2,15 Euro/EW p.a.
  • 566,02 TWh p.a. Brennstoffe für Raumwärme = 690,5 l Öl/EW = 656,- Euro/EW p.a.

Gesamtverbrauch Strom: 141,24 TWh p.a. = 1.723 kWh/EW p.a. = 431,-Euro/EW p.a.
Gesamtverbrauch Brennstoffe: 567,88 TWh p.a. = 697 l ÖL/EW = 658,- Euro/EW
Gesamtverbrauch: 709,12 TWh p.a. =  8.651 kWh/EW p.a. = 1.089,- Euro/EW

[1TWh = 12,2 kWh/EW = 1,22l Heizöl, 1l Heizöl = 10kWh = 95 Cent/l, 1kWh Strom = 25 Cent/kWh, 82 Mio Einwohner]

fazit :: 83% der gesamten Endenergie in privaten Haushalten wird derzeit (2005) allein für die Raumwärme verbraucht. 80% werden dabei durch Brennstoffe (Gas, Öl, Kohle, Holz) abgedeckt, 3% durch Strom. Insgesamt liegt der Anteil von Strom bei knapp 20%. Hiervon entfallen 17,3% auf Raumwärme, 16,8% auf Stand-by-Verbräuche, 15,9% auf Kühl- und Gefriergeräte, 13% auf Warmwassererzeugung, 12,5% auf Wäschetrockner-Waschmaschinen-Geschirrspüler, 9,7% auf´s Kochen, 9,4% auf Beleuchtung und 5,4% auf Heizungsumwälzpumpen. Eingespart werden davon 25% bei den Stand-by-Verbräuchen, 17,5% bei der Beleuchtung, 24% bei den Gefrier- und Kühlgeräten, 50% bei den Umwelzpumpen, 42% bei den Wäschetrocknern-Waschmaschinen-Geschirrspülern, 21% beim Kochen und 32% beim Warmwasser, während die neuen Heizungen einen Mehrverbrauch von 17% verursachen. Ohne den Mehrverbrauch von Strom der neuen Heizungstechnik können zirka 25% des Stromverbrauches allein durch effizientere Endgeräte eingespart werden. Weil die bis dato elektrisch betriebene Geräte (Wäschetrockner, Waschmaschinen, Geschirrpüler, Kochstellen) wie auch die elektr. Warmwasserbereitung durch den Anschluss an das Warmwasser-Heizungssystem wesentlich energieeffizienter arbeitet, entstehen hierdurch zunächst Mehrverbräuche bei den Brennstoffen von zirka 20l Heizöl je Einwohner. Doch diese werden durch die hohen Strom- und Brennstoffeinsparungen (221 l Heizöl je Einwohner) infolge hydraulischer Heizungsabgleichung (7,5% Einsparung), wärmegedämmter Gebäudehüllen (-10,8%) und effektiver Heizungssysteme (-13,7%) wieder wett gemacht. Hier werden insgesamt mehr als 70% der CO2-lastigen Brennstoffe eingespart! Der Strom jedoch nur um knapp 4,4% gesenkt.

So oder so müssen Immobilienbesitzer, Vermieter wie auch Mieter bei der derzeitigen Preisentwicklung für Energie in den kommenden 10 Jahren in innovative wie sparsame Techniken, insbesondere bei der Erzeugung und Ausnutzung von Raumwärme, investieren, um einerseits den Wert der Immobilie (insbesondere bei Vermietungen) attraktiv zu halten, andererseits die Energiekosten in Relation zu den Kaltmieten „wirtschaftlich angemessen“ wie „sozialverträglich“ zu gestalten. Übersteigen dennoch die Energiekosten die Kaltmiete, ist davon auszugehen, daß diese Mehrkosten finanziell von einem Großteil der Mieter bei stagnierenden Einkommen nicht mehr getragen werden können. Wird darum beim Heizen von Gebäuden gespart, geht dies zum einen auf Kosten der Wohnqualität und Hygiene/ Gesundheit wie auch auf Kosten der Bausubstanz (Feuchtigkeit, Schimmelbildung, Rissbildung etc.).

energie sparen

Samstag, März 5th, 2011

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Die beste und effektivste Methode, Energie und Ressourcen zu sparen, liegt vor allen technischen Innovationen im bewußten wie rationellen Ungang mit Energien und Rohstoffen. Solange Rohstoffe wie Energien in einer konsumorientierten Wirtschaft bzw. luxusorientierten Komfortgesellschaft (Wohlstandsgesellschaft) kaum eine bemwerkenswerte Rolle spielen, fällt es zunächst schwer, alle Aufmerksamkeit und Vernunft auf´s energetische wie materielle Sparen, Einschränken, Verzichten oder effiziente Optimieren zu richten. Doch Rohstoffe wie Energien sind naturgegeben „begrenzt“ und ihre Nachfrage wie Preise werden in Zukunft automatisch mit dem Anstieg der Weltbevölkerung, einer steigenen Nachfrage und einem zunehmenden gesellschaftlichen Wohlstand insgesamt steigen. Nicht nur alle Chinesen und Inder wollen jenen materiellen Wohlstand, wie wir ihn u.a. in Deutschland seit vielen Jahren gewöhnt sind. Auch wir Deutschen steigern unseren Anspruch auf Konsum und Wohlstand kontinuierlich. Das, was wir u.a in den letzten 20 Jahren durch neue fortschrittliche Technologien an Ressourcen und Energien eingespart haben, haben wir unterm Strich durch einen kontinuierlichen Anstieg an Konsum (Verbrauch) letztendlich wieder neutralisiert. Die Umweltbelastungen sind trotz Spitzentechnologie und vorbildlicher Produktionsverfahren durch den Mehrverbrauch quasi die gleichen wie vor 20 Jahren. Heute stehen wir zumindest technologisch an einem Punkt, der bei den konventionellen Techniken (Beispiel Otto-Motor, Automobil) nur noch minimale Optimierungen in Sachen Effizienz und Wirtschaftlichkeit zuläßt. Diese können signifikant nur noch durch sogenannte „Systemwechsel“ infolge weiterer technischer Innovationen bzw. Quantensprünge geleistet werden (wie etwa die Erfindung der LED, der Photovoltaik, der Miniaturisierung im IT-Bereich usw.).

Folgende technische Möglichkeiten bestehen derzeit, Energie und Ressourcen und die damit verbundene Kosten und Emissionen bei Wohn- und Nichtwohngebäuden zu sparen:

> kompakte Baukörper: energetische + wirtschaftliche Optimierung
> optimale Orientierung der Räume zu den Himmelsrichtungen
> Wärmeschutzhülle: Reduktion der Transmissionswärmeverluste
> Nutzung globaler, direkter Sonneneinstrahlung über Glasfassaden
> Wärmepumpen: Energierückgewinnung verbrauchete Abluft
> effiziente Heizkessel/ Brennwerttechnik
> freie bzw. kontrollierte Be- und Entlüftung
> ausreichende Belüftung: min. Bauschäden (Feuchte, Schimmel)
> ausrechende Lüftung erhöht den Raumkomfort (Behaglichkeit)
> effiziente Heiz-, Kühl- und Lüftungssteuerung (Sensortechnik)
> Vermeidung von Überhitzung: Sonnenschutz, Verschattungsanlagen
> hohe Effizienz und Langlebigkeit von Geräten
> gleichmässige Wärmeheizung über Flächen (FBH, Deckensegel)
> Absenkung der Raumtemperatur durch Flächenheizung
> Vorerwärmung/ Abkühlung der Frischluft: Erdkollektoren/ Erdsonden
> Stromerzeugung durch Photovoltaik, Kraft-Wärme-Koppelung
> Photovoltaikelemente als Wärme-, Sonnen-, Sicht-, Witterungsschutz
> Stromerzeugung auch über Solarthermie, Wind, Wasser
> Nutzung von Tageslicht: reduziert Stromverbrauch für Leuchten
> hohe Lichtausbeute der Leuchtmittel reduziert Wärme + Stromkosten
> helle, lichtreflektierende Flächen senken den Lichtbedarf
> autom. Lichtsteuerung senkt Strombedarf, höhere Langlebigkeit

Einsparpotentiale ::
Nach Berechnungen des „Wuppertaler Institutes für Klima, Umwelt, Energie“ wurden 2005 folgende Potentiale zur jährlichen Einsparung von Endenergie in den Sektoren  „Private Haushalte„, „Gewerbe-Handel-Dienstleistungen“ und „Industrie“ sowie daraus resultierende gesamtwirtschaftliche Gewinne inkl. CO2 Zertifikatkosten berechnet (Annahme: 10,- Euro/t CO2) [Berechnungsgrundlagen: 1l Heizöl = 10kWh = 95 cent/l, 1kwh Strom =25 cent/kwh, 1TW = 1 mrd kwh = 12,2kwh strom/EW = 1,22l Heizöl/EW, 82 mio EW]:

1. Einsparpotentiale private Haushalte ::

40 Mio TWh Strom p.a. = 488kWh/EW p.a. = 125,- Euro /EW p.a.
87 Mio TWh Brennstoffe p.a. = 106l Öl/EW p.a. = 100,- Euro/EW

53 Mio tCO2 p.a. = 646m³CO2/EW
1,16 Mrd Euro p.a. gesamtwirtschaftlicher Gewinn = 14,- Euro/EW p.a.

5,55 Mrd euro p.a. Vorteil der Kunden = 68,- Euro/EW p.a.

  • -6 TWh Strom = -150 Mio € p.a. durch Verringerung der „Stand-by-Verluste“ bei Audio + Hifi
  • -1 TWh Strom = -4 Mio € p.a. durch Spülmaschinen mit Warmwasseranschluss (+ 1 TWh Brennstoffe)
  • -2 TWh Strom = -81 Mio € p.a. durch energiesparende Beleuchtung
  • -5 TWh Strom = -122 Mio € p.a. durch effiziente Kühl- und Gefriergeräte der Klasse A+, A++
  • -5 TWh Strom – 43 TWh Brennstoffe = -562 Mio € p.a. durch Heizungsoptimierung (Pumpe, hydr. Abgleich)
  • -5 TWh Strom +3 TWh Brennstoffe = -2 Mio € p.a.  durch effiziente Wäschetrockner
  • -2 TWh Strom + 1 TWh Brennstoff = +20 Mio € p.a. durch Warmwasseranschluss Waschmaschine
  • -15 TWh Strom +18 TWh Brennstoff = +253 Mio € p.a. durch Substitution Nachtspeicherheizung/ E-Warmwasser
  • – 68 TWh Brennstoff = -512 Mio € p.a. durch Wärmedämmung und Heizungserneuerung/ Kesseltausch

2. Einsparpotentiale Industrie ::

41 Mio TWh Strom p.a.= 500kWh/EW p.a. = 125,- Euro /EW p.a.
88 Mio TWh Brennstoffe p.a.= 107l Öl/EW p.a. = 102,- Euro /EW p.a.
53 Mio tCO2 p.a.= 646 m³ CO2/EW p.a. = 6,50 Euro/EW p.a.
2,56 Mrd Euro p.a. gesamtwirtschaftlicher Gewinn = 31 Euro/EW p.a.
3,27 Mrd Euro p.a. Vorteil der Kunden = 40,- Euro/EW p.a. 

  • -15 TWh Strom = -477 Mio € p.a. durch neue, effektive Pumpen
  • -16 TWh Strom -82 TWh Brennstoffe = -1,648 Mrd € p.a. bei Prozesswärme (Substitution)
  • -2 TWh Strom = -63 Mio € bei der Prozess-Kälteherstellung
  • -2 TWh Strom = -86 Mio € p.a. durch effiziente Druckluftsysteme
  • -4 TWh Strom = -124 Mio € p.a. durch effiziente Beleuchtung
  • -2 TWh Strom +1 TWh Brennstoffe = -88 Mio € p.a. bei Ventilation, Lüftung und Klimaanlagen
  • -2 TWh Brennstoff = -13 Mio € p.a. durch Wärmerückgewinnung
  • -4 TWh Brennstoff = -63 Mio € p.a. durch Wärmedämmung und Heizungserneuerung

3. Einsparpotentiale Gewerbe, Handel und Dienstleistungen ::

29 Mio TWh Strom p.a.= 354kWh/EW p.a. = 88,- Euro /EW p.a.
35 Mio TWh Brennstoffe p.a.= 43l Öl/EW p.a. = 41,- Euro /EW p.a.
28 Mio tCO2 p.a.= 341 m³ CO2/EW p.a. = 3,40 Euro/EW p.a.
1,2 Mrd Euro p.a. gesamtwirtschaftlicher gewinn = 15 Euro/EW p.a.
2,01 Mrd Euro p.a. Nettovorteil der Kunden = 26,- Euro/EW p.a.  

  • -1 TWh Strom = -61 Mio € p.a. durch Klimatisierungsbedarf Telekommunikation (Mobil, Festnetz)
  • -4 TWh Strom = -77 Mio € p.a. Stand-by-Verluste im luK-Bereich
  • -6 TWh Strom = -175 Mio € p.a. durch effiziente Pumpen
  • -9 TWh Strom = -325 Mio € p.a. durch effiziente Innenbeleuchtung
  • -2 TWh Strom -1 TWh Brennstoff = -72 Mio € p.a. durch Ventilatoren, Lüftung und Klimaanlagen
  • -4 TWh Strom  = -90 Mio € p.a. beim Kühlen/ Tiefkühlen
  • -1 TWh Strom -16 TWh Brennstoffe = -168 mio € p.a. bei Prozesswärme (Substitution)
  • -1 TWh Strom + 1 TWh Brennstoffe = +6 Mio € p.a. beim Kochen (Substitution Strom durch Gas)
  • -1 TWh Strom = 0 mio € p.a. bei öffentlicher Beleuchtung (Ampeln, Strassen)
  • -1 TWh Strom +1 TWh Brennstoff = +6 Mio € p.a. beim Warmwasser (Substitution Strom durch Gas)
  • -5 TWh Brennstoff = -39 Mio € p.a. durch wärmerückgewinnung
  • -16 TWh Brennstoff = -198 Mio € p.a. durch wärmedämmung und heizungserneuerung

Gesamtbilanz an Einsparpotentialen (1.+2.+3.) ::

110 Mio TWh Strom p.a.= 1.342kWh/EW p.a. = 336,- Euro /EW p.a.
210 Mio TWh Brennstoffe p.a.= 256l Öl/EW p.a. = 244,- Euro /EW p.a.
134 Mio tCO2 p.a.= 1.634 m³ CO2/EW p.a. = 16,34 Euro/EW p.a.
4,9 Mrd Euro p.a. gesamtwirtschaftlicher Gewinn = 60 Euro/EW p.a.
10,83 Mrd Euro p.a. Nettovorteil der Kunden = 132,- Euro/EW p.a.  

enrgieverbrauch immobilien

Samstag, März 5th, 2011

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der jährliche primärenergieverbauch bei altbauten liegt bei etwa 360 kWh/m²: 120 kWh/m² für strom (33%), 40 kWh/m² für warmwasser (11%) und 200 kWh/m² für heizwärme (56%).

ein standardhaus als neubau verbraucht heute mit insgesamt nur 150 kWh/m² im vergleich zum altbau zirka 60% weniger primärenergie (70 kWh/m² strom, 30 kWh/m² warmwasser, 50 kWh/m² heizwärme).

ein passivhaus verbraucht zirka 120 kWh/m² (80 kWh/m² strom, 25 kWh/m² warmwasser, 15 kWh/m² heizwärme).

ein „nullenergiehaus“ bilanziert die 45 kWh/m² für strom und 5 kWh/m² für heizwärme mit 50 kWh/m² eigenenergie zu null. der höhere strombedarf beim passivhaus (+10,-€/m² gegenüber einem standardhaus resultiert aus den zusätzlichem stromverbrauch für wärmepumpe, wärmetauscher/ lüftungsaggregate).

energie

Samstag, März 5th, 2011

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energie
die erde stellt uns menschen nur ein bestimmtes potential an erneuerbaren wie nicht erneuerbaren ernergien zur verfügung. energie aus wind, wasser, sonne und erdwärme sind quasi gratis in beinahe unvorstellbar grossen mengen und zudem noch CO2-neutral auf der erde vorhanden, während fossile energieträger wie öl, gas und kohle als wertvolle wie unwiderbringliche ressourcen nur begrenzt vorhanden sind. beim verbrennen von fossilen energieträgern entstehen neben giftigen stoffen unsummen von CO2, welches zur zusätzlichen erwärmung des klimas beiträgt. fossile energieträger -wie auch atomenergie- sind in der gewinnung und förderung mit sehr hohen kosten, massiven umweltveränderungen und last but not least hohen umweltrisiken verbunden und unterliegen als endliche rohstoffreserven einer nicht kalkulierbaren preissteigerung auf den energiemärkten. da deutschland 75% des derzeitigen enegieaufkommen importieren muss (3.380 Mio. MWh import, 1.152 Mio. MWh eigengewinnung im innland), ist die wirtschaftliche abhängigkeit vom globalen energiemarkt imens gross. insgesamt liegt der primärenergieverbrauch im jahr 2008 bei 3.970 Mio. MWh bzw. 14.280 PJ (das sind 48.240 kWh je einwohner). davon werden 286 Mio. MWh (7%) nicht energetisch verbraucht (z.b. schmieröle und fette), 992,4 Mio. MWh (25%) gehen allein durch umwandlungsverluste verloren und 144,3 Mio. MWh (3,6%) werden von den energiesektoren selbst verbraucht. damit verbleiben in deutschland an energetisch genutzter endenergie 2.537 Mio. MWh (30.825 kWh je einwohner), die zu 29% (8.935 kWh je EW) von der industrie, zu 28% (8.700 kWh je EW) im verkehr, zu 27,4% (8.450 kWh je EW) von den haushalten und zu 15,4% (4.740 kWh je EW) durch gewerbe, handel und dienstleistungen verbraucht werden. nach energieträgern verteilt sich die endenergie im jahr 2005 (2.938 Mio. MWh) zu etwa 37,7% auf mineralöle, zu 32,1% auf erdgas, zu 9,4% auf steinkohle, zu 8,7% auf braunkohle, zu 6,4% auf erneuerbare energien und zu 5,7% auf kernenergie. im internationalen vergleich lag der prokopfverbrauch von primärenergie in deutschland bei 55.490 kWh, in norwegen bei 126.100 kWh, in den USA bei 104.600 kWh, in europa bei 44.070 kWh, in china bei 10.350 kWh, in indien bei 6.770 kWh, in afrika bei 4.650 und weltweit bei 22.000 kWh.