
entwicklung :: im Bereich der Büromöbel hast sich das Design in den letzten 15 Jahren enorm in Richtung Ergonomie, Funktionalität und Flexibilität entwickelt. Medizinische Untersuchungen und Studien haben dabei ebenso das ergonomische Design beeinflusst wie neue, innovative Materialien, Fertigungs- und Konstruktionstechniken. Neuerdings fliessen auch Aspekte der Nachhaltigkeit von Büromöbeln (Ressourcenverbrauch, Umweltverträglichkeit, Recycelbarkeit) in die Entwicklung und Produktion mit ein. Die Möbel zeichnen sich einerseits durch eine hohe Stabilität, eine hohe Gebrauchssicherheit sowie eine hohe Langlebigkeit aus. Andererseits erlauben sie multifunktionale Anwendungen und müssen sich den individuellen Bedürfnissen (Körpergewicht, Körpegröße, Links-Rechts-Handling, Handycaps, Material- und Stoffaffinität etc.) der Benutzer anpassen. Neue Kompositwerkstoffe, Schichtstoffe und Verfahrenstechniken (Kleben, Lamellieren, Biegen, Giessen, Fräsen, Kanten etc.) erlauben hier vielfältigste Gestaltungslösungen.
Auch im mechanischen Bereich (Rollensysteme, Dämpfungssysteme, Klapp- und Schiebemechanismen etc.) wurden mit neuen Materialen (z.b. Carbonfaser, Acrylglas, Textilien), Oberflächen (Nanobeschichtungen, spezielle Lack- und Lackierungssysteme, Beschichtungssysteme) und Konstruktionssystemen (Gasdruckfeder, hydraulische Systeme, Gelpolsterung etc.) grosse Fortschritte gemacht.


anforderungen :: Büroarbeitsplätze sind in ihren ergonomischen wie funktionalen Bedürfnissen (Dimensionierung, Platz- und Raumbedarf, Lichtbedarf, Lichtreflexion/ Blendfreiheit, Kantenausbildung, Kommunikationstauglichkeit, Akustik etc.) bereits sehr gut untersucht worden. Höhenverstellbare wie rollbare Bürostühle mit individueller Feineinstellung von Armlehnen, Rückenlehne und Sitzfläche sind bereits eine Selbstverständlichkeit. Auch höhenverstellbare wie in der Tischebene neigbare Schreibtischsysteme sind bereits von namhaften Herstellern realisiert worden.
Hinzu kommen integrale Lösungen für die EDV-Peripeherie (Steckerleisten, Kabeldurchführungen, versenkbare Laptops/ Touch-Screens, Scanner, Lichtplatten, Steuerpulte etc.). Auch flexible „on-board-systeme“ (Ablageflächen, Sichtschutz, Utensilien etc.) werden zunehmend als Applikation angeboten. Je nach Anwendung ist auch die Montage, die Stapelbarkeit bzw. Verstaubarkeit ausschlaggebend für eine bestimmte Designlösung. Nach wie vor bestimmen edle Materialien und eine hochwertige Verarbeitung den Preis eines guten Büromöbel. Doch auch seriell hergestellte Möbel können in Sachen Funktionalität und Design überzeugen.

sytemkompatibilität:: gestalterisches Ziel von Möbelsystemen ist es, die verschiedenen Komponenten eines Büroarbeitsplates (Tisch, Pult, Stuhl, Hocker, Beleuchtung, Container, Regalsysteme, Boards etc.) ästhetisch und gestalterisch aufeinander abzustimmen. Neben dem „formalen Design“ wird diese Übereinstimmung meistens über eine einheitliche Material-, Farb- und/oder Konstruktionssprache erreicht. Aufeinander abgestimmte Einzelmodule können so individuell in der „Bürolandschaft“ erweitert werden und sich damit den jeweiligen Bedingungen (Raumverhältnisse, Platzbedarf etc.) optimal anpassen. Die angebotenen Systeme sollten hierbei vom Hersteller auch über einen längeren Zeitraum auf dem Markt angeboten werden, um der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitskonzepten gerecht zu werden.
das optimale system:: die große Vielzahl von Materialien und Verarbeitungstechniken wie auch die individuellen, ästhetischen Vorlieben der Nutzer erlauben nicht wirklich einen direkten Vergleich von Büromöbelsystemen. Die „Eierlegende Wollmilchsau“ gibt es auch hier nicht. Trotzdem können in der Beurteilung eine Vielzahl von Aspekten und Kriterien zu einer bestmöglichen Entscheidung führen. Ergonomische Vorteile (Gesundheit, Handling, Sicherheit etc.) wie auch funktionale Aspekte (Raumangebot, Flexibilität, Justierbarkeit, Mobilität etc.) sollten hier vor allen anderen Kriterien im Vordergrund stehen. Erst dann entscheiden u.a. Verarbeitungsqualität, Langlebigkeit/ Nachhaltigkeit/ Ökologie, Design und Service neben den Kosten über die weitere Eignung. „Gute Möbel“ zeichnen sich hierbei vor allem durch einen minimalen wie ökologisch verträglichen Material- und Energieaufwand und eine hohe Umweltverträglichkeit aus.
umweltverträglichkeit :: Möbel, Materialien und Konstruktionen, die nur durch den relativ übererhöhten Einsatz und Verbrauch von Reccourcen, Energie und/oder umweltbedenklicher bzw. gesundheitsgefährdender Chemie oder Herstellungsprozesse herstellbar sind oder deren Fabrikationsbedingungen weder sozialen, ökologischen oder sicherheitsrelevanten Aspekten genügen, sollten vom Verbraucher -wie eigentlich bei allen Konsumgütern- und Produkten- mehr denn je sehr kritisch beim Hersteller hinterfragt werden. Die Veredelung von Rohstoffen führt meist immer zu einer erhöhten „Umweltbelastung“ in der Ökobilanz, die neben der eigentlichen Herstellung auch den Material-Input, der bereits bei der Gewinnung der Rohstoffe anfällt, bilanziert.
Je größer der Anteil an sogenannten „nachwachsenden“ wie „umweltverträglichen“, ökologisch halbwegs unbedenklichen Rohstoffen -hier also vor allem das „nachhaltig“ erwirtschaftete Holz- ist, desto positiver letztedlich die Ökobilanz des Möbels. Je weniger Metall (Stahl, Edelstahl, Kupfer, Messing, Zink, Chrom, Aluminium etc.), je weniger umwelt- wie gesundheitsbedenkliche Kleber, Lacke, Kunststoffe und sonstige „kritische“ Chemikalien wie auch Verarbeitungs- und Herstellungstechniken verwendet werden, desto „ökologischer“, material- und energieeffizienter wie auch nachhaltiger schliesslich auch das Möbelstück, desto einfacher und umweltverträglicher natürlich auch seine Entsorgung bzw. Recycelbarkeit. Im konstruktiven Bereich sind hier zum Beispiel intelligente Lösungen gefragt, die nach Möglichkeit ganz „ohne“ metallische Verbindungsmittel oder den Einsatz von umweltbedenklichen Klebemitteln/ Erdölprokten bzw. Kunststoffen auskommen. Auch bei der Beschichtung und Endbehandlung von Flächen sollten nach Möglichkeit nur umweltfreundliche Lacke und Öle verwendet werden. Moderne Industrieschichtstoffe verraten dem Kunden meist nicht, wieviel Energie und toxisch wirksame Chemie tatsächlich in ihnen steckt. Auch der zunehmende Einsatz von sogenannten „Hochleistungsklebern“ bleibt dem Kunden meist verborgen, stellt aber in der Praxis trotz kleiner Mengen ein Problem bei der Entsorgung.
Da es für die Möbelinsutrie und Möbelhersteller bis heute keine verbindlichen, gesetzlichen Vorgaben gibt, ihre Produkte „durchgehend“ ökologisch zu bilanzieren, fehlen dem Verbraucher bis heute „objektive“ Kriterien und Vergleichsmöglichkeiten, auf den globalen „Markt“ entsprechend „verantwortungsbewußt“ zu reagieren. Schwer genug, sich als Verbraucher für ein Design oder eine Firma zu entscheiden. Doch das Thema der Nachhaltigkeit und Ökologie wird auch die Zukunft der Möbelbranche in den nächsten Jahren zunehmend verändern und prägen.

