Archive for März, 2011

wohnformen

Dienstag, März 8th, 2011

geschichte :: die geschichte des „wohnens“ ist so alt wie die geschichte der menschen selbst. erste formen des gemeinschaftlich organisierten zusammenleben von menschen finden wir u.a. bei den ersten sogenannten „mobilen“ völkern (nomaden, reitervölker, hirtenvölker, jäger und sammler, indianer, inuit etc.), später dann -infolge der landwirtschaftlichen kultivierung und viehzucht und der damit verbundenen bodenbindung- bei den sesshaft oder teilsesshaft gewordenen völkern (ackerbau- und viehzuchtkulturen, entstehung erster dörfer und kleinsiedlungen). die ersten „geplanten“ städte (oder auch siedlungen) entstanden vor mehr als 5000 jahren vorwiegend in china, indien, mesopotamien und ägypten. soetwa die stadt „Ur“, einer der ältesten sumerischen stadtgründungen in mesopotamien, deren anfänge bis 4.000 v. chr. zurückreichen. seit dem haben sich in der langen geschichte der urbanisierung zahlreiche wohnformen entwickelt, die eng mit den sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen wie auch technischen möglichkeiten und bedingungen der jeweiligen epochen verbunden ist und stets als  permanente entwicklung zu begreifen ist. beinahe jeder stamm, jedes dorf, jede zeitepoche, jede ethnische herkunft wie auch jede geographische region hatte mehr oder weniger seine eigene, ganz spezifische, kultur- wie ortsgebundene urbanisierung und wohnform, die sich mit zunehmender globalisierung (handel, verkehr) über hunderte von jahren stück für stück durchmischt und gegenseitig, zum teil auch im regionalen oder nationalen wettbewerb, weiterentwickelt und befruchtet hat. die stärkste kulturelle durchmischung innerhalb europas hat es zweifelsfrei mit der überall durchschlagenden industrialisierung, der erfindung der eisenbahn, des autos und der telekommunikation gegeben. die möglichkeiten der mobilität (transport, reisen) und kommunikation (telefon, fernsehen, internet) haben die völker, deren kulturen und speziellen techniken bis heute global eng zusammengeführt. in europa wie nordamerika finden sich bis heute nur noch sehr wenige unterschiede im kulturellen wie auch städtebaulichen „way of life“. doch auch in den anderen kontinenten haben sich vor allem europäische wie nordamerikanische lebensmuster, kulturelemente und techniken -teils durch kolonisation, teils durch kriege, teils durch handelsbeziehungen wie auch ständige bevölkerungsbewegungen- signifikant bemerkbar gemacht. umgekehrt fliessen aber auch bei uns zunehmend kulturen und techniken aus anderen ländern wie indien, china oder japan ein.

bis heute haben sich seitdem zahlreiche formen des mobilen wie auch immobilen „wohnens“ auf der ganzen welt entwickelt. nach wie vor gibt es auch immer noch mobile oder teilsesshaft gewordene (natur-)völker, inuits oder durch die wüsten „ziehende“ beduinenvölker/ -stämme (nomadische wüstenbewohner), die in temporären zeltbauten leben. auch „moderne nomaden“ oder auch „stadtnomaden“ finden sich mittlerweile weltweit. hier leben die menschen mobil wie auch immobil in modernen zeltlagern, wohnwagen, containerstädten oder ziehen von hotel zu hotel, von motel zu motel, von city zu city, von flughafen zu flughafen, von wohngemeinschaft zu wohngemeinschaft. neuerdings gibt es auch das temporäre, interkulturelle „tauschen“ von wohnungen und/ oder ganzer häuser (nicht nur für urlaubszwecke).

eigentum und miete :: grundsätzlich wird der benötigte wohnraum entweder selbst geschaffen bzw. bezahlt (eigentum) oder aber gemietet. in deutschland liegt die wohneigentumsquote bei zirka 43% (innerhaln der EU bei 60%). von den 1-personenhaushalten sind jedoch nur zirka 20% wohneigentum, während bei den 3-personenhaushalte bereits 50% und bei den 5-personenhaushalten 65% wohneigentum sind. hinzu kommt, dass die wohneigentumsquote auf dem land (ländliche regionen) wesentlich höher ist als in den städten. am geringsten ist sie in städten über 500.000 einwohnern, da hier zum einen die baulandpreise i.d.r. wesentlich teurer sind, vor allem aber weniger flächen bzw. geeignete grundstücke bereit stehen, die vorstellungen vom individuellen wohnen bei „normalem kapitaleinsatz“ zu realisieren. ein städtisches grundstück wird in der regel sehr dicht und zudem renditeorientiert (höhere mieteinnahmen über ladengeschäfte und büros) bebaut und ist damit relativ zum eigenheim auf der grünen wiese sehr kapitalintensiv. um überhaupt ein attraktives, städtisches grundstück als einzelperson bebauen zu können, hilft hier nur der zusammenschluss von bauherrengruppen, um die finanziellen aufwendungen realisieren zu können.

der ort :: der geographie und lage nach können wir zunächst einmal folgende hauptunterteilung vornehmen: wohnen auf dem land und wohnen in der stadt. dazwischen liegen mit unterschiedlicher infrastruktur kleinere dörfer, vorstädte, neubaugebiete, satelitten- und trabantenstädte oder einzelne stadtteile. desweiteren differenziert nach geographischen aspekten:

  • wohnen auf dem festland (mit entsprechender vegetation/ klima)
  • wohnen am wasser (ozean, meer, see, fluss, kanal)
  • wohnen auf dem wasser (hausboote, schiffe, auch bohrinseln)
  • wohnen auf dem/ am berg (berghütten)
  • wohnen auf dem eis (inuits/ eskimos)

die wahl des richtigen ortes hängt allerdings von vielen faktoren ab und ist meist nur bedingt frei wählbar. mit dem ort verbindet sich zum beispiel die „heimat“, ein gewachsenes netz sozialer bindungen (eltern, freunde, kindheit). jeder mensch hat zudem eine gewisse individuelle präferenz, einen bestimmten ort zu favorisieren. soetwa kann ein stadtkind sich schlecht vorstellen, mitten auf dem land zu leben (wie auch umgekehrt). oder ein kind von der küste kann nichts mit bergigen regionen anfangen. und auch der regional geprägte menschenschlag (u.a. dialekt) mag ein kriterium für den norden, osten, westen oder süden sein. sehr stark bestimmt jedoch der arbeitsplatz -und damit die einkommensquelle-, wo man überhaupt lebt bzw. sesshaft wird. auch das einkommen entscheidet notgedrungen, wie und wo man leben kann. es gibt sehr teure wohngebiete (z.b. villengegenden) und relativ günstige wohngebiete, wobei die vermeindlich günstigen nicht unbedingt auch die schlechteren sein müssen und die teuren häufig auch grosse nachteile haben.

infrastruktur: schliesslich noch die lage relativ zur vorhandenen infrastruktur. dazu zählen neben den strassen, wegen und plätzen auch alle öffentlichen infrastrukturen (verwaltung, krankenhäuser, schulen, kindergärten, bahnhöfe, flughäfen, museen, kultureinrichtungen, sport- und freizeiteinrichtungen etc.) wie auch die versorgung mit handel, gewerbe, shops, dienstleistungen usw.

  • wohnen direkt im stadtzentrum
  • wohnen in historischen stadtgebieten
  • wohnen direkt an der strasse (blockrandbebauuung, strassenbebauung)
  • wohnen in ausgewiesenen, verkehrsberuhigten wohngebieten oder auch ruhigeren mischgebieten
  • wohnen in heterogenen gebieten (gewerbegebiet, industriegebiet)
  • wohnen im grünen (grosse gärten/ grundstücke, parkanlagen, auf dem land, zwischen den städten etc.)

auch hier gibt es keinen „idealen“ standort sondern nur viele „angebote“, die stets mit der persönlichen lebenssituation, den einkommensverhältnissen und den persönlichen vorlieben in deckung gebracht werden können. familien mit vielen kindern bevorzugen eher geschützte, „sichere“ räume mit vorhandenen infrastrukturen für ihre kinder (nachbarschaft zu familien mit kindern, kindergärten, schulen, spielplätze, medizinische versorgung etc.). junge menschen (heranwachsende) tendieren hingegen eher zur stadt (grosses freizeit- und kulturangebot, scene). ältere menschen möchten vielleicht ihren lebensabend allein und in aller ruhe geniessen oder suchen anschluss an gleichaltrige wie auch jüngere menschen. auch junge familien können bewußt die nähe zu älteren menschen suchen, um gemeinsam die aufgaben der kindererziehung und freizeitgestaltung besser zu lösen. müssen oder wollen familienmitglieder betreut und gepflegt werden, kann auch dies ein kriterium für die standortwahl sein (nähe zu den eltern/ verwandten/ freunden). auch die mobilität (verkehrsmittel/ führerschein vorhanden) kann entscheiden, ob man auf dem lande oder besser in der stadt wohnt.

wohnungsgrösse :: die durchschnittliche wohnungsgrösse liegt derzeit in der bundesrepublik bei etwa 40m² je einwohner. 1950 waren es im durchschnitt gerade mal 15m² je kopf. mitunter haben um 1900 in den dicht besiedelten städten mehrere familien mit 10 und mehr personen in kleinen wohnungen mit nur 5 bis 10 m² wohnfläche je kopf gelebt. der starke anstieg der wohnfläche je kopf hat zum teil etwas mit dem demographischen wandel, zum teil mit einer veränderten arbeits- und wirtschaftswelt (rollenverteilung mann-frau, hohe flexibilität/mobilität am arbeitsplatz, einkommensverhältnisse) und zum teil mit dem starken wunsch sowie den steigenden finanziellen möglichkeiten nach individueller selbstverwirklichung durch das „eigenheim“ zu tun (bauboom etwa in den 1960´er bis 1970´er jahren). durch die zunehmende auflösung der ländlichen wie städtischen grossfamilie (mehrer generationen leben in einem haus oder einer wohnung) und einer zunehmenden land-stadtflucht der überwiegend jüngeren menschen haben sich die wohnverhältnisse und wohnungsgrössen bis heute sehr stark verändert. immer mehr menschen leben heute in singelhaushalten und führen selbst innerhalb einer partnerschaft einen doppelten haushalt. durch den zunehmenden fortzug der jungen aus den ländlichen gebieten ist dort bei den bestandsbauten die wohnungsgrösse je kopf automatisch gestiegen (bevölkerungsrückgang). dem zunehmenden ansturm auf die städte konnte man seit dem nur mit großmaßstäblichen neubausiedlungen bzw. neubaugebieten entgegnen, die relativ zu den alten, engen bestandswohnungen immer großzügiger wurden. hier wurden im schnitt zirka 30m² bis 35m² je kopf für die sogenannten kleinfamilien wie auch singelhaushalte oder arbeiterhaushalte verbaut. dazu in den etwas einkommenstärkeren haushalten das wesentlich großzügigere einfamilienhaus auf freiem grundstück mit zirka 40m² bis 60m² je kopf. im gegenzug haben sich mit den veränderten familienstrukturen und sinkenden geburtenzahlen aber auch die vorhandenen wohnungen in den städten vergrößert. heute leben in den kleinen wohnungen (30m²/ kopf) lediglich studenten, junge singels und einkommensschwache wie zunehmend ältere menschen mit einer geringen rentenversorgung. in den ehemals bis zu 120m² grossen familienwohnungen (altbauten) leben nun paare wie auch finanzstarke singels mit über 60m² wohnfläche je kopf.

wohntypen :: schliesslich gibt es die unterschiedlichsten haus- und gebäudetypen, in denen man wohnen kann. auf dem lande und vor den städten oder wohngebieten sind es i.d.r. ein- und zweifamilienhäuser, bungalows, reihenhäuser, kettenhäuser oder zeilenhäuser in eingeschossiger bis drei- oder auch viergeschossiger bauweise. diese können in geschlossener oder auch offener bzw- freier bauweise mit oder ohne garten auf einem grundstück angeordnet sein. daneben historische bauformen bzw. sondergebäude wie: burg, schloss, villa, hütte, fachwerkhaus, bauernhof, landgut etc. im zeichen des „modernen massenwohnungsbaues“ hinzu gekommen sind mehrgeschossige „plattenbauten“ und hochhäuser (appartmenthäuser). in den städten selbst meist mehrgeschossige blockrandbebauungen, zum teil mit hinterhofhäusern oder auch mehrgeschossige, freistehende punkthäuser bzw. stadthäuser. daben eine vielzahl von attraktiven umnutzungen, bei denen alte, mehrgeschossige gewerbe- oder bürobauten, stillgelegte fabrikanlagen, kasernen oder ähnliche sonderbauwerke zu modernen „loftwohnungen“ mit tiefen grundrissen umgebaut werden. jeder wohntyp bringt eine ganz spezielle lebensform mit sich, die zwangsläufig auch auf die bewohner zurückwirkt. gebäudetypen wirken immer auch milieubildend, ziehen also nicht nur bestimmte „typen“ von menschen oder gesellschaftsgruppen an sondern festigen und prägend diese auch nachhaltig. hier etwa das reichenviertel (z.b. villen), die arbeitersiedlung (z.b. reihenhaus, platte), das studentenviertel (altbau, wohngemeinschaften, wohnheime), die akademikersiedlung (altbauten, einfamilienhaus), das altenviertel (mietwohnungen, wohnanlagen), die familiensiedlung (familienhäuser), das künstlerquartier (lofts, ateliers, altbauten) usw.

freier grundriss vs. raumgliederung :: mit beginn der modernen architektur wurde zu beginn des 20.jahrhunderts u.a. durch den schweizer architekten „Le Corbusier“ der sogenannte „plan libre“ eingeführt. hierbei ermöglichen freistehende stützen und einzelne, tragende wandscheiben (minimiertes tragwerksystem, skelettbauweise) einen relativ freien grundriss und die bisher eingesetzten raumhohen, raumumschliessenden, tragenden mauern mit entsprechenden fenster- und türöffnungen verschwanden peu a peu, innen wie aussen. nun konnten auch ganze fassadenteile beliebig und nach freier wahl „vollverglast“ werden, was dem verlangen nach mehr licht, mehr ausblick (auf den garten, die natur) und mehr transparenz (offene, demokratische gesellschaft) sehr entgegenkam. dank der neuen baukonstruktionen und baumaterialien (stahl, stahlbeton, glas) konnten nun sehr grosse/ weite, wandlose und zudem nach aussen vollverglaste räume entworfen werden, die auch die konventionelle „raumgliederung“ durch geschlossene einzelräume obsolet gemacht haben. seit dem wohnen wir räumlich „offen“ und „transparent“, zudem noch ausgestattet mit galerien und lufträumen. hatte man zuvor noch alle funktionalen bereiche (eingang/ flur, küche, essplatz, wohnzimmer, musikzimmer, bibliothek etc.) in separate, wandumschlossene räume differenziert, werden diese -zum teil auch weggefallenen oder stark veränderten- funktionen heute auf einem freien grundrissen „flexibel“ und räumlich fliessend angeordnet. die flexible wie individuelle zonierung erfolgt damit überwiegend über die möblierung selbst. auch küche, essplatz und wohnbereich, zuvor wegen der schall- und geruchsbelästigung strikt voneinander getrennt, werden zunehmend als „offener raum“ umgesetzt. hier funktioniert der „küchenblock“ oder eine schicke, praktische „tresenanlage“ als optische raumtrennung zum essbereich und regale oder borads als halbdurchlässige raumtrennung zum wohnbereich. auch im schlafbereich werden heute zunehmend schlafplatz (bett), garderobe (ankleide) und badezimmer als offene „einraumlösung“ umgesetzt, dei denen die mögliche raumteilung allein über transparente oder semitransparente schiebetüren und/oder flexible sichtschutzwände angeboten wird. das zusammenlegen von räumen hat darüber hinaus auch einen grossen spreffekt bei den herstellungskosten wie auch bei den renovierungs- bzw. instandhaltungskosten: jeder weggelassener quadratmeter nichttragender innenwand spart je nach ausführung zirka 100,- bis 200,- euro herstellungskosten sowie jährlich 3,- bis 5,- euro je quadratmeter für anfallende renovierungskosten (tapezieren, malern, fliesen, austauschen von türen etc.).

wohnen :: bauherrengruppe

Montag, März 7th, 2011

bauherrengruppen sind heute ideale werkzeuge, mit denen unterschiedlichste menschen mit unterschiedlichsten interessen und lebensvorstellungen unterschiedlichste bauvorhaben jeder größenordnung und preisklasse realisieren können. hierbei lassen sich die einzelnen baugruppen (kleingruppen, siedlungseinheiten, grössere wohnanlagen bis hin zu grossgruppen) in 5 übergeordnete kategorien mit entsprechendem sozialen profil einteilen:

  1. professionell initiiert: demographisch gemischt, soziokulturell eher homogen
  2. spezielle interessiert: demographisch gemischt, soziokulturell eher homogen
  3. lebenssituation: sozial und/ oder demographisch und/ oder kulturell homogen
  4. mehrgenerationen: generationsübergreifend, soziokulturell überwiegend homogen
  5. gemeinwesen: sozial und/ oder kulturell gemischt, integration von randgruppen

initiatoren, rechtsformen und interessen :: bauherrengruppen können je nach kategorie angeregt und initiiert sein durch architekten, externe dienstleister, alternativbeispiele, initiativgruppen, kommunen, netzwerkarbeit oder auch politische bewegungen. der rechtsform nach treten sie i.d.r. als WEG (wohnungseigentümergemeinschaft), aber auch als verein oder genossenschaft auf und haben u.a. folgende, zum teil auch nur einzelen zielsetzung:

  • ökonomische vorteile gegenüber individuellen lösungen
  • individueller einfluss auf raumprogramm
  • besondere lage/ besonderes objekt
  • einfluss auf soziales umfeld
  • solares/ energiesparendes bauen
  • ökologisches bauen
  • besondere haus- oder wohnungstypen
  • wohnen für frauen, alleinerziehende mütter
  • wohnen für senioren als wohngemeinschaft
  • symbiotische gruppen (z.b. senioren und studenten)
  • gemeinschaft von familien und singels, alt + jung
  • integration von wohnen + arbeiten
  • kleingruppenübergreifende organisationsstrukturen
  • arbeitsplätze durch internes raumprogramm

motivation, soziale aspekte :: auch die motivation sowie „sozialen ansprüche“ können ganz unterschiedlich sein:

  • der prozess des bauens selbst
  • gemeinschaft ist nicht ausgangspunkt, vlt. aber resultat des prozesses
  • verwirklichung einer „idee“, erfordert eine gemeinschaft, ist jedoch nicht primäres ziel
  • problembewältigung, emotionale einbettung, balance zwischen unabhängigkeit + wahlfamilie
  • verwirklichung eigener wohn- und lebensformen, erhöhte toleranzschwelle
  • möglichkeit wechselnder gemeinschaftsbildung

gemeinschaftsräume :: je nach baugruppe und programm können zusätzliche räume, flächen oder ganze einrichtungen als gemeinschaftsflächen oder gemeinschaftseinrichtungen vorgesehen werden:

  • gemeinschaftlich genutzte garagenanlagen, stellplätze für pkw/ fahrräder, müllsammelplätze
  • gemeinschaftlich genutzte freiflächen für kinder (spielplatz), gartenflächen, erholungsflächen
  • gemeinschafsräume für´s kochen, essen, feiern, freizeit, bibliothek usw.
  • gemeinschaftlich genutzte hobbyräume, werkräume, lagerräume, waschräum, haustechnik
  • gemeinschaftlich genutzte wellnessräume wie sauna, schwimmbad, fitnessraum
  • gemeinschaftlich genutzte erschliessungsanlagen (aufzug, lift, rolltreppe)
  • gemeinschaftlich genutzte energieversorgung (block-heiz-kraftwerk, kombianlagen etc.)
  • gemeinschaftlich genutzte serviceeinheiten (hausmeister, pförtner, mediz. dienste etc.)

gesucht + gefunden :: viele dieser bauherrengruppen, insbesondere die privaten kleingruppen, sind im städtischen bereich meist durch architekten und/ oder stadtplaner selbst angeregt, initiiert und/ oder fachlich moderiert bzw. begleitet. die baulichen und programmatischen möglichkeiten sind nebst interessenlage und zielsetzung der bauherrengruppe dann abhängig vom bauplatz bzw. grundstück, der vorhandenen, umzunutzenden bzw. umzubauenden oder anzubauenden immobilie (altbau, industriebau, gewerbebau), den baurechtlichen rahmenbedingungen (bauordnung, bebauungsplan, auflagen etc.) sowie schliesslich auch von den finanziellen möglichkeiten der bauherrengruppe. hat sich einmal eine „idee“, eine kleinere gruppe, eine immobilie oder ein geeigneter bauplatz gefunden, kann das „projekt“ konzeptionell wie planerisch erste umrisse annehmen, um im weiteren prozess des dialoges weitere interessenten anzuwerben. durch professionell moderierte „besprechungen“ und „regelmäßige treffen“ der bauherrengruppe können nun alle wichtigen vorstellungen, wünsche und sonstigen aspekte peu a peu „verdichtet“ und konkretisiert werden. manchmal können diese prozesse -je nach bauaufgabe und personenkreis- mehrere monate und jahre dauern, diese können aber auch bereits nach wenigen monaten des richtigen „suchen + finden“ sofort in einen konkreten bauantrag umgesetzt werden.

sparvorteile :: bei durchschnittlichen investitionen von 40.000,- bis 60.000,- euro je person für die baukosten (ca. 40m² wohnfläche je person), 12.000,- bis 18.000 euro für ein durchschnittliches neubaugrundstück (zirka 120,- euro/m²) sowie zirka 6.000,- bis 10.000,- euro für die planungskosten (honorare: statik, architekt, vermessung, bauphysik) kommt eine kalkulatorische einzelsummesumme von  zirka 60.000,- bis 90.000,- euro invest je hausbewohner zusammen (ohne finanzierungskosten). um nun ein größeres baugrundstück oder auch eine größere immobilie mit mehreren wohneinheiten unterschiedlicher größe zu bebauen bzw. umzubauen, kann bereits ab 10 personen eine „wirtschaftliche“ investition von 600.000,- bis 900.000,- euro zusammengetragen werden. einsparpotentiale gegenüber einer einzelbebauung ergeben sich hier zum einen aus dem größeren, zusammenhängendem bauvolumen (weniger hüllfläche, kompaktere bauweise, weniger erschliessungsfläche, geringerer anteil von versorgungsleitungen, geringere baukosten, ca.10-35%), einer gemeinschaftlich genutzten heizungszentrale (haustechnik, wartungskosten, ca- 15-25%), den gemeinschaftlich, wesentlich effizienter genutzten räumen bzw. freiflächen (beispiel sauna, pool, hobbyraum, werkstatt, kinderspielplatz etc., ca. 50-80%) sowie den geringeren planungskosten (ca. 10-20%). insgesamt können also bei zusammengelegten bauvorhaben allein die herstellungskosten um 10 bis 25% gesenkt werden. auch bei den laufenden betriebs- und unterhaltungskosten können durch eine effizientere energieversorgung spareffekte von mehr als 25% realisiert werden. hinzu kommen mögliche einsparpotentiale durch eigenleistungen, die in der gruppe wesentlich effizienter umgesetzt werden kann.

mehrwert :: eigentlich kann man bei bauherrengruppen -egal in welcher größenordnung- nur profitieren: effizientere planung, signifikante kostenreduktion (bei der planung, bauherstellung und unterhaltung) stärkung des sozialen umfeldes/ nachbarschaft, mehr raum und fläche durch gemeinschaftliche nutzung usw. insgesamt begrüßen wir als planer und architekten vor allem die gestalterischen möglichkeiten, über ein größeres bauvolumen ein mehr an gebäude- und raum qualität, ein weniger an ressourcenverbrauch sowie ein mehr an städtebaulicher qualität schaffen zu können.

fragen :: wenn sie weitere fragen zu thema „baugruppen“ haben, beraten wir [BLAUSTIFT] und unsere partner von „ACI Ingenieurgesellschaft mbH“ sie natürlich gerne individuell und ausführlich. beispiele und erfahrungsberichte von realisierten bauherrengruppen können wir ihnen gerne anhand abgeschlossener und aktueller bauprojekte der „ACI Ingenieurgesellschaft mbH“ erläutern. wir freuen uns auf ihre ideen! rufen sie uns einfach an: 0531-3618292

büromöbelsysteme

Samstag, März 5th, 2011

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entwicklung :: im Bereich der Büromöbel hast sich das Design in den letzten 15 Jahren enorm in Richtung Ergonomie, Funktionalität und Flexibilität entwickelt. Medizinische Untersuchungen und Studien haben dabei ebenso das ergonomische Design beeinflusst wie neue, innovative Materialien, Fertigungs- und Konstruktionstechniken. Neuerdings fliessen auch Aspekte der Nachhaltigkeit von Büromöbeln (Ressourcenverbrauch, Umweltverträglichkeit, Recycelbarkeit) in die Entwicklung und Produktion mit ein. Die Möbel zeichnen sich einerseits durch eine hohe Stabilität, eine hohe Gebrauchssicherheit sowie eine hohe Langlebigkeit aus. Andererseits erlauben sie multifunktionale Anwendungen und müssen sich den individuellen Bedürfnissen (Körpergewicht, Körpegröße, Links-Rechts-Handling, Handycaps, Material- und Stoffaffinität etc.) der Benutzer anpassen. Neue Kompositwerkstoffe, Schichtstoffe und Verfahrenstechniken (Kleben, Lamellieren, Biegen, Giessen, Fräsen, Kanten etc.) erlauben hier vielfältigste Gestaltungslösungen.

Auch im mechanischen Bereich (Rollensysteme, Dämpfungssysteme, Klapp- und Schiebemechanismen etc.) wurden mit neuen Materialen (z.b. Carbonfaser, Acrylglas, Textilien), Oberflächen (Nanobeschichtungen, spezielle Lack- und Lackierungssysteme, Beschichtungssysteme) und Konstruktionssystemen (Gasdruckfeder, hydraulische Systeme, Gelpolsterung etc.) grosse Fortschritte gemacht.

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anforderungen :: Büroarbeitsplätze sind in ihren ergonomischen wie funktionalen Bedürfnissen (Dimensionierung, Platz- und Raumbedarf, Lichtbedarf, Lichtreflexion/ Blendfreiheit, Kantenausbildung, Kommunikationstauglichkeit, Akustik etc.) bereits sehr gut untersucht worden. Höhenverstellbare wie rollbare Bürostühle mit individueller Feineinstellung von Armlehnen, Rückenlehne und Sitzfläche sind bereits eine Selbstverständlichkeit. Auch höhenverstellbare wie in der Tischebene neigbare Schreibtischsysteme sind bereits von namhaften Herstellern realisiert worden.

Hinzu kommen integrale Lösungen für die EDV-Peripeherie (Steckerleisten, Kabeldurchführungen, versenkbare Laptops/ Touch-Screens, Scanner, Lichtplatten, Steuerpulte etc.). Auch flexible „on-board-systeme“ (Ablageflächen, Sichtschutz, Utensilien etc.) werden zunehmend als Applikation angeboten. Je nach Anwendung ist auch die Montage, die Stapelbarkeit bzw. Verstaubarkeit ausschlaggebend für eine bestimmte Designlösung. Nach wie vor bestimmen edle Materialien und eine hochwertige Verarbeitung den Preis eines guten Büromöbel. Doch auch seriell hergestellte Möbel können in Sachen Funktionalität und Design überzeugen.

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sytemkompatibilität:: gestalterisches Ziel von Möbelsystemen ist es, die verschiedenen Komponenten eines Büroarbeitsplates (Tisch, Pult, Stuhl, Hocker, Beleuchtung, Container, Regalsysteme, Boards etc.) ästhetisch und gestalterisch aufeinander abzustimmen. Neben dem „formalen Design“ wird diese Übereinstimmung meistens über eine einheitliche Material-, Farb- und/oder Konstruktionssprache erreicht. Aufeinander abgestimmte Einzelmodule können so individuell in der „Bürolandschaft“ erweitert werden und sich damit den jeweiligen Bedingungen (Raumverhältnisse, Platzbedarf etc.) optimal anpassen. Die angebotenen Systeme sollten hierbei vom Hersteller auch über einen längeren Zeitraum auf dem Markt angeboten werden, um der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitskonzepten gerecht zu werden.

das optimale system:: die große Vielzahl von Materialien und Verarbeitungstechniken wie auch die individuellen, ästhetischen Vorlieben der Nutzer erlauben nicht wirklich einen direkten Vergleich von Büromöbelsystemen. Die „Eierlegende Wollmilchsau“ gibt es auch hier nicht. Trotzdem können in der Beurteilung eine Vielzahl von Aspekten und Kriterien zu einer bestmöglichen Entscheidung führen. Ergonomische Vorteile (Gesundheit, Handling, Sicherheit etc.) wie auch funktionale Aspekte (Raumangebot, Flexibilität, Justierbarkeit, Mobilität etc.) sollten hier vor allen anderen Kriterien im Vordergrund stehen. Erst dann entscheiden u.a. Verarbeitungsqualität, Langlebigkeit/ Nachhaltigkeit/ Ökologie, Design und Service neben den Kosten über die weitere Eignung. „Gute Möbel“ zeichnen sich hierbei vor allem durch einen minimalen wie ökologisch verträglichen Material- und Energieaufwand und eine hohe Umweltverträglichkeit aus.

umweltverträglichkeit :: Möbel, Materialien und Konstruktionen, die nur durch den relativ übererhöhten Einsatz und Verbrauch von Reccourcen, Energie und/oder umweltbedenklicher bzw. gesundheitsgefährdender Chemie oder Herstellungsprozesse herstellbar sind oder deren Fabrikationsbedingungen weder sozialen, ökologischen oder sicherheitsrelevanten Aspekten genügen, sollten vom Verbraucher -wie eigentlich bei allen Konsumgütern- und Produkten- mehr denn je sehr kritisch beim Hersteller hinterfragt werden. Die Veredelung von Rohstoffen führt meist immer zu einer erhöhten „Umweltbelastung“ in der Ökobilanz, die neben der eigentlichen Herstellung auch den Material-Input, der bereits bei der Gewinnung der Rohstoffe anfällt, bilanziert.

Je größer der Anteil an sogenannten „nachwachsenden“ wie „umweltverträglichen“, ökologisch halbwegs unbedenklichen Rohstoffen -hier also vor allem das „nachhaltig“ erwirtschaftete Holz- ist, desto positiver letztedlich die Ökobilanz des Möbels. Je weniger Metall (Stahl, Edelstahl, Kupfer, Messing, Zink, Chrom, Aluminium etc.), je weniger umwelt- wie gesundheitsbedenkliche Kleber, Lacke, Kunststoffe und sonstige „kritische“ Chemikalien wie auch Verarbeitungs- und Herstellungstechniken verwendet werden, desto „ökologischer“, material- und energieeffizienter wie auch nachhaltiger schliesslich auch das Möbelstück, desto einfacher und umweltverträglicher natürlich auch seine Entsorgung bzw. Recycelbarkeit. Im konstruktiven Bereich sind hier zum Beispiel intelligente Lösungen gefragt, die nach Möglichkeit ganz „ohne“ metallische Verbindungsmittel oder den Einsatz von umweltbedenklichen Klebemitteln/ Erdölprokten bzw. Kunststoffen auskommen. Auch bei der Beschichtung und Endbehandlung von Flächen sollten nach Möglichkeit nur umweltfreundliche Lacke und Öle verwendet werden. Moderne Industrieschichtstoffe verraten dem Kunden meist nicht, wieviel Energie und toxisch wirksame Chemie tatsächlich in ihnen steckt. Auch der zunehmende Einsatz von sogenannten „Hochleistungsklebern“ bleibt dem Kunden meist verborgen, stellt aber in der Praxis trotz kleiner Mengen ein Problem bei der Entsorgung.

Da es für die Möbelinsutrie und Möbelhersteller bis heute keine verbindlichen, gesetzlichen Vorgaben gibt, ihre Produkte „durchgehend“ ökologisch zu bilanzieren, fehlen dem Verbraucher bis heute „objektive“ Kriterien und Vergleichsmöglichkeiten, auf den globalen „Markt“ entsprechend „verantwortungsbewußt“ zu reagieren. Schwer genug, sich als Verbraucher für ein Design oder eine Firma zu entscheiden. Doch das Thema der Nachhaltigkeit und Ökologie wird auch die Zukunft der Möbelbranche in den nächsten Jahren zunehmend verändern und prägen.

energiekosten

Samstag, März 5th, 2011

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In Anbetracht der seit 1999 beginnenden Preisentwicklung von Öl (1999: 25 Cent je Liter, 2011: 80 Cent je Liter, Preissteigerung +11% p.a.) und Gas (1999: 30 Cent je m³, 2011: 80 Cent je m³, Preissteigerung +8,5 % p.a.) sowie Haushaltsstrom (2000: 13,9 Cent je kwh, 2011: 25 Cent je kWh, Preissteigerung +6% p.a.) in den letzten 10 Jahren, summieren sich die jährlichen Energiekosten für Warmwasser und Heizwärme (Öl/Gas) ohne Strom bei 100m² Wohnfläche auf 1.900,-€ p.a. beim Altbau, auf 640,-€ p.a. beim Neubau und auf 320,-€ p.a. beim Passivhaus.
Rechnet man nun noch den Strom mit derzeit durchschnittlich 25 Cent je kWh hinzu, liegen die Verbrauchskosten bei 4.900,- € p.a. beim Altbau (3.000,-€ Strom = 61%), 2.390,-€ für den Neubau (1.750,-€ Strom = 73%) und 2.320,- Euro p.a. für das passivhaus (2.000,-€ Strom = 86%).

Auf die nächsten 25 Jahre gerechnet ergeben sich bei angenommenen Preissteigerungen von nur 5% p.a. für Strom (im Mittel 53 Cent je kWh) sowie 5% p.a. für Öl/ Gas (im Mittel 1,69 € je Liter Öl bzw. m³ Gas) folgende jährliche, bereits gemittelte Gesamtkosten für Energie auf 100m² Wohnfläche:

> Altbau: 6.360,-€ für Strom p.a. + 4.056,-€ für Öl/ Gas = 10.416,-€ p.a.
> Neubau: 3.710,-€ für Strom p.a. + 1.352,-€ für Öl/ Gas = 5.062,-€ p.a.
> Passiv: 4.240,-€ für Strom p.a. + 676,-€ für Öl/ Gas = 4.916,-€ p.a.
> Nullenergie: 0,-€ für Strom + 0,-€ für Öl = 0,-€

gesamtbilanz:auf 25 Jahre gerechnet entstehen demnach „konventionelle“ Energiekosten von:

> Altbau: 260.400,-€ (8,68 €/m² mtl.)
> Neubau: 126.550,-€ (4,22 €/m² mtl.)
> Passiv: 122.900,-€ (4,10€/m² mtl.)
> Nullenergie-haus: 0,-€

Erfolgt die Strom- und Wärmegewinnung unabhängig von den preislich sehr schwer kalkulierbaren Kohle-, Gas- und Erdölpreisen etwa über Wasser, Wind, Solar oder Biomasse, können hier unter berücksichtigung weiterer technischer Innovationen, den richtigen politischen Rahmenbedingungen (Energiesteuer, Umweltsteuer etc.) und dem steigenden Marktangebot /Technologieentwicklung) auch andere Preise angesetzt werden, die im schnitt bei 1% Preissteigerung p.a. gemittelt bei 30 Cent je kWh Öko-Strom bzw. bei aktuell 3,5 bis 4,5 Cent je kWh für Holzpellets (Biomasse) liegen. Aber auch die Preise für Biomasse unterliegen derzeit einer marktgesteuerten Preissteigerung von über 3% p.a..

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solarstrom: bei aktuellen Anlagenpreisen von zirka 3.000,-€ je kW Peak, einer Lebensdauer von 25 Jahren, anzunehmenden Kapitalkosten von 5%, Betriebskosten i. h. von 1,5%, einer verschleissbedingten Ertragsminderung von 1% p.a. und einem zu erwartenden Jahresertrag von zirka 1.100 kWh je kW Peak liegen die Stromerzeugungskosten derzeit bei 25 Cent je kWh. Da die Anlagenpreise bei steigender Moduleffizienz und kostengünstiger Serienproduktion jedoch in den nächsten Jahren dratisch sinken werden, ist hier langfristig mit Kosten weit von unter 10 Cent je kWh zu rechnen. Interessant werden langlebige Photovoltaikanlagen als vollwertige Fassaden- und Dachelemente mit entsprechendem Unterbau. Soetwa können Dachziegel oder Vorhangfassaden komplett durch Solarmodule ersetzt werden. Auch eine partielle Integration in vorhandene Glasfensterelemente ist realisierbar.

energieverbrauch privater haushalte 2005 :: nach Berechnungen des „Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie Gmbh“ lag der Ist-Verbauch von Strom und Brennstoffen (Endenergie) privater Haushalte in der BRD im Jahr 2005 bei:

  • 23,79 TWh p.a. Strom für Stand-by Audio/Video/TV = 290 kWh/EW p.a. = 72,- Euro/EW p.a.
  • 12,22 TWh p.a. Strom für Beleuchtung = 161 kWh/EW p.a. = 40,- Euro/EW p.a.
  • 22,46 TWh p.a. Strom für Kühlgeräte = 274 kWh/EW p.a. = 68,- Euro/EW p.a.
  • 7,61 TWh p.a. Strom Heizungsumwälzpumpen = 93 kWh/EW p.a. = 23,- Euro/EW p.a.
  • 4,89 TWh p.a. Strom für Wäschetrockner = 60 kWh/EW p.a. = 15,- Euro/EW p.a.
  • 6,17 TWh p.a. Strom für Waschmaschinen = 75 kWh/EW p.a. = 19,- Euro/EW p.a.
  • 6,66 TWh p.a. Strom für Geschirrspüler = 81 kWh/EW p.a. = 20,- Euro/EW p.a.
  • 13,64 TWh p.a. Strom für Kochen = 166 kWh/EW p.a. = 42,- Euro/EW p.a.
  • 18,34 TWh p.a. Strom für Warmwasser = 225 kWh/EW p.a. = 56,- Euro/EW p.a.
  • 24,37 TWh p.a. Strom für Raumwärme = 297 kWh/EW p.a. = 74,- Euro/EW p.a.
  • 1,86 TWh p.a. Brennstoffe für Kochen/Geschirr/ Waschen = 2,3 l öl/EW = 2,15 Euro/EW p.a.
  • 566,02 TWh p.a. Brennstoffe für Raumwärme = 690,5 l Öl/EW = 656,- Euro/EW p.a.

Gesamtverbrauch Strom: 141,24 TWh p.a. = 1.723 kWh/EW p.a. = 431,-Euro/EW p.a.
Gesamtverbrauch Brennstoffe: 567,88 TWh p.a. = 697 l ÖL/EW = 658,- Euro/EW
Gesamtverbrauch: 709,12 TWh p.a. =  8.651 kWh/EW p.a. = 1.089,- Euro/EW

[1TWh = 12,2 kWh/EW = 1,22l Heizöl, 1l Heizöl = 10kWh = 95 Cent/l, 1kWh Strom = 25 Cent/kWh, 82 Mio Einwohner]

fazit :: 83% der gesamten Endenergie in privaten Haushalten wird derzeit (2005) allein für die Raumwärme verbraucht. 80% werden dabei durch Brennstoffe (Gas, Öl, Kohle, Holz) abgedeckt, 3% durch Strom. Insgesamt liegt der Anteil von Strom bei knapp 20%. Hiervon entfallen 17,3% auf Raumwärme, 16,8% auf Stand-by-Verbräuche, 15,9% auf Kühl- und Gefriergeräte, 13% auf Warmwassererzeugung, 12,5% auf Wäschetrockner-Waschmaschinen-Geschirrspüler, 9,7% auf´s Kochen, 9,4% auf Beleuchtung und 5,4% auf Heizungsumwälzpumpen. Eingespart werden davon 25% bei den Stand-by-Verbräuchen, 17,5% bei der Beleuchtung, 24% bei den Gefrier- und Kühlgeräten, 50% bei den Umwelzpumpen, 42% bei den Wäschetrocknern-Waschmaschinen-Geschirrspülern, 21% beim Kochen und 32% beim Warmwasser, während die neuen Heizungen einen Mehrverbrauch von 17% verursachen. Ohne den Mehrverbrauch von Strom der neuen Heizungstechnik können zirka 25% des Stromverbrauches allein durch effizientere Endgeräte eingespart werden. Weil die bis dato elektrisch betriebene Geräte (Wäschetrockner, Waschmaschinen, Geschirrpüler, Kochstellen) wie auch die elektr. Warmwasserbereitung durch den Anschluss an das Warmwasser-Heizungssystem wesentlich energieeffizienter arbeitet, entstehen hierdurch zunächst Mehrverbräuche bei den Brennstoffen von zirka 20l Heizöl je Einwohner. Doch diese werden durch die hohen Strom- und Brennstoffeinsparungen (221 l Heizöl je Einwohner) infolge hydraulischer Heizungsabgleichung (7,5% Einsparung), wärmegedämmter Gebäudehüllen (-10,8%) und effektiver Heizungssysteme (-13,7%) wieder wett gemacht. Hier werden insgesamt mehr als 70% der CO2-lastigen Brennstoffe eingespart! Der Strom jedoch nur um knapp 4,4% gesenkt.

So oder so müssen Immobilienbesitzer, Vermieter wie auch Mieter bei der derzeitigen Preisentwicklung für Energie in den kommenden 10 Jahren in innovative wie sparsame Techniken, insbesondere bei der Erzeugung und Ausnutzung von Raumwärme, investieren, um einerseits den Wert der Immobilie (insbesondere bei Vermietungen) attraktiv zu halten, andererseits die Energiekosten in Relation zu den Kaltmieten „wirtschaftlich angemessen“ wie „sozialverträglich“ zu gestalten. Übersteigen dennoch die Energiekosten die Kaltmiete, ist davon auszugehen, daß diese Mehrkosten finanziell von einem Großteil der Mieter bei stagnierenden Einkommen nicht mehr getragen werden können. Wird darum beim Heizen von Gebäuden gespart, geht dies zum einen auf Kosten der Wohnqualität und Hygiene/ Gesundheit wie auch auf Kosten der Bausubstanz (Feuchtigkeit, Schimmelbildung, Rissbildung etc.).

energie sparen

Samstag, März 5th, 2011

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Die beste und effektivste Methode, Energie und Ressourcen zu sparen, liegt vor allen technischen Innovationen im bewußten wie rationellen Ungang mit Energien und Rohstoffen. Solange Rohstoffe wie Energien in einer konsumorientierten Wirtschaft bzw. luxusorientierten Komfortgesellschaft (Wohlstandsgesellschaft) kaum eine bemwerkenswerte Rolle spielen, fällt es zunächst schwer, alle Aufmerksamkeit und Vernunft auf´s energetische wie materielle Sparen, Einschränken, Verzichten oder effiziente Optimieren zu richten. Doch Rohstoffe wie Energien sind naturgegeben „begrenzt“ und ihre Nachfrage wie Preise werden in Zukunft automatisch mit dem Anstieg der Weltbevölkerung, einer steigenen Nachfrage und einem zunehmenden gesellschaftlichen Wohlstand insgesamt steigen. Nicht nur alle Chinesen und Inder wollen jenen materiellen Wohlstand, wie wir ihn u.a. in Deutschland seit vielen Jahren gewöhnt sind. Auch wir Deutschen steigern unseren Anspruch auf Konsum und Wohlstand kontinuierlich. Das, was wir u.a in den letzten 20 Jahren durch neue fortschrittliche Technologien an Ressourcen und Energien eingespart haben, haben wir unterm Strich durch einen kontinuierlichen Anstieg an Konsum (Verbrauch) letztendlich wieder neutralisiert. Die Umweltbelastungen sind trotz Spitzentechnologie und vorbildlicher Produktionsverfahren durch den Mehrverbrauch quasi die gleichen wie vor 20 Jahren. Heute stehen wir zumindest technologisch an einem Punkt, der bei den konventionellen Techniken (Beispiel Otto-Motor, Automobil) nur noch minimale Optimierungen in Sachen Effizienz und Wirtschaftlichkeit zuläßt. Diese können signifikant nur noch durch sogenannte „Systemwechsel“ infolge weiterer technischer Innovationen bzw. Quantensprünge geleistet werden (wie etwa die Erfindung der LED, der Photovoltaik, der Miniaturisierung im IT-Bereich usw.).

Folgende technische Möglichkeiten bestehen derzeit, Energie und Ressourcen und die damit verbundene Kosten und Emissionen bei Wohn- und Nichtwohngebäuden zu sparen:

> kompakte Baukörper: energetische + wirtschaftliche Optimierung
> optimale Orientierung der Räume zu den Himmelsrichtungen
> Wärmeschutzhülle: Reduktion der Transmissionswärmeverluste
> Nutzung globaler, direkter Sonneneinstrahlung über Glasfassaden
> Wärmepumpen: Energierückgewinnung verbrauchete Abluft
> effiziente Heizkessel/ Brennwerttechnik
> freie bzw. kontrollierte Be- und Entlüftung
> ausreichende Belüftung: min. Bauschäden (Feuchte, Schimmel)
> ausrechende Lüftung erhöht den Raumkomfort (Behaglichkeit)
> effiziente Heiz-, Kühl- und Lüftungssteuerung (Sensortechnik)
> Vermeidung von Überhitzung: Sonnenschutz, Verschattungsanlagen
> hohe Effizienz und Langlebigkeit von Geräten
> gleichmässige Wärmeheizung über Flächen (FBH, Deckensegel)
> Absenkung der Raumtemperatur durch Flächenheizung
> Vorerwärmung/ Abkühlung der Frischluft: Erdkollektoren/ Erdsonden
> Stromerzeugung durch Photovoltaik, Kraft-Wärme-Koppelung
> Photovoltaikelemente als Wärme-, Sonnen-, Sicht-, Witterungsschutz
> Stromerzeugung auch über Solarthermie, Wind, Wasser
> Nutzung von Tageslicht: reduziert Stromverbrauch für Leuchten
> hohe Lichtausbeute der Leuchtmittel reduziert Wärme + Stromkosten
> helle, lichtreflektierende Flächen senken den Lichtbedarf
> autom. Lichtsteuerung senkt Strombedarf, höhere Langlebigkeit

Einsparpotentiale ::
Nach Berechnungen des „Wuppertaler Institutes für Klima, Umwelt, Energie“ wurden 2005 folgende Potentiale zur jährlichen Einsparung von Endenergie in den Sektoren  „Private Haushalte„, „Gewerbe-Handel-Dienstleistungen“ und „Industrie“ sowie daraus resultierende gesamtwirtschaftliche Gewinne inkl. CO2 Zertifikatkosten berechnet (Annahme: 10,- Euro/t CO2) [Berechnungsgrundlagen: 1l Heizöl = 10kWh = 95 cent/l, 1kwh Strom =25 cent/kwh, 1TW = 1 mrd kwh = 12,2kwh strom/EW = 1,22l Heizöl/EW, 82 mio EW]:

1. Einsparpotentiale private Haushalte ::

40 Mio TWh Strom p.a. = 488kWh/EW p.a. = 125,- Euro /EW p.a.
87 Mio TWh Brennstoffe p.a. = 106l Öl/EW p.a. = 100,- Euro/EW

53 Mio tCO2 p.a. = 646m³CO2/EW
1,16 Mrd Euro p.a. gesamtwirtschaftlicher Gewinn = 14,- Euro/EW p.a.

5,55 Mrd euro p.a. Vorteil der Kunden = 68,- Euro/EW p.a.

  • -6 TWh Strom = -150 Mio € p.a. durch Verringerung der „Stand-by-Verluste“ bei Audio + Hifi
  • -1 TWh Strom = -4 Mio € p.a. durch Spülmaschinen mit Warmwasseranschluss (+ 1 TWh Brennstoffe)
  • -2 TWh Strom = -81 Mio € p.a. durch energiesparende Beleuchtung
  • -5 TWh Strom = -122 Mio € p.a. durch effiziente Kühl- und Gefriergeräte der Klasse A+, A++
  • -5 TWh Strom – 43 TWh Brennstoffe = -562 Mio € p.a. durch Heizungsoptimierung (Pumpe, hydr. Abgleich)
  • -5 TWh Strom +3 TWh Brennstoffe = -2 Mio € p.a.  durch effiziente Wäschetrockner
  • -2 TWh Strom + 1 TWh Brennstoff = +20 Mio € p.a. durch Warmwasseranschluss Waschmaschine
  • -15 TWh Strom +18 TWh Brennstoff = +253 Mio € p.a. durch Substitution Nachtspeicherheizung/ E-Warmwasser
  • – 68 TWh Brennstoff = -512 Mio € p.a. durch Wärmedämmung und Heizungserneuerung/ Kesseltausch

2. Einsparpotentiale Industrie ::

41 Mio TWh Strom p.a.= 500kWh/EW p.a. = 125,- Euro /EW p.a.
88 Mio TWh Brennstoffe p.a.= 107l Öl/EW p.a. = 102,- Euro /EW p.a.
53 Mio tCO2 p.a.= 646 m³ CO2/EW p.a. = 6,50 Euro/EW p.a.
2,56 Mrd Euro p.a. gesamtwirtschaftlicher Gewinn = 31 Euro/EW p.a.
3,27 Mrd Euro p.a. Vorteil der Kunden = 40,- Euro/EW p.a. 

  • -15 TWh Strom = -477 Mio € p.a. durch neue, effektive Pumpen
  • -16 TWh Strom -82 TWh Brennstoffe = -1,648 Mrd € p.a. bei Prozesswärme (Substitution)
  • -2 TWh Strom = -63 Mio € bei der Prozess-Kälteherstellung
  • -2 TWh Strom = -86 Mio € p.a. durch effiziente Druckluftsysteme
  • -4 TWh Strom = -124 Mio € p.a. durch effiziente Beleuchtung
  • -2 TWh Strom +1 TWh Brennstoffe = -88 Mio € p.a. bei Ventilation, Lüftung und Klimaanlagen
  • -2 TWh Brennstoff = -13 Mio € p.a. durch Wärmerückgewinnung
  • -4 TWh Brennstoff = -63 Mio € p.a. durch Wärmedämmung und Heizungserneuerung

3. Einsparpotentiale Gewerbe, Handel und Dienstleistungen ::

29 Mio TWh Strom p.a.= 354kWh/EW p.a. = 88,- Euro /EW p.a.
35 Mio TWh Brennstoffe p.a.= 43l Öl/EW p.a. = 41,- Euro /EW p.a.
28 Mio tCO2 p.a.= 341 m³ CO2/EW p.a. = 3,40 Euro/EW p.a.
1,2 Mrd Euro p.a. gesamtwirtschaftlicher gewinn = 15 Euro/EW p.a.
2,01 Mrd Euro p.a. Nettovorteil der Kunden = 26,- Euro/EW p.a.  

  • -1 TWh Strom = -61 Mio € p.a. durch Klimatisierungsbedarf Telekommunikation (Mobil, Festnetz)
  • -4 TWh Strom = -77 Mio € p.a. Stand-by-Verluste im luK-Bereich
  • -6 TWh Strom = -175 Mio € p.a. durch effiziente Pumpen
  • -9 TWh Strom = -325 Mio € p.a. durch effiziente Innenbeleuchtung
  • -2 TWh Strom -1 TWh Brennstoff = -72 Mio € p.a. durch Ventilatoren, Lüftung und Klimaanlagen
  • -4 TWh Strom  = -90 Mio € p.a. beim Kühlen/ Tiefkühlen
  • -1 TWh Strom -16 TWh Brennstoffe = -168 mio € p.a. bei Prozesswärme (Substitution)
  • -1 TWh Strom + 1 TWh Brennstoffe = +6 Mio € p.a. beim Kochen (Substitution Strom durch Gas)
  • -1 TWh Strom = 0 mio € p.a. bei öffentlicher Beleuchtung (Ampeln, Strassen)
  • -1 TWh Strom +1 TWh Brennstoff = +6 Mio € p.a. beim Warmwasser (Substitution Strom durch Gas)
  • -5 TWh Brennstoff = -39 Mio € p.a. durch wärmerückgewinnung
  • -16 TWh Brennstoff = -198 Mio € p.a. durch wärmedämmung und heizungserneuerung

Gesamtbilanz an Einsparpotentialen (1.+2.+3.) ::

110 Mio TWh Strom p.a.= 1.342kWh/EW p.a. = 336,- Euro /EW p.a.
210 Mio TWh Brennstoffe p.a.= 256l Öl/EW p.a. = 244,- Euro /EW p.a.
134 Mio tCO2 p.a.= 1.634 m³ CO2/EW p.a. = 16,34 Euro/EW p.a.
4,9 Mrd Euro p.a. gesamtwirtschaftlicher Gewinn = 60 Euro/EW p.a.
10,83 Mrd Euro p.a. Nettovorteil der Kunden = 132,- Euro/EW p.a.